Druckschrift 
Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
125
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der ostindischen Compagnke stehen, und einer, James, sich der Sache der Helle-nen widmete und als Sergeant in der Brigade des Lords Byron war, dem er inden letzten Augenblicken beistand. Bei der Einnahme von Navarin fiel er indie Hände Ibrahim Pascha's und erhielt erst nach einem Jahre durch Vermitte-lung des englischen Gesandten zu Konstantinopel seine Freiheit. Sein „Nemniron tke allairs cck Olreece" (London 1831) enthalt interessante Nachrichten überBpron. (14)

MiloschObrenowitsch, erster Fürst (Oberknäs) und christlicher Re-gent von Serbien, einer der ausgezeichnetsten Manner seines Volkes, der dasselbedurch seine Umsicht, Klugheit und Mäßigung wieder in die Reihe der selbständigenVölker Europas und zu der Bildung, deren es nach so langem Drucke fähig, zuerheben bemüht ist. Sohn eines Landmanns im Bezirk Nudnik, erwarb er sichzuerst als Handelsgehülfe seines Stiefbruders Milan durch Reisen einige Kennt-nisse, und diente, als beim Ausstande der Serbier dieser zum Woiwoden des rud-niker Bezirks ernannt worden, unter demselben mit solcher Tapferkeit, daß CzcrnyGeorg auch ihn zum Woiwoden bestellte. Anführer eines ansehnlichen Heers,siegte er fast in allen Schlachten. Wahrscheinlich ist, daß die Ähnlichkeit seinesund der Namen seiner beiden Brüder Milan und Iwan mit denen der drei altenHelden der Nation, welche bei der großen Schlacht im Amselfelde 1389 sich biszum Zelt des Sultans wagend — Topliza Milan, Milosch Obilitsch und IwanKossantschitz—, denselben durch einen Dolchstoß tödteten, mit zu dem Ansehen, wel-ches Milosch's Familie bei den Serbiern errang, beitrugen. Als Czerny Georg nachdem Frieden zu Bukarescht 1813 mit den serbischen Häuptern muthlos über dieDonau sich flüchtete, warf sich M. mit 10,000 Serbiern in die Gebirge. Einschwacher Hoffnungsschimmer, noch sei das Land zu retten, und Liebe zu Frau, Kindund Mutter hielten ihn. Die Türken mußten mit dem verzweiflungsvoll Fechten-den unterhandeln. Den Seinen wurde Amnestie bewilligt, er selbst zum Ober-knas von Rudnik ernannt, wobei seine frühere Bundesbruderschaft mit dem Pcnscha von Belgrad wol das Ihrige half. M. beschwichtigte mehrmals den Aufruhrder gereizten Landsleute und gewann dadurch auf gleiche Weise das Zutrauen derTürken und die Achtung der Serbier, die einsahen, daß man zu übereilt gehandelt.Als aber die entsetzlichen immerzunehmenden Grausamkeiten der Türken die Wuthaller Serbier aufs Neue entflammten, stellte er sich bei dem zweiten serbischen Kriege1815 an die Spitze des gesammten Aufstandes. Einheit in der Führung, Festig-keit des Willens, Menschlichkeit gegen die Besiegten liehen seinen Waffen Glück.Auf auswärtige Vermittelung wurde nunmehr Serbien von den Türken selbst derFrieden angeboten, der ihm seine gegenwärtige Verfassung gab. Seitdem regiertM. unter türkischer Oberherrschaft in Serbien, und sein Hauptverdienst ist, demausgesogenen Lande den Frieden zu erhalten und den ökonomischen Zustand dessel-ben zu verbessern. Seine politische Aufgabe ist nicht leicht. Er lavirt zwischen derhohen Pforte und Rußland und weiß sich von beiden unabhängig und mit beidenFreundschaft zu erhalten. Ostreich, welches sich doch einmal erinnern könnte, daßSerbien ihm gehört, steht er fast feindlich gespannt gegenüber; überdies muß ersein kriegerisches Volk, das, von Rachedurst glühend, immer bereit ist, gegen dieTürken aufzustehen, im Zügel halten, und gegen die bosnischen Nachbarn steht erals gewassneter Vertheidiger der durch den Vertrag von Akjerman und den Friedenvon Adrianopel Serbien zugesicherten, früher von ihm losgerissenen sechs Districte.Zudem ist noch ein türkischer Pascha (von Belgrad) im Lande, die Festungen sindvon türkischen Soldaten besetzt, und tausenderlei verwickelte Ablösungen waren undsind zu reguliren. M.'s Klugheit, Festigkeit, vielleicht auch fein Geld und seineList haben ihn durch all diese Klippen und Strudel hindurchgeführt. Als im rus-sisch-türkischen Kriege die Nation vor Begierde brannte und alle Knasen in ihn