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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
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Mepco

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geschmeidiges, einschmeichelndes Wesen gewann ihm die Gunst der Minister. Ebendiese Eigenschaften aber setzten ihn in Stand, mit Erfolg für den UltramontaniS-mus und an dem Umsturz der durch das Staatsgrundgesetz gegebenen Bürgschaften^ zu arbeiten. Er wurde zwar 1826, aber nicht 1829 wiedererwählt, und wirkte. nun, wenn nicht chatiger doch gewiß offener für das Interesse der Priesterpartei,welcher er durch feine Ranke mehre redliche und vaterlandisch gesinnte Manner zugewinnen wußte. Als der Pöbel zu Brügge im August 1829 das Eigenthum desder ultramontanen Partei verhaßten Saudelin beraubte und plünderte, wurdeM. von der öffentlichen Stimme einer Nachsicht beschuldigt, die feinem bis da-hin unbescholtenen Rufe schadete. Nach dem Ausbruche der Revolution, welchedas Werk der von M. so eifrig begünstigten katholisch-liberalen Partei war, se«hen wir ihn als Mitglied des Eongresses, der zweiten Kammer und endlich al«Gouverneur von Westflandern. Er war einige Zeit im Ministerium und zeigte be-sonders als Minister der auswärtigen Angelegenheiten eine Geschicklichkeit, die ihnüber feine Vorganger wie über seine Nachfolger stellte. Spater ward er wiederGouverneur von Brügge, was er noch jetzt ist. (74)

Mexico (Mejico), oder die Republik der 21 mexikanischen Staa-ten. Die vereinigten Staaten von Mexico bildeten durch die Constitution vom 4.Oct.

1824 ihre Verfassung nach dem Vorbilde der nordamerikanischen. Neunzehn Staa-ten und neunGebietstheile, letztere nördlich und an denGcenzen der VereinigtenStaa-ten gelegen, waren die Bestandtheile der Conföderation. Ein Senat von zwei Mit-gliedern auf jeden Staat und einem Deputirten für jede Volkszahl von 80,000Seelen bilden den Congreß. Jedes männliche Individuum von 18 Jahren istWahler, ohne Rücksicht auf Eigenthum, Steuerabgabe oder Farbe. Indianer undMestizen, Neger und Mulatten sind gleich freie Bürger und Wahler, und dasmexikanische Staatsgrundgesetz weicht darin wesentlich von dem nordamerikani-schen ab. Die Volkszahl betragt jetzt gegen 8 Millionen, 1794 nur 54 und

1825 etwa 64 Millionen; die Bevölkerung hat also seit der Unabhängigkeit desStaats beträchtlich zugenommen, obgleich man berechnet, daß 300,000 Einwoh-ner durch Kriege und die Revolutionen ums Leben gekommen sind. Sie theilt sich:1) in Indianer reiner Rasse, die zahlreichste Volksclasse, ungefähr 4 Millionen;

dM 2) Mestizen, oder Abkömmlinge von Spaniern und Indianern, ungefähr 2 Millio-n> ^ nen; 3) Creolen, oder Abkömmlinge von Spaniern, gegen 1,200,000 Seelen; 4)n W Aambos, oder Abkömmlinge von Indianern und Negern,ungefähr 600,000, wennW« man die von Weißen und Schwarzen abstammenden und mehre andere Rassenh Miis farbiger Menschen dazu rechnet; 5) Neger, die gegen 100,000 Köpfe zahlen; 6)Ms Guachupins, oder Spanier, die in Spanien geboren und gegenwärtig auf etwairM 10,000 herabgefchmolzen sind, während sie vor der Revolution und den letzten Ver-treibungen 80,000 Köpfe zählten; endlich 7) Esteros, oder Fremde aus verschiede-nen Nationen; Engländer, Franzosen, Deutsche, Amerikaner, etwa 15,000. DieHerrfchaft der Spanier ging in der Revolution an die Creolen über, diese mußtenden Indianern, um die Revolution durchzuführen, Rechtsgleichheit gestatten. DieIndianer bilden die Hauptmasse des Volkes; neun Zehntheile von ihnen sind Land-bauer; sie werden als sanftmüthig, höflich, fleißig, gut, ehrlich und dankbar geschil-dert, die einander liebten, ihre Altern verehrten und weder zu stehlen noch zu betrügensuchten. Die in der Nähe der großen Städte, welche durch das Beispiel der Creolenverdorben, machen jedoch hinsichtlich dieser guten Eigenschaften eine Ausnahme. AnKörperkraft stehen sie den nordamerikanischen Indianern nach. Ihre Gesichts-farbe ist gewöhnlich rothbraun, ihr Wuchs klein. In den Gebirgen sind sie so hellfar-big als die Creolen, ihre Frauen sind schön und weißer als die Creolinnen. Die India-ner sind gute Soldaten zu Pferd und zu Fuß. Nor der Revolution war ihnen der Ge-brauch der Gewehre verboten ; gegenwärtig sind sie als Miliz gut bewaffnet und dis-Conv.-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. III. 7