M6ry
Meteorologie
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M. regelmäßig unter den eingeschriebenen Rednern auftreten. Unter diesen Vor-tragen sind namentlich auszuzeichnen: die beiden Reden in Bezug auf Wiederher-stellung der Verfassung und Freiheit der Presse, beide von eindringlicher, das Ge-müth ansprechender Beredsamkeit, die Rede über Emancipation der Juden, mitzeitgemäßen Vorschlagen hierzu, die Rede über die standbsherrli-chen Verhaltnisse,eine ausführliche staatsrechtliche Erörterung derselben, sowie des tz. 14 der Bun-desacte, und endlich die Rede über die Verantwortlichkeit der Minister, deren In-halt zu dem Klarsten und dem Repräsentativsystem Entsprechendsten gehört, wasüber diesen Gegenstand noch gesagt worden. Außerdem war M. Berichterstatterüber die Aufhebung der Administrativjustiz und über die Einführung der neuenProceßordnung; auch nahm er wesentlichen Antheil an den Debatten über die Ge-meindeordnung, wobei er durchaus auf demokratische Principien zurückging. Beidieser ganzen parlamentarischen Wirksamkeit nahm er seine Hauptrichtung auf völ-lige Ausbildung der Verfassung nach ihrem Geist, Herstellung ihrer Garantienund praktischer Gestaltung des Repräsentativsystems; — eine Tendenz, in welcherer sich unausgesetzt gleich blieb und auch anerkannt sah, einmal sogar durch die ei-nem Regierungscommissair entschlüpfte Äußerung, welche ihn für „einen der con-sequentesten Liberalen" erklarte. Als Redner ist M. gedankenreich, kraftig, licht-voll, gedrangt, besonnen und mehr denVerstand als die Phantasie bestechend; in denoft von so vielen Rednern geführten Debatten erwarb er sich den Ruf, daß er aucheinem schon vielseitig besprochenen Gegenstand oft noch eine neue oder eigne Seiteabzugewinnen wußte. Bald nach dem Schlüsse des Landtags sah sich M. auch alsRichter in eine politische Stellung versetzt, indem nach der eingetretenen Reactiondie Regierung als Partei auftrat und Fragen des constitutionnellen Staatsrechtsbei den Gerichtshöfen zur Entscheidung kamen. Bei dem Preßproceß Welcker'swegen eines Artikels im „Freisinnigen", wobei der Gerichtshof, die Aufhebungeines Gesetzes durch eine bloße Verordnung und sogar eine rückwirkende Kraft derletztern anerkennend, die Öffentlichkeit der Verhandlungen versagte, war M. unterden vier die Minorität bildenden Hofgerichtsrathen, welche den Angeklagten völligfreigesprochen wissen wollten und eine motivirte Erklärung darüber zu den Actengaben. Seit dem Ott. 1830 gibt M. mit Bekk in Karlsruhe und Andern die„Annalen der badischen Gerichte" heraus, wozu er Beiträge aus den Verhandlun-gen des freiburger Hofgerichts liefert. (22)
Me'ry, s. Barth elemy und Mery.
Meteorologie ist derjenige Theil der Physik, welcher sich mit den Me-teoren, d. h. mit den Erscheinungen in der Atmosphäre beschäftigt. Da die Rei-henfolge, in welcher diese Erscheinungen sich an einem Orte zeigen, das Wetter,die Witterung bestimmt, so ist der Ausdruck gleichbedeutend mit Witterungskunde.Dieser Theil der Physik ist unstreitig derjenige, auf welchen die Menschen zuerstihren Scharfsinn wendeten; zu auffallend ist z. B. das Gewitter mit den dazu ge-hörigen Erscheinungen, als daß es ganz unbeachtet hatte bleiben sollen. Die älte-sten Völker, von welchen wir historische Überlieferungen haben, sowie viele der-jenigen, mit denen wir in den letzten Jahrhunderten durch europäische Seefahrerbekannt geworden sind, haben diese Erscheinung Göttern zugeschrieben; einen sol-chen Eindruck aber machte dieselbe auf den Naturmenschen, daß es meist derhöchste der Götter ist, welcher den Blitz zur Erde schleudert. Ja, es ließe sich leichtzeigen, daß die meisten Religionssysteme in Gegenden, wo die Völker ihre Wohn-sitze behielten und nicht von andern unterrichtet wurden, ihren innern Grundzum Theil in dem Wechsel der Meteore haben. Im Innern Asiens, wo der Him-mel fast stets heiter ist, die Sonne mit mächtiger Kraft wirkt und Wolken sichhöchst selten zeigen, finden wir bei den Feueranbetern sowie bei Abraham dieIdee eines einzigen Gottes, mehr oder weniger rein ausgebildet. In Ägypten,