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Dritter Band (1833) M bis R
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Mineralogie

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in ihrer Kindheit eingeimpften Vorurtheile. Das, dem Berg- und Hüttcnmannsehr fühlbare Bedürfniß einer schnellen und leichten Erkennung der brauchbarenMineralien erweckte die ersten Keime der wissenschaftlichen Mineralogie. Erken-nung, aber eine schnelle, ohne große Vorbereitungen nur nach deu Ergebnissen derunmittelbaren Wahrnehmung gewahrleistete Erkennung, das war es, worauf frü-her die Bestrebungen der Mineralogen beschränkt waren. Spater erwachte nebendem technischen Bedürfnisse der Erkennung auch das wissenschaftliche Bedürfnißeiner umfassenden Kenntniß der Mineralien; allein die, dem Bergmann sehr er-laubte Einschränkung seiner Beobachtungen auf das Gebiet der unmittelbarenWahrnehmung, ging in die mehr wissenschaftliche Bearbeitung der Naturgeschichtedes Mineralreichs über, und hatte zur Folge, daß man diejenigen Eigenschaf-ten der Mineralien, welche nicht durch unmittelbares Sehen, Fühlen, Schme-cken und Riechen zu ermitteln waren, entweder sehr oberflächlich behandelteoder gänzlich vernachlässigte; ja. daß man ausdrücklich alle Eigenschaften als na-tuchistorische Merkmale verwarf, deren Wahrnehmung mit einer gänzlichen odertheilweisen Zerstörung des untersuchten Exemplars erkauft werden muß. Sowurde von der Beschränktheit unsers Erkenntnißvermögens, welches freilich fürmanche Wahrnehmung solcher Hülfsmittel und Vorbereitungen bedarf, durch derenAnwendung die Integrität des Naturproducts mehr oder weniger verletzt wird,von dieser Beschränktheit der menschlichen Intelligenz wurde sonderbar genug derGrund entlehnt, alle, nur mittels solcher Integritätsverletzung zu entdeckende Eigen-schaften gleichsam als nicht natürliche Eigenschaften dem Gebrauche der Minera-logie zu entziehen und ihr nur die sogenannten äußern Kennzeichen zu lassen.Nur erlaubte man sich dabei die sehr auffallende Inconsequenz, jene postulirte Un-verletzlichkeit der Mineralien für die Ermittelung mancher physischen Eigenschaften,wie z. B. der Spaltbarkeit, der Härte, ja selbst für die Ermittelung der chemischenEigenschaft der Auflöslichkeit in Wasser zu suspendiren, während man jede Unter-suchung anderer chemischen Eigenschaften standhaft verweigerte. Mit einemWorte, aus dem frühern technischen Postulate der unmittelbaren und stegreifsmä-ßigen Erkennung gestaltete sich für die spätere Mineralogie ein förmlich fanctionnirtes,durch manche Scheingründe unterstütztes Vorurtheil gegen die Chemie; einVorur-theil, durch dessen hartnäckiges Festhalten die Naturgeschichte und insbesondere auchdie Charakteristik des Mineralrcichs in jene sterile Einseitigkeit versank, mit welchersie uns mehrfach dargeboten worden ist. Glücklicherweise scheint aber gegenwärtig diegrößere Zahl der Mineralogen darüber einverstanden, den von der Chemie dargebo-tenen Tribut nicht zu verschmähen, vielmehr die reiche Ausbeute, welche diese Wis-senschaft auch im Mineralreiche machte, für die Naturgeschichte des letztern alswesentliche Beisteuer dankbar zu benutzen und dadurch erst die Kenntniß der Mi-neralien zu einer, den gegenwärtigen Anfoderungen der Wissenschaft entsprechen-den Vollständigkeit zu bringen.

Nachdem so die beiden vorherrschenden Richtungen der Mineralogie in derneuesten Zeit bezeichnet worden sind, mögen noch einige der wichtigern Leistungenaus den letzten Iahren erwähnt werden, wobei fast nur von deutschen Schriften dieRede sein kann, weil die Mineralogie außerhalb Deutschland seit einiger Zeit nursehr wenig bearbeitet worden ist. Im Gebiete der Krystallographie waren beson-ders thatig: Germar („Grundriß der Krystallkunde", Halle 1830), K. Naumann(„Lehrbuch der reinen und angewandten Krystallographie", Leipzig 1830 — 31),Großmann („Zur physischen Krystallonomie", Stettin 1829), Breithaupt (mehreAbhandlungen inSchweigger's„Jahrbuch") undKupfser (durch einigeAbhandlungenund ganz neuerdings durch Herausgabe eines „Handbuchs der rechnenden Krystal-lographie", Petersburg 1831). Hartmann gab t 828 sin recht brauchbares „Hand-wörterbuch der Mineralogie" (Leipzig); von Leonhard 1826 die zweite'Auslage