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schastliebenden Fürsten die vollste Entschädigung für die etwaigen Fesseln der Eti-kette, die von seiner gegenwärtigen Stellung unzertrennlich waren. Übrigens blicher fortwährend seinen literarischen und künstlerischen Bestrebungen treu. Von sei-nen in den letzten Iahren den Musikfreunden bekannt gewordenen Tonsetzungennennen wir nur die in reinem Kirchenstyle geschriebene Missa in d-moll; eineOuvertüre (Leipzig 1830), in der er den glücklichen Versuch machte, den GeistOssian'scher Dichtung in Tönen wiederzugeben, und die 1833 zu Dresden mitBeifall aufgenommene Oper „Saul". Daneben bewährte er seine musikalischeKennerschaft in mehren Aussätzen musikalisch-kritischen Inhalts in der „Abend-zeitung" und der „Allgemeinen musikalischen Zeitung". Auch als erzählen-der Dichter war er fortdauernd thätig, und zu den schon genannten „Orangeblü-ten" und „Gesammelten Erzählungen" (3 Bde., Leipzig 1825) kamen zahlreicheneue Novellen in Zeitschriften und Taschenbüchern und erwarben ihm die Gunstder Lesewelt, die ihn zu ihren beliebtem Erzählern rechnet. Ausgestattet mit einerreichen Welt- und Menschenkenntniß und mit einer regen Phantasie, die ihn undmit ihm den Leser rasch über kleine UnWahrscheinlichkeiten hinweghebt, weißerdurch schnell fortschreitende und lebendige Darstellung, durch ein warmes Coloritder Sprache und durch die frischeste Anschaulichkeit in oft sehr reizenden Schil-derungen zu fesseln und auch, wo es die Gelegenheit gibt, durch interessante Blickein das Kunstleben den ernstern Sinn zu befriedigen. Seine Oper „Der Berg-geist" wurde von Wolfram componirt. (51)
Miltitz (Alexander von), preußischer Kammerherr, ward 1785 zu Des-sau geboren, wo sich damals sein Vater aufhielt. Er genoß mit seinem älternBruder, Karl Borromaus, eine angemessene Privaterziehung und trat1798 als Cadet in östreichische Kriegsdienste, wo er in dem KürassierregimentHerzog Albrecht die Feldzüge bis 1801 als Lieutenant mitmachte. Seinemjugendlichen in die Weite strebendem Geiste konnte selbst das bewegte Fe/0-lcben nicht genügen; er gab den Militärdienst auf, besuchte Italien, Frmk-reich, England, schiffte sich von hier nach Westindien ein, machte eine Reisedurch die Vereinigten Staaten, kehrte 1807 über England und Holland nachDeutschland zurück und ließ sich in München nieder. Hier ward er bairischerKammerherr, vermählte sich mit einer Gräfin von Paumgartcn und bereitete sichZu der diplomatischen Laufbahn vor. Auf seinen Reisen hatte M. sich bereits einegroße Fertigkeit in den neuern Sprachen erworben und befleißigte sich jetzt beson-ders unter der Anleitung des Oberbibliothekars Scherer, diese Sprachen auch schrei-ben zu lernen, worin er es bald zu einer ausgezeichneten Vollkommenheit brachte.In diese Zeit (1814) fällt eine kleine Schrift: „Was darf von seinen Fürsten undVölkern Deutschland jetzt hoffen, Europa erwarten?" die von den Diplomatenan dem wiener Congresse, zu welchem M. sich 1815 selbst begab, nicht unbeachtetblieb und, obgleich er sich nicht öffentlich als Verfasser derselben bekannt, ihn innähere Verbindung mit dem preußischen Ministerium der auswärtigen Angelegen-beiten brachte. M. wurde von dem Könige von Preußen zum Kammerherrn er-nannt, erhielt eine Anstellung als Legationsecretair im auswärtigen Departementund ging 1817 in dieser Eigenschaft zur preußischen Gesandtschaft nach Konstan-tinopel ab, wo er später von 1820 — 26 als Ministerresident und Geschäftsträgerangestellt war. Zur Anerkennung der ausgezeichneten Haltung, welche er auseinem damals so wichtigen Posten in der Führung der ihm anvertrauten Auftragebewahrt hatte, wurde er zum Gesandten bei der hohen Pforte ernannt. Ein Mis'fallen von Seiten seines Hofes, welches er sich bei der Verhandlung der griechisch'orientalischen Frage zugezogen hatte, gab 1828 Veranlassung zu seiner Zurückbe-rufung, und er wurde pensionnirt. Zur öffentlichen Kenntniß ist von Dem, was manM. zur Last legte, durchaus nichts Zuverlässiges gelangt. Nach der Erscheinung