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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
102
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102 Mexico

ward Präsident, dieser Picepräsident. Sobald diese Wahlresultate bekannt wurdengriff der General Don Antonio Lopez de Santana, Commandant des StaatsVera Cruz, welcher sich auch zuerst gegen den Kaiser Jturbide empört und durchden Abschluß der Convention von Casamata bei Vera Cruz, am 2. Febr. 1823,dessen Absetzung herbeigeführt hatte, zu den Waffen, brach gegen Mexico auf undrückte mit 1500 Mann bis Perote, wo er fein Hauptquartier aufschlug und eineProklamation erließ, in welcher er AnnuUirung der Wahl, Ernennung des Gene-rals Guerrero, die definitive und vollständige Verbannung sämmtlicher Spanieraus dem ganzen Gebiete der Republik foderte und versprach kein Bürgerblut zu ver-gießen, außer zur Selbstverteidigung, und die Waffen sogleich niederzulegen, wenndie Federungen zugestanden würden. Mit Santana verbanden sich der OberstGomez, der Oberst Corde, Commandant des wichtigen Punktes Puente, 14Stunden von Vera Cruz; Zavala, Catanio und Montes in Acapulco erklartensich ebenfalls für die Jnsurrection, viele Indianer schlössen sich Santana an,selbst in der Hauptstadt erklärten sich 500 Mann des 4. Cavalerieregiments fürihn und rückten, nachdem sie ganz Mexico in Bestürzung gesetzt, mit Waf-fen und Gepäck aus, um zu ihm zu stoßen. Die Regierung ihrerseits warnicht unthätig; Vittoria wurde mit diktatorischer Gewalt bekleidet und mußte, ge-gen seine eigne Anficht, Santana für einen Hochverräther erklären, wenn er nichtgleich die Waffen niederlege; auch wurden unter des Generals Rincon Befehlen5000 Mann gegen ihn abgeschickt. Santana mußte vor der Übermacht weichenund verlegte sein Hauptquartier nach Oaxaca, wo es ihm bald gelang, den ganzenSüden aufzureizen. In Mexico selbst erklärten sich die Milizen für Guerreround bemächtigten sich unter der Leitung des Generals Lobato des Arsenals und derBatterien. Am 2. Dec. wurden beide Parteien in den Straßen Mexicos hand-gemein, der Kampf dauerte drei Tage und war blutig; am 4. Dec. entschied sichder Sieg für die indianischen Milizen, mit denen sich Linientruppen und Leperosvereinigt; Raub und Plünderung, welche auch viele europäische Handelshäusertraf, dauerten drei Tage lang; nur strenge Maßregeln der Militairchefs waren imStande, wieder Ruhe und Gehorsam herzustellen; vom 6. Dec. an herrschte wiederOrdnung und Achtung des Eigenthums. Bei dem Ausbruche der Jnsurrectionhatte der Congreß seine Sitzungen aufgehoben und Pedrazza mit den ersten Behör-den die Stadt verlassen; nur Vittoria blieb und vereinigte sich mit den Insurgen-ten. Am 6. Dec. wurden die Behörden aus Anhängern Guerrero's besetzt und dieganze Verwaltung, Vittoria ausgenommen, erneuert; Lobato erhielt das Militair-cvmmando von Mexico, Guerrero übernahm bis zum Antritt der Präsidenten-würde das Kriegsministerium, Santana und die Generale, welche die Waffenfür die Volkssache ergriffen hatten, erkannten die neue Verwaltung an und die con-föderirten Staaten gaben nachträglich ihre Zustimmung. Pedrazza verzichtete aufdie oberste Staatsstelle, verließ Mexico und besuchte Europa, wo er sich längereZeit in Frankreich aufhielt. Der wieder versammelte Congreß bestätigte am1. Jan. 1829 Guerrero's Wahl zum Präfidenten, erklärte das Proscriptionsdecretgegen Santana und seine Anhänger für ungültig und erließ am 20. Mär; einvon allen Patrioten oder der ganzen Nationalpartei laut gefedertes und mit allge-meiner Freude aufgenommenes Gefetz, das alle Spanier ohne Ausnahme definitivund für immer von dem Boden des mexikanischen Gebiets verbannte. Es wurde ih-nen gestattet, alles bewegliche Gut, was auf 140,000,000 Doll. geschätzt wird, mit-zunehmen; 22,000 Spanier verließen das Land; nur einige Militairpersonen vonerprobter Treue für die Republik und die Seeleute durften bleiben, welche 1825 dasspanische Linienschiff Asia, gegenwärtig der Congreß genannt, ausgeliefert hatten.

So wurde das Land durch eine an sich harte aber nothwendige Maßregel von ei-ner Classe der Bevölkerung befreit, welche eine fortdauernde Verschwörung gegen die