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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
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Meteorologie

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Sonne, Mond, Sterne und Inneres der Erde zu Hülfe gerufen. Man vergaß,daß die Erscheinungen hier im hohen Grade complicirt sind, daß ein Phänomen,welches aber noch Wirkung vorhergehender Erscheinungen war, im nächsten Mo-mente bereits eine der Ursachen künftiger Phänomene wird; daß man hier Tausendevon Phänomenen vergleichen müsse, um die Naturgesetze zu finden. Dazu kam,daß die Beobachtungen selbst nur auf einem kleinen Räume der Erde angestelltwurden, daß gewjß viele Gesetze, hätte man auch das richtige Verfahren bei Be-arbeitung der Beobachtungen befolgt, local waren, daß sie nur klimatologischerGeM Thatsachen gewesen, welche erst dann zu eigentlich meteorologischen Gesetzen erho-^ w den wurden, wenn man diese Untersuchungen auch zwischen den Wendekreisen undin den Polargegenden, an den Küsten des Meers und im Innern der Continente,sich in den Ebenen und auf Bergen anstellte und die gefundenen Resultate verglich.>erG^. Die Untersuchungen von Newton und Huygens, in der Folge die elektrischenoch M Phänomene, lenkten die Aufmerksamkeit der Gelehrten auf andere Theile der Phy-sik; die Meteorologie, an welcher alle Bemühungen scheiterten, ward vergessen.Da entdeckte Franklin die elektrische Natur des Blitzes und aufs Neue richtete mandie Augen nach oben. Was bis dahin weder die Gestirne noch die Erde bewirkthatten, das sollte die Elektrizität verursachen. Fast wäre aber auch hier der Eiferbald erloschen, hätten nicht zwei Genfer auf die Wichtigkeit des Gegenstandes auf-merksam gemacht. Horace Benedict von Saussure und I. A. Deluc bemühten sichdie Natur im Großen zu erforschen; die Alpen wurden von ihnen häufig besucht,die wechselnden Erscheinungen in den Gebirgen verfolgt. Beide machten auf dieWichtigkeit gleichzeitiger Beobachtungen aufmerksam, beide verbesserten alte In-strumente oder erfanden neue. Während aber Saussure, ein ebenso genauer Ex-perimentator als scharfer Beobachter, mit umfassendem Blicke auf Dasjenige auf-merksam machte, was in allen Theilen der Wissenschaft zu thun wäre, konnte De-luc sich nicht über das Detail erheben, ihm ging die allgemeine Übersicht verloren.Als er in der Folge nach Lonoon gegangen war, da entfernte er sich immer mehrvon dem richtigen Wege, und während Saussure bei Bearbeitung aller seiner Ab-handlungen stets seine heimatlichen Berge vor Augen behielt, schrieb Deluc seine„Ideen über die Meteorologie" hinter seinem Studirtische. Mit so großem Beifalldieses Werk auch aufgenommen wurde, so kann man doch ohne Übertreibung be-haupten, daß er durch seine gewagten und unhaltbaren Hypothesen der Wissen-schaft ebenso viel geschadet habe, als er ihr durch seine frühern Untersuchungenüber die Modifikationen der Atmosphäre nützte. Dieser Schaden ward um so grö-ßer, da er ein vollständiges System schrieb, welches sich ohne Mühe in den Jahr-büchern der Physik mittheilen ließ; die Bemerkungen von Saussure, welche nichtin dieses System paßten, wurden übersehen.

Die größten Schwierigkeiten zeigten sich dem Physiker in dem Mangel guterBeobachtungen. Zwar hatte schon Reaumur seine Thermometer nach allen fran-zösischen Colonien geschickt, die medicinische Gesellschaft in Paris die GelehrtenFrankreichs zu Beobachtungen aufgefodert, aber theils ließen die Instrumente vielzu wünschen übrig, theils ruhten die Tagebücher in den Archiven der Gesell-schaften, ohne Gemeingut der Gelehrten zu werden. Da entschloß sich Karl Theo-dor von der Pfalz zur Stiftung einer meteorologischen Akademie, Instrumentewurden nach vielen Punkten in Deutschland, Frankreich, Rußland, Italien undselbst nach Amerika geschickt, die Tagebücher selbst abgedruckt, und wenn auch die12 Bände von Beobachtungen nur zum Theile berechnet sind, so werden die„Ephe-meriden" der manheimer Societät noch lange eine der wichtigsten Fundgruben fürden Meteorologen sein. So dankenswerth auch die Arbeiten von Saussure undandern Gelehrten aus der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts sind, so hatten siedoch einen gemeinsamen Fehler. Es waren nur die Erscheinungen des westlichen