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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
104
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Z04 Mexico

der Ostseite der Barra, welche sich von der Laguna de Tamiagua nach Süden er-streckt, 4^ Meilen von Tampico de las Tamaulipas, Z Meilen nordwestlich vonCabo de Rojo und etwa 48 Meilen nordwestlich von Vera Cruz. Die Flotte wurdevon dem Admiral Laborde commandirt, der die Ausschiffung am 27. Jul. be-wirkte. Am folgenden Tag traten die spanischen Truppen, gegen 3300 Mannstark, unter denen viele Neger und Mulatten sich befanden, und von denen 600Reiter waren, den Marsch nach Tampico de las Tamaulipas, der von euro-paischen Schiffen stark besuchten 57 Meilen nördlich von Vera Cruz gelegenen Ha-fenstadt an, während die erleichterten Schisse die Barre am Eingange des FlussesPanuco passirten und dieselbe Richtung nahmen. Am 7. Aug. besetzten sie ohnebedeutenden Widerstand die Stadt Tampico, nachdem sie sich des Tags zuvor desgegenüberliegenden Ortes Pueblo viejo de Tampico bemächtigt hatten. Sie ver-breiteten unter den Einwohnern die von Vives und Barradas erlassenen Procla-mationen; die des Letztern, vom 4. Jul. 1829, war an die Mexikaner gerichtet,denen er verkündete, daß die Zeit gekommen sei, wo sie Frieden und den frühernÜberfluß wieder gewinnen sollten. Er fodert sie auf, sich von der verderbten Par-tei der Anarchisten zu trennen, welche das schöne Land verwüsteten, blos um aus-landische Abenteurer und die Rädelsführer, von welchen sie tyrannisirt würden, zubereichern. Er befiehlt ihnen ruhig zu Hause zu bleiben und ihren Berufsgeschäf-ten obzuliegen und verheißt ihnen Sicherheit der Personen. Auch andere lockendereMittel wurden angewendet, das Volk zum Abfall zu verführen; jedem Infan-teristen, welcher die Fahne der Republik verließe, wurden 8 Piaster und jedemReiter 15 Piaster zugesichert; die Kriegskasse der Erpedition war reichlich mitGeld versehen. Am 4. Aug. wurde der in Folge der Landung der Spanier außer-ordentlich versammelte Congceß von dem Präsidenten Guerrero mit einer Anredeeröffnet, in welcher er sie an die Wichtigkeit des Augenblicks erinnert, die zuver-sichtlichste Hoffnung des Sieges ausspricht und sie zur Aufbringung der nöthigenGeldmittel auffodert. Aber mehr als der Congreß und die Regierung, die durchdie heimlichen Anhänger der Spanier gehemmt wurden, wirkte der zum Befehlsha-ber der Truppen gegen die Spanier ernannte General Santana durch seine Ener-gie und die schnelle Ausführung seiner Unternehmungen, obgleich er beinahe von al-len Hülfsmitteln, die ihm die Regierung zwar versprochen hatte, aber bei dem trau-rigen Zustande der Finanzen nicht leisten konnte, entblößt war. Er brach mit sei-nem zum Schutze der Küsten schnell zusammengerafften Heere, welches vorzüglichvon Patrioten und Indianern, die ein tödtlicher Haß gegen die Spanier beseelte,verstärkt wurde, am 3. Aug. von Vera Cruz auf, wo er bei den Kaufleuten eineUnterstützung von 50,000 Piastern zu erlangen suchte, aber nur 16,000 erhielt,und schlug sein Lager bei Tuspan, 10 Meilen südöstlich von Tampico, auf. Vorseinem Aufbruch erließ er an seine Soldaten eine neue Proklamation, worin er siezum Much und zur Ausdauer in dem letzten Kampf mit einer thörichten Nation,^welche Mexico die Unabhängigkeit zu rauben suche, anfeuert und den SpaniernTod und Verderben droht. Trotz seinem ganzlichen Mangel an Geld und Le-bensmitteln und den geringen Streitkräften, über die er verfügen konnte, gelang esSantana, Barradas mit seinem Heere gänzlich einzuschließen und zur Uebergabezu zwingen, welche am 11. Sept. 1829 durch eine zwischen Santana und Bar-radas abgeschlossene Capitulation erfolgte. Die Spanier mußten ihre Waffen,Fahnen und Kriegsvorräthe ausliefern, Tampico räumen, sich nach Vittoria zurEinschiffung nach Havana begeben und versprechen, nie wieder die Waffen gegendie Republik Mexico zu ergreifen. So schmählich endete die lange vorbereitete,kostbare Expedition, auf welche Spanien so große Hoffnungen gebaut hatte, undMexico bestand rühmlich die letzte ihm vom Mutterlande her drohende Gefahr.Santana wurde allgemein als der heldenmüthige Befreier gepriesen und gelangteunter den Patrioten zu großem Ansehen.