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nach den neuesten Nachrichten, zu Nauplia lebend, vorläufig in den Ruhestand ver-setzt worden sein soll. (18)
Mickiewicz (Adam), einer der ersten lebenden Dichter Europas, 1798von adeligen aber unbemittelten Altern in Lithauen geboren, erhielt seine erste Bil-dung zu Nowogrodek, kam dann auf das Gymnasium zu Minsk, bezog 1815 dieUniversität Wilna und erhielt nach einigen Jahren die Stelle eines Lehrers ander Schule zu Kowno. Mit einer feurigen Einbildungskraft begabt und unterstütztvon ungewöhnlichem Tiefblick, erwarb er sich sehr bald einen Schatz von Kennt-nissen, und selbst mit Mathematik und Naturwissenschaften war er vertraut. Vor-theilhaft hatten schon zu Wilna Leo Borowski, Professor der polnischen Literatur,und Groteck, Professor der alten Sprachen, sowie Lelewel durch seine geistvollenVorträge über Universalgeschichte auf ihn gewirkt. Die Schwester eines Schul-genossen weckte den Keim des schlummernden poetischen Talents. Seine ersten Dich-tungen, die der Dame seines Herzens unter dem Namen Maria gewidmet waren,erschienen in warschauer und lemberger Zeitschriften und fanden solchen Beifall,daß sich viele angehende Dichter unter seinem Namen in die Gunst des Publicumseinzuschmuggeln wagten. Ungleiche Vermögensumstände trennten das Band derLiebenden; die gefeierte Dichterbraut reichte einem Andern ihre Hand, und diesveranlaßt M. zu der feurigen Schilderung feiner unglücklichen Liebe in dem Ge-dicht „U-imss" (Die Todtenfeier). Mit Enthusiasmus wurde die 1322 zu Wilnaerschienene erste Ausgabe von M.'s gesammelten Gedichten von den Polen aufge-nommen. Er hatte dadurch in feinem Vaterlande der romantischen Poesie die Bahngebrochen. Als Mitglied eines literarischen Vereins, wozu außer Andern auch diebekannten Franz Malewski, Johann Czeczot, Joseph Jezowski, Onuphrius Pie-traszkiewicz und Thomas Zan gehörten, erregte er die Aufmerksamkeit der russi-schen Agenten. Die Folge davon war, daß die Proscriptionsmaßregeln, welche1823 gegen die Universität Wilna ergriffen wurden, auch ihn trafen. Er wurdelange Zeit im Gefängnisse gehalten, und da man keine entscheidenden Beweise ei-ner Verschwörung auffinden konnte, mit vielen andern wissenschaftlich gebildetenjungen Polen ins Innere Rußlands verwiesen. In der Zeit seiner Verbannungmachte er in Begleitung einiger Unglücksgesahrtcn eine Reife in die Krim. Dersüdliche Himmel und die orientalische Natur regten die Kraft seiner Phatasie undseine patriotischen Gefühle machtig an, und in jener Zeit dichtete er an den Userndes schwarzen Meeres jene ergreifenden Sonette, welche den tiefsten innern Schmerz,die feurigste Vaterlandsliebe und die höchste Poesie athmen und von Mirza-Kapt-fchi-Bascha, einem Freunde M.'s, in das Persische überfetzt wurden. Bei seinerAnkunft in Moskau 1826 befahl ihm der Militairgouverneur Fürst Galitzin, infeinem Gefolge zu bleiben, und unter dessen und andern russischen Großen Patronatwurden feine Sonette gedruckt. Später kam er mit Galitzin nach Petersburg,wo er auch durch die Gabe des Jmprovisirens, die er in hohem Grade besitzt, gro-ßes Aussehen machte. Er gab dort 1828 das patriotische Gedicht „Konrad Wallen-rod" heraus, dessen eigentliche, im höchsten Grade patriotische Tendenz, damals vonder russischen Censur verkannt ward. Diese Dichtung, die fast zu einem National-epos der Polen geworden ist, fällt in die Zeit der Kriege der Llthauer gegen die Rit-ter des deutschen Ordens, die auch sie unterjochen wollten, und scheint eine allego-rische Hindcutung auf die neuesten Schicksale des gcsammten Polens unter fremderHerrschaft gewesen zu sein. Außer den bereits genannten Dichtungen sind vorzüg-lich zu erwähnen unter den Romanzen und Balladen: „Swite-üunku" (Name vonUndinen, welche der Volkssage nach in dem See Switez bei Kowno sich aufhalten),„Vu iudie" (Das liebe ich), (Die Rückkehr
des Vaters), „I)i!t!ul-2"(Dec Schalmeifpieler), „lülie" (Die Lilien), „?unl«lunska" (Twardowski's Frau, eines Schwarzkünstlers, des Faust der polnischen