Merimee
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seinen Eifer die Todesstrafe, auf welche der königliche Advocat Marchangy antrug,nicht von dem Haupte des Angeklagten abwenden. Zu derfelben Zeit vom GeneralVerton berufen, um ihn vor den Afsifen von Poitiers zu vertheidigen, konnte ervom Siegelbewahrer Peyronnet nicht die erfoderliche Erlaubniß erlangen, sichdahin zu begeben. Vergebens trug er beim Präsidenten der Assisen auf die Er-laubniß an, den General Verton als Freund zu vertheidigen. Der General wolltekeinen andern Vertheidiger annehmen. Vergebens wandte sich M. an den Cassa-tionshof, um nachzuweisen, daß der Generalprocurator und der Präsident derAssisen von Poitiers sich in dem Proceß gegen Verton eine Verfälschung erlaubthätten. Er war nicht glücklicher in dem Processe des „(üourrier iruv^uis" imApr. 1823. Diese Zeitung wurde auf 14 Tage suspendirt. Im Dec. 1825 ver-teidigte er den „(üourrier" gegen eine Tendenzanklage, und diesmal wurde dasBlatt freigesprochen. Durch diese und andere Processe ward M. einer der volks-tümlichsten Männer Frankreichs. In seinem 40. Jahre zum Abgeordneten er-wählt, stimmte er, einer der 221, für die Adresse gegen Polignac. Nach derJuliusrevolution ward er Minister des Unterrichts, war aber dazu nicht so geeig-net als zum Justizministerium, welches er unter Lafsitte erhielt. Als bei demStreite zwischen dem Generalprocurator Persil und dem Procurator Comte, wel-cher Letztere die strengen Maßregeln seines Vorgesetzten gegen die Presse ungernausführte, die Regierung sich auf Anstiften Dupin's für Persil erklärte, verließM., ein alter Freund Comte's, das Ministerium. Er blieb aber Anhänger derRegierung, unterstützte sogar oft den Minister Perier, zerfiel aber dadurch mit derOpposition. Unter M.'s Schriften nennen wir außer den gedruckten „?Iuido^ers"für Scheffer und für den „(iourrier tran^uis", die „Notice sur AlirukEuu" vor den„Oeuvres de Mrulleau" (9 Bde., Paris 1825 — 26), und mehre Artikel im„louruul Aenerul de legislution et de jurisprudence". (15)
Merim ee (Prosper), einer der ausgezeichnetsten Schriftsteller Frankreichs,wurde um 1800 geboren, und nachdem er in Paris die Rechte studirt hatte, ließ ersich unter die Zahl der Advocaten aufnehmen, seine Neigung aber zog ihn bald ganzzurLiteratur und er ist, wie es scheint, nie vor Gericht aufgetreten. Er gründete sei-nen Ruf durch eine 1824 erschienene Sammlung von Schauspielen, die er unter demTitel: „l'lleütre de (dura Ola^ul" als angebliche Übersetzungen aus dem Spanischenherausgab. Diese Leistungen, obgleich seine Erstlinge, gehören zu den vorzüglich-sten, die wir von ihm haben, und zeichnen sich durch kühne Erfindung, geistreicheBehandlung und Ausführung der Einzelheiten, durch Wahrheit der Situationenso sehr aus, daß sie ihm gleich nach ihrer Erscheinung einen der ersten Plätze in derneuern französischen Literatur sicherten. Er ließ 1827 unter dem Titel: „Olu-Ia"eine Sammlung einzelner Dichtungen drucken, die er für Übersetzungen illyrischerPoesien ausgab, und viele einsichtsvolle Beurtheiler ließen sich täuschen, so treuhatte M. die illyrische Volkthümlichkeit wiedergegeben. Göthe verrieth die Maskeund nannte bald nach der Erscheinung des Buchs den wahren Namen des Verfas-sers. „1.» lacquerie" (Paris 1828) ist eine Reihe dramatisirter historischerScenen und erinnert durch diese Form an Vitet's „varricades". Man findet hierzwar sehr schöne Situationen und M.'s glänzendes Talent, doch sind diese Dar-stellungen zu gedehnt, als daß man sie mit seinen übrigen Leistungen auf gleicheLinie stellen könnte. Er erhöhte dagegen seinen Ruhm durch den Roman „I^ucüi-oriitjue du temz>s de (llwrles IX" (Paris 1829), der sich durch Kraft, poe-tischen Schwung, jugendlich frische Phantasie, charakteristische Scenen, geschicktausgeführte Portraits, einen lebendigen kräftigen Styl und oft durch historischeWahrheit auszeichnet. Seitdem hat M. nur Novellen geliefert. Die Erzählun-gen: ,Matev ?u!cone", „l'umanAo", „I^-r ziartie de trictruc", „I^.e vase etrus-hue", tamille t^urvchul", „I^e curosse du 8t. 8ucrement" gewannen großen
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