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Dritter Band (1833) M bis R
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kann! hatte. Dieser Beschluß wurde von dem Volke cknt allgemeiner Freude auf-genommen und setzte die Spanier, vorzüglich die reichen Kausleute, in außerordent-liche Besorgniß. Bald zeigte es sich, daß diese nicht unbegründet war; in einzelnenStaaten brachen offene Gewaltthätigkeiten und Verfolgungen gegen die Spanieraus; in Acapulco und andern Gegenden bedrohte das Volk mit dem Dolch in derHand seine ehemaligen Herren und unter dem Geschrei: „Tod den Guachupins,Tod den Gothen!" folgte es dem Rufe des kühnen Hidalgos, als er die Fahne desAufstandes erhob. Am 16. Oct. 1827 wurde das Decret zur Vertreibung derspanischen Geistlichkeit erlassen und am 23. von dem Vollziehungsrathe bestätigt.Die Erbitterung wurde immer allgemeiner, in vielen der größern Städte sodertedas Volk ihre ganzliche Vertreibung; so mußte die Legislatur von Vera Cruz imDec. 1827, um das Volk zu beruhigen, den Beschluß fassen, daß alle Spanierunter 50 Iahren binnen 30 Tagen den Staat verlassen sollten, diejenigen aus-genommen, welche für die Unabhängigkeit gefochten. Um diese Zeit nahmendie Parteien, die aristokratischen und demokratischen Jndependenten, eine entschie-dene Stellung, und die von der Freimaurerei entlehnten, spater so bekannt gewor-denen Namen Uorkinos und Escoceses (Schotten) an. Im Verlaufe derRevolution haben die mexikanischen Parteien ihre Namen öfters gewechselt; wäh-rend des Kampfes gab es Patrioten und Guachupins (AnHanger der Spanier so-wol als diese selbst); nach dem Siege und unter Jturbide's kurzem KaiserthumRepublikaner und Imperialisten; endlich nach der Einführung der ConstitutionFöderalisten und Centralisten, und spater eine Partei des Landes und eine derCreolen, von denen die zwei vorhergenaunten zwei verschiedene Fraktionen sind.Die Partei des Landes, welche sich selbst Patrioten oder die Altmexkcaner nennt,ist die zahlreichste, weil sie fast alle Indianer und Stamme von gemischtem Bluteenthält. Die Fraktionen dieser Nationalpartei weichen nur in einzelnen Punktenvoneinander ab und die Creolen benutzen diese Meinungsverschiedenheit, um sie inneue Parteien zu spalten und so ihrer getrennten Kraft langer Meister zu bleiben.Ein Theil der Nativnalpartei will fortdauernde Feindschaft mit Spanien und sieauch nach einem möglichen Frieden nicht ins Land kommen lassen; ein andererTheil verlangt die Säkularisation der Kirchengüter und die Tilgung der Staats-schuld mit ihrem Ertrage und wünscht den Erpressungen der Priester durch eineFixirung des Gehalts ein Ende zu machen; sie werden von der Geistlichkeit Insi-delcs, Ungläubige, genannt; endlich will ein dritter Theil der Patrioten eineGrundsteuer eingeführt haben, wodurch ein stehendes Staatseinkommen gebildetwürde. Aber dieser zweckmäßigen und vortheilhaften Einrichtung arbeiten die gro-ßen Gutsbesitzer unter den Creolen entgegen, welche oft im Besitz von 50 —100,000 Morgen sind. Die Partei der Creolen beherrscht seit Mexicos Unabhän-gigkeit das Land mit Hülfe der Generale, der Geistlichkeit, der Richter und Advo-katen, der Beamten und Monopolbcsi'tzer, welche größtenteils Creolen sind. DiesePartei zerfallt ebenfalls in zwei Schattirungen. Die aristokratische Partei strebtdie Vorrechte der Kirche und des Grundeigenthums aufrecht zu erhalten und einigevon ibnen sind selbst noch heimliche Anhänger der Spanier. Sie werden Vorkinos,auch Anglicanos genannt, weil sie unter englischem Einfluß stehen. Die zweiteSchattirung der Creolenpartei möchte das Föderativsystem umstürzen und eineCentralregierung einführen, daher sie denn auch Centralisten und, den YorkinoSgegenüber, Escoceses genannt werden; sie zahlt viele Mitglieder in der Kirche unddem Heer und besteht aus liberalen Creolen, den alten Imperialisten und ausSpanischgesinnten. Jedoch sind diese Parteien wie offene Feldlager, wo nach demIncercsie der Einzelnen ab- und zugegangen wird. Viele liberale Creolen haben sichauch aufrichtig mit den Patrioten oder der Nationalpartei verbunden, welche derNatur der Sache nach über kurz oder lang die herrschende werden muß.