Druckschrift 
Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
89
Einzelbild herunterladen
 

>»

Meteorologie 89

untem Luftschichten hangt von der Beschaffenheit des Bodens ab. Dunkles Ge-stein, vegetationsleerer Sand sind am Tage weit wärmer, in der Nacht kalter alsbewachsene Gegenden; in diesen ist der Unterschied größer als auf den Meeren.Aber dieser Zustand ist Ursache von Bewegungen und Veränderungen in derAtmo'phare.

M dtt

Stellen wir uns vor, es sei die Oberflache der Erde und die Grenze derAtmosphäre liege in e v, ist ferner die Luft an allen Stellen über gleich warmund vollkommen in Ruhe, so ist ebenso weit von entfernt, als v von U undein Barometer steht allenthalben auf^L gleichhoch. Es werde nun der Bodenund die Luft über L? weit stärker erwärmt, als über und L?, so wird dieLustsäule (kUk'L stärker ausgedehnt und ihre obere Fläche rückt nach I K, wäh-rend e (k und kl v an derselben Stelle bleiben. Das Gleichgewicht ist aufgehoben.Sowie sich ein Tropfen Wasser, den man auf die Oberfläche einer größern Massegießt, sogleich ausdehnt, bis die Oberfläche wieder horizontal wird, so fließt dieLuftmasse I(kHX so lange nach allen Richtungen, bis die gemeinsame Oberflächeder Atmosphäre Al allenthalben gleich hoch ist; wir finden also in der Höhe einenWind, welcher von der warmern Gegend nach der kältern geht; da ferner ein Theilder über L? befindlichen Luftmasse abgeflossen ist, so sinkt hier das Barometer.Betrachten wir jetzt die unterste Luftschicht. Links von ? ist zwischen L und ? derverticale Druck der Luft kleiner als zwischen ? und L, und da die Luft als flüssigerKörper ihren Druck nach allen Seiten fortpflanzt, so ist in der Tiefe der Druck,welchen die über ? befindliche Luftmasse erleidet, nach der Richtung v? größerals nach der Richtung L?, es findet daher eine Bewegung der Luft nach derRichtung L 5, d. h. ein Wind statt. Eben dieses gilt von und wir sehen da-her, daß in der Tiefe ein Wind von der kältern Gegend nach der wärmern stattfin-det. Ist diese Luft hier angekommen und dauert die Temperaturverschiedenheitzwischen den angeführten Gegenden noch fort, so entsteht hier bald ein regelmäßigerKreislauf. Die kalte Luft kommt in ? an, wird dort erwärmt, steigt in dieHöhe, fließt abwärts und sinkt in die Tiefe, um den erwähnten Lauf aufs Neue zubeginnen.

Der mitgetheilte Satz ist einer der wichtigsten der Meteorologie und eine un-mittelbare Folge aus den einfachsten Gesetzen des Gleichgewichts flüssiger Körper.Ohne zusammengesetzte Apparate läßt sich seine Richtigkeit auf folgende Art erken-