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Meteorologie
nen. Wird etwa im Winter die Thür eines geheizten Zimmers geöffnet, so fließtoben die Luft aus der warmen Stube nach außen, in der Tiefe die kalte Luft vonaußen nach der Stube. Um die Richtungen der Warme zu erkennen, ist dieFlamme einer brennenden Kerze die beste Windfahne, im obern Theile der Öffnungwird sie nach außen, im untern nach innen getrieben. Auf demselben Principe be-ruht die Einrichtung der Windöfen, der Schornsteine, der Glascylinder über denLampen u. s. w. Wenige Erscheinungen zeigen uns die Richtigkeit des Gesetzes soausfallend, als der Wechsel der Land- und Seewinde an den Küsten, d?n wirzwar allenthalben, aber nirgend so auffallend erkennen als zwischen den Wende-kreisen. Dort herrscht um 9 Uhr Morgens fast völlige Windstille, dann erhebtsich hart an der Küste ein schwaches Lüftchen vom Meere, welches nach und nachstarker wird, sich tiefer ins Land und ins Meer verbreitet. Dieser Wind heißt derSeewind und ist etwa um 3 Uhr Nachmittags am stärksten. Er wird nach und nachschwacher und zur Zeit des Unterganges der Sonne hört er auf. Es folgt eineWindstille, welche etwa eine Stunde dauert, es erhebt sich ein schwacher Windvom Lande (Landwind), welcher nach und nach starker wird, zur Zeit des Son-nenaufganges am stärksten weht, dann schwächer wird und gegen 9 Uhr Morgensverschwindet. Dieses Phänomen, von welchem uns zuerst Dampier eine richtigeBeschreibung gegeben hat, wiederholt sich in manchen Gegenden das ganze Jahraus dieselbe Weise. Die mittlere Wärme ist hier über dem Meere und Lande gleich,aber am Tage wird das Land stärker erwärmt, die Luft fließt mithin in den obernSchichten vom wärmern Lande gegen das kältere Meer, in den untern vom kälternMeere gegen das wärmere Land; diese Temperaturdifferenz ist etwa um 3 Uhr amgrößten, der Wind am lebhaftesten; sowie in der Folge das Land schneller erkaltetals das Meer, nahern sich beide Temperaturen, der Wind wird schwächer und ver-schwindet endlich ganz, wenn zur Zeit des Sonnenunterganges Festland und Meergleich warm sind. Jetzt aber erkaltet das Land mehr als das Meer, der Unterschiedwird am größten zur Zeit des Sonnenaufganges, die Lust fließt oben vom war-mem Meere gegen das kältere Land, unten vom kältern Lande gegen das wär-mere Meer.
Es ließen sich eine Menge ähnlicher Fälle erwähnen; es möge genügen hierauf eine Erscheinung aufmerksam zu machen, welche sich mit Leichtigkeit in unser»Gegenden beobachten laßt. Wenn nach einem heißen Tage und bei großer Wind-stille sich plötzlich ein Gewitter erhebt und dieses zum Orte des Beobachters gelangt,so geht dem Gewitter meist ein sehr heftiger Sturm vorher, welcher von den Ge-witterwolken ausgeht. Wendet man die Augen nach oben, so sieht man eineMenge kleiner Wolken, welche sich mit Schnelligkeit gegen die Hauptmasse bewe-gen. Beobachtet man das Barometer, so findet man ohne Ausnahme, daß eseine oder mehre Linien steigt, sowie das Gewitter sich dem Scheitel nähert. Dieganze Atmosphäre war durch das vorhergehende Wetter stark erwärmt; mitSchnel-ligkeit bilden sich die Wolken, die beschattete Gegend wird kälter; sinkt der kalte,vielleicht mit Hagel verbundene Gewitterregen in die Tiefe, so nimmt die Tempe-ratur mit ungemeiner Schnelligkeit ab, in einer Viertelstunde sinkt das Thermo-meter vielleicht um 10°. Es bewegt sich die Luft oben mit Schnelligkeit aus derwärmern Gegend nach der kältern und indem der Wind dahin große Wolkenmaffentreibt, wird stets neuer Vorrath für den folgenden Regen herbeigeführt. In derTiefe weht ein lebhafter Wind von der kalten Gegend, in der sich das Gewitter be-findet, nach allen Seiten. Eine unmittelbare Folge dieses Gesetzes ist der ewigeWechsel der Winde und der Witterung in unsern Gegenden. Stellen wir uns vor,die Erde sei auf ihrer Oberfläche ganz eben und die Sonne stehe unverrückt in einemPunkte des Äquators. In diesem Punkte häuft sich eine große Menge von Wärmean, während alle übrigen Punkte desto kälter werden, je weiter sie von ihm ent-
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