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Dritter Band (1833) M bis R
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Mexico

ciplinirt. Nach dem Gesetze sind alle Bürger, also auch die Indianer, von 18—21Jahren, zu dreijährigem Dienste im stehenden Heere verpflichtet. Jeder Staat hateine Miliz, von welcher ein Theil zum Bundesheere gehört, das gegenwartig25,000 Mann stark ist. Nach den drei Dienstjahren' können sie in ihre Heimatzurückkehren, oder sich von Neuem dem Heere einreihen lassen; im Nothfalle aberkönnen sie auch nach Hause zurückkehren. Auf diese Weise gelang es ein ansehn-liches Heer zu bilden, das größtenteils aus Indianern besteht. Jedes indianischeDorf hat seinen Alcalden, oder indianischen Vorsteher, welche auf zwei Jahre ge-wählt werden. Da, wo sich noch Abkömmlinge der alten Kaziken vorfanden, siel dieWahl meist auf diese. Nächst dem Alcalden ist der Pfarrer die vornehmste Personim Orte. Die spanischen und creolischen Priester, welche ihre Stellung zum Zu-sammenscharren von Geld benutzen und die Indianer auf jede Weise tyrannisiren,dabei gewöhnlich einen höchst ärgerlichen Lebenswandel führen, sind verhaßt. Esherrscht unter den Indianern noch eine große Neigung zu dem Götzendienst ihrerVäter vor, und die Furcht, daß die ganze Urbevölkerung, also die Hauptmasse desStaats wieder zu dem alten Heidenthume zurückkehren möchte, ist einer der Haupt-gründe, warum das mexikanische Grundgesetz die katholische Religion zur Staats-religion erhob. Der Unterricht unter den Mexikanern ist noch sehr zurück. Essind unter ihnen Lancasterschulen errichtet, und sie sind gehalten bei ihren Pfar-rern schreiben und lesen zu lernen; aber da Viele die spanische Sprache, welchein Mexico die herrschende ist, nicht verstehen und eine Abneigung gegen dieselbehaben, in den indianischen Dialekten aber keine Bücher gedruckt werden, soverhindert dies die Verbreitung der Kenntnisse sehr. Die Sklaverei wurdeohne große Schwierigkeiten abgeschafft. Die Neger und Mulatten befreitensich selbst oder erlangten ihre Freiheit während des Krieges. Die Indianer liebenzwar die Neger nicht, doch finden Verbindungen unter ihnen statt. Die Abkömm-linge aus solchen Mischungen, die Zambos, sind stark und geschickt, ertragen dastödliche Klima in den Niederungen besser und sind gegen das gelbe Fieber mehr alsdie Weißen, Indianer und selbst die Neger geschützt. Die Mestizen vereinigen dieguten Eigenschaften ihrer Altern; sie haben schöne Gesichtszüge, sind thätig, be-triebsam und anständig und ihre Weiber hausig besser als dieCreolinnen. Die Wei-ßen in Mexico sind in drei Classen getheilt. Alle außer Landes Geborene heißen,wenn sie nicht Spanier sind, Esteros. Die Indianer lieben diese Fremdlinge, wennsie ihre Sitten und Gebräuche annehmen, vorzüglich wenn sie ihre Sprache lernen.Durch fünfjährigen Aufenthalt im Lande erlangt jeder Fremde das Bürgerrecht.Die katholischen Franzosen und Italiener amalgamiren sich bald mit den Eingebo-renen; die frühere Vorliebe für die Nordamerikaner hat aufgehört; die Engländersind wegen ihrer Sitten und wegen ihres Stolzes nicht beliebt, aber sie verschaffensich durch ihr Geld und ihre Talente Achtung. Guachupins, Spitzköpfe und Spa-nier sind in Mexico gleichbedeutend; sie waren einst im Besitze aller Ehrenstellenund Einkünfte in der Regierung, im Heere und in der Kirche, deren Verbindungsonst von den schönen Creolinnen eifrig gesucht wurde, jetzt aber sind sie allgemein,selbst von ihren Kindern verabscheut. Seit der Vertreibung der Spanier ist dieLeitung der öffentlichen Angelegenheiten in den Händen der durch Reichthum undhöhere Kenntnisse vor den Indianern sich auszeichnenden Creolen; sie. sind bei-nahe im Besitze aller Stellen, müssen jedoch einige schon mit den Indianern thei-len, welche allmälig auf dem Congreß und in der Legislatur die Majorität bildenwerden. Diese beiden Classen verschmelzen sich unter dem erneuerten National-namen der Mexikaner. Die Mestizen, obgleich sie sich nrehr zu den Indianern nei-gen, bilden das Verbindungsglied zwischen diesen und den Creolen. Der Charakterder Creolen ist eine Mischung von vielen guten und schlechten Eigenschaften. Siesind liebenswürdig, heiter, thatig; aber auch eitel, leichtsinnig und betrügerisch, zu