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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
123
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zur Gewalt gelangen und sich darin behaupten. Was auf Don M.'s persönlicheRechnung kommt, sind ohne Zweifel die meisten unzweckmäßigen, dem Interesseder Partei selbst nachtheiligen Maßregeln, und besonders manche Abscheulichkeitenund Bestialitäten, welche in den Details der Ausführung vorkommen. Auch wol-len wir keineswegs leugnen, daß einzelne Mitglieder der Partei, besonders solche,die mit Don M. persönliche Berührungen haben, in ihm einen lastigen, schwerzu handhabenden Bundesgenossen finden und den Vortheil, den die Partei vonihm zieht, theuer bezahlen müssen; ja, es ist sogar möglich, daß ihr nicht selten dieGefahr droht, sich das Ungeheuer, dessen sie sich gegen ihre Feinde bedient, selbstüber den Kopf wachsen, ihrer Leitung ganz und gar entgehen und in plan-undzwecklosem, unsinnigem Wüthen Alles in ein gemeinsames Verderben reißen zusehen. Ohne auf mancherlei schlecht verbürgte und durch gerechten Parteihaß viel-leicht entstellte oder übertriebene Einzelnheiten zu viel Werth zu legen, darf mandoch mit vollem Rechte aus Don M.'s früherm Leben auf die Art schließen, wie erjetzt die so viel ausgedehntem Mittel zur Befriedigung seiner rohen Leidenschaftenund grausamen Launen benutzen mag. Der Charakter, der Stand seiner Günst-linge und Vertrauten, z. B. des baronisirten Barbiers von Queluz, die weltkun-digen empörenden Auftritte mit seinen Schwestern u. s. w., sagen in dieser Hinsichtgenug. Schließlich kann der Biograph nicht umhin zu bemerken, daß er nirgendeine beglaubigte Erwähnung auch nur einer einzigen guten Eigenschaft Don M.'sgefunden hat; denn nicht einmal persönlichen Much hat er bei irgend einer Ge-legenheit gezeigt, man müßte denn sein tolles Reiten und Fahren, seine Jagdlustund seine Freude an Stiergefechten als einen Beweis desselben ansehen. SeinAußeres, besonders der Ausdruck seines an die schlimmsten Züge der farbigen Rassenerinnerndes Gesicht entspricht diesem Charakter nicht wenig. (83)

Mi l l er (Moritz von), Oberst im würtembergischen Generalquartiermeister-ftabe, ward den 10. März 1792 zu Stuttgart geboren, der Sohn des Obersten M.,der im Generalstabe der schwäbischen Truppen stand und sich in derMilitairliteraturdurch sein „Lehrbuch der reinen Taktik" (2 Bde., Leipzig 1787—88) rühmlichst be-kannt gemacht hat. Seinen ersten Unterricht erhielt M. in den Gymnasien zu Stutt-gart und Ludwigsburg. Im 13. Jahre kam er als Cadet in das vom König Friedrich1805 neuerrichtete Militairinstktut und trat 1807 als Lieutenant der reitenden Ar-tillerie in die Linie. Er machte 1809 feinen ersten Feldzug und wurde dem General-stabe Vandamme's, der damals das würtembergische Corps befehligte, zugetheilt. Indiesem lehrreichen Feldzuge wohnte M. allen Treffen bei, an welchen die würtem-bergischen Truppen Antheil nahmen, und erhielt am 17. Mai für sein Benehmenwährend des Gefechts bei Linz den würtembergischen Militairverdkenstorden. Biszum Ausbruche des Krieges gegen Rußland ward er in der geheimen Kriegskanzleiverwendet. Beim Ausmarsche des würtembergischen Corps nach Rußland kamM. zu dem Generalstabe des Kronprinzen von Würtemberg, und als dieser wegenKrankheit in das Vaterland zurückkehrte, trat M. in den Generalstab des Grafenvon Scheeler über. Für sein rühmliches Benehmen in der Schlacht bei Smolenskward er zum Hauptmann und später zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Schonzu Anfang des Jahres 1813 marschirte M. mit dem würtembergischen Hülfscorpsunter dem General von Döring nach Sachsen, wo er bald darauf, weil er derfranzösischen Sprache kundig war, dem General Arighi, dem Commandantender Truppen bei Leipzig, als Chef des Generalstabes zugetheilt wurde. Nach sei-ner Zurückkunft in das Vaterland ward er zur Infanterie versetzt und wohnte1814 dem ersten Feldzuge gegen die Franzosen bei. In dem für die würtember-gischen Waffen so rühmlichen Gefechte bei Montereau schwer verwundet, kehrte erin das Vaterland zurück, ward aber nach einer schmerzhaften Operation bald wie-derhergestellt, sodaß er 1815 dem zweiten Feldzuge gegen die Franzosen als Divi-