Mexico
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gesetzliche Ordnung des Staats gebildet hatte, der ehemaligen Tyrannei stets aufsNeue die Hand reichte und sich als unversöhnlich mit dem Geist und den Interes-sen des Landes, das sie bewohnte, erklarte. Ihre Vertreibung geschah für denStaat zur rechten Zeit; denn Spanien, mit dem Geiste in der neuen Welt ebensounbekannt als in der alten, aber angespornt von den vertriebenen Mönchen undGeistlichen und andern Altspaniern und den Gedanken an die ehemals reichenGoldquellen, die ihm bei der steten Verlegenheit seiner Finanzen nur noch reizenderund lockender vorkamen, hatte der Hoffnung auf Wiedereroberung seiner amerika-nischen Besitzungen nie entsagt und hielt die innere Zerrissenheit der Republik durchdie verschiedenen Parteien für den günstigen Zeitpunkt, seinen Eroberungsplanauszuführen. Die Rüstungen zu dieser wichtigen Unternehmung wurden zu Ha-vana gemacht und zum Theil mit dem Geld der aus Mexico vertriebenen Spa-nier bestritten. Der Brigadegeneral Don Isidora Barradas erhielt den Oberbefehlüber die Truppen. Der Generalcapitain der Insel Euba, Dionisio Vives, erließam 17. Iun. 1829 einen Aufruf an die Einwohner von Neuspanien, das ein Mei-sterstück einer wahnwitzigen Sophistik genannt zu werden verdient. „Die altenund heiligen Bande, die euch mit dem Mutterlande verknüpften", heißt es darin,„wurden durch Gottlosigkeit und Berkach zerrissen, und es werden bald acht Jahrezu Ende gehen, in welchen ihr nicht einen einzigen Augenblick jener unschätzbarenRuhe und des gesegneten Überflusses genossen, die drei Jahrhunderte hindurch euerGlück ausmachten. Hierarchien und Rangstufen sind durcheinander geworfen, dieDiener des Altars gemishandelt, die Verehrung des göttlichen Erlösers des Men-schengeschlechts ist vergessen und vielleicht verhöhnt worden und an ihre Stelle wur-den geheime Gesellschaften autorisirt und beschützt, in deren schwarzen ketzerischenSynoden nichts als Sünde geschmiedet wird. Eure Heerstraßen, große und kleineStädte, durch Geächtete geplündert, eure schmuzige Bevölkerung der Unordnungund dem Wahnsinne preisgegeben, und um Jeden zu reizen, daß er in die vorüber-gehenden Plane eingehe, die täglich in dem Gehirne eurer unsinnigen Regierer ent-sprangen, ist euch erlaubt worden, Raub, Plünderung, Mord und jeden Unfugzu begehen. Was ist jetzt noch übrig von jenem friedlichen Lande, dem Muffer derChristenheit und dem würdigen Nachbilde des europäischen Spaniens in der Übungaller Tugenden?" Die Proklamation verspricht, daß Ferdinand VII. mit erbar-menden Augen auf das Unglück und Elend seiner geliebten Kinder in Neuspanienherabgesehen habe und sie wieder in seinen Schutz nehmen wolle. Als die PlaneSpaniens in Mexico bekannt wurden und man sich von der Wahrheit des wahn-sinnigen Unternehmens überzeugte, vereinigten sich alle Parteien brüderlich zumSchutz und zur Verteidigung des Landes gegen den Angriff der Spanier; San-tana erließ unter dem 29. Jul. 1829 von Ialapa aus an die Einwohner desStaats von Vera Cruz, als Gouverneur und Generalcvmmandant einen begei-sternden Aufruf: „Wollt ihr Sklaven sein? Wollt ihr den Namen Mexikanerverlieren und in Schande und Knechtschaft leben? Dann vereinigt euch mit ihnen.Wollt ihr eure Freiheit befestigen, glücklich sein und die Würde freier Männer be-haupten ? Dann thut eure Pflicht. Wer Ruhm oder Tod sucht, der folge meinenFußtapfen. Die Vorwacht ist mir anvertraut, und von diesem Augenblicke an be-reite ich mich zum Kampfe:c." So redete der wegen seiner Tapferkeit geachteteFührer und das ganze Volk war voll Enthusiasmus für den Kampf gegen die Spa-nier. Santana war es auch, der durch seine Entschlossenheit den Einfall derSpanier abwehrte und sie in kurzer Zeit besiegte. Der spanische Kriegszug, wel-cher am 5. Jul. den Hafen von Havana verließ, erschien an d-cr mexikanischenKüste, bis auf das Transportschiff Bingham, welches durch Sturm an die Mün-dung des Mississippi verschlagen wurde, wo die Truppen ausgeschifft werden muß-ten, und warf am 24. Jul. Anker bei Punta de ckeres, ein Niedriges Vorland auf