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ton sich angelegen sein ließ, die Missionsanstalten zu fördern und der Thätigkeit derGlaubensboten eine festere Richtung zu geben. Neben den von der bischöflichenKirche beschützten Anstalten wirkten andere mit gleichem Eifer, und es war er-freulich, unter den Arbeitern der verschiedenen Missionsvercine, trotz abweichendenLehrmeinungen, ein eintrachtiges Wirken für den gemeinschaftlichen Zweck zu bemer-ken, im Gegensatze der frühern Missionen der Mönche, welche durch die Zwistigkeitenihrer Orden ihr Bekehrungswerk vielfach stören ließen. Man erkannte, daß nurdurch Erziehung und durch das Beispiel eines untadeligen Wandels dauernd gewirktwerden konnte, und diese Förderungsmittel immer kraftiger zu machen, war vorzüg-lichHeber's Bestreben. Der französische katholische Missionar Dubois,der viele Jahrein Indien unter den Eingeborenen gelebt hat, gab eine höchst ungünstige Schilde-rung von den dortigen Missionsanstalten, und behauptete, daß das Unternehmen,die Jndier zum Christenthum zu bringen, ein Irrwahn sei und wirkliche Bekehrun-gen gar nicht vorgekommen waren. Der wahrheitliebende Heber hat in seinemBerichte die Grundlosigkeit dieser Behauptungen dargelegt, so wenig er selber dieMangel der Anstalten verschweigt, die Dubois mit entstellenden Übertreibungenaufgedeckt hat. Nicht ungegründet aber sind die Vorwürfe des französischen Mis-sionars gegen einige Übersetzungen der biblischen Bücher, die man in Indien ver-breitet hat. Mangelhafte Sprachkunde und Unbekanntschaft mit den religiösenAnsichten des Volkes haben zu manchen Misgriffen geführt. Einige Übersetzungensind in einer gemeinen Sprache geschrieben, worin die edle Einfachheit der Ur-schriften verloren gegangen ist. Ein Hindu in einem britischen Regiments, der eineBibel besaß, wurde von dem Obersten gefragt, was er davon halte. „Sehr schlechtgeschrieben", antwortete er; „Vieles verstehe ich gar nicht, einige gute Geschichten,einige schlechte und viel Unsinn." Zu den schlechten Geschichten mochte der Hindubesonders die häufige Erwähnung der Rinderopfer rechnen, da die Tödtung vonRindern nach seinen Glaubensansichten ein Gräuel war, und den Unsinn in derunrichtigen Übersetzung finden.
Solche Misgriffe waren es nicht allein, was die Bemühungen der Missions-vereine hemmte. Auch in Indien wiederholte sich die in andern Ländern Asiens ge-machte Erfahrung, daß es weit schwieriger ist, das Christenthum unter Völkernzu gründen, die ein ausgebildetes, auf Religionsbücher gegründetes Glaubenssy-stem haben, als unter rohen Wilden und Halbwilden, welchen der Fremde schondurch die Überlegenheit seiner Einsicht Ehrfurcht gebietet. In Indien sind die Le-bensgewohnheiten mit dem herrschenden Glauben innig verflochten, die Gefühleund die Meinungen des Volkes in Einklang mit demselben und das ganze gesell-schaftliche Gebäude ruht auf dem Glaubenssystem. Die Priester haben großeMacht und noch größere Vorrechte zu verfechten, sie haben heilige Bücher und Ge-lehrtenstolz. Der tief eingewurzelte Kastenunterschied und die mit dem National-stolz verflochtene starre Ehrfurcht vor dem Alterthum des Brahminenglaubens wirk-ten der Verbreitung des Christenthums entgegen. Nicht minder nachtheilig warenauch die Hindernisse, welche die eigennützige Eifersucht der ostindischen Compagniefrüher der Ausbreitung des christlichen Glaubens in den Weg legte, und die soweit gingen, daß in Madras ein Gesetz bestand, nach welchem kein Christ zu einemöffentlichen Amte fähig war und christliche Bauern Peitschenhiebe erhielten, weilsie sich geweigert hatten, den Götzenwagen zu den Festlichkeiten der Hindu ziehenzu helfen. Es gehört mit zu Heber's Verdiensten, diesen Hemnissen entgegenge-wirkt zu haben, und so ist die ostindische Compagnie in den letzten Jahren zu demBeschlüsse geführt worden, für die Unterstützung der christlichen Schulen eifrigerzu sorgen. Blicken wir auf den Zustand des Christenthums in Asien überhaupt,so finden wir, daß es in allen Landern dieses Weltthcils, deren Bewohner eine ge-wisse Bildungsstufe erreicht haben und jeden Fremden für minder gebildet halten,