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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
82
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82 Merilhou

(Stuttgart 1831) wird von Östreichern selbst öffentlich als dasjenige Buch em-pfohlen, das sich am wahrhaftesten und treffendsten über den Nationalcharakter derOstreicher und namentlich der Wiener, über die dortigen literarischen Verhält-nisse u. s. w. ausspricht. Seit 1829 gibt M. das „Taschenbuch der neuesten Ge-schichte" (Stuttgart) heraus, wovon bereits drei Bande erschienen find. AlsDepu-tirter des Oberamts Bahlingen in der Standeversammlung von 1833 hat M.,wahrend literarische Feinde ihm die Absicht, sich an die Spitze einer Awischenparteizu stellen, unterschoben, mit anspruchsloser Treue an Schott's, Uhland's undPsizer's Seite gekämpft, und in der Opposition für die vier in Anspruch genom-menen Gewahlten, für die Wahl des Freiherrn von Wangenheim, gegen die Ein-mischung der Regierung in den Geschäftsgang der Kammer, gegen das aristokra-tische Ubergewicht der Finanzcommission, gegen das die Motion des AbgeordnetenPfizer betreffende Geheimrathsrescript (vergl. Würtemberg) gesprochen undgestimmt. (43)

Meri lhou (Joseph), geboren zu Montignac im Departement Dordogneam 15, Oct. 1788, studirte in Paris, wurde 1810 Advocat und 1812 vom Kai-ser zum Auditor beim Gerichtshofe ernannt. Nach der ersten Restauration warer Berichterstatter im Criminalgerichte beim Processi gegen Carnot; in den hun-dert Tagen Substitut des Generalprocurators, verlor er seine Stelle durch diezweite Restauration und wurde als verdachtig unter policeiliche Aufsicht gebracht.Er vertheidigte 1817 Comte und Dunoyer, Redactoren des,,(?eoseur", welchedes Hasses und Ungehorsams gegen die königliche Regierung beschuldigt waren;Dieselben 1818 in der Bretagne, als man sie anklagte, den Chouans Bö-ses nachgesagt zu haben, welchen Proceß die Regierung aufgab. Im Sept.1817 sprach er für die Brüder Duclos, welchen man Theilnahme an einer Ver-schwörung vorwarf; sie wurden freigesprochen. Im folgenden Jahre führte M.das Wort für Scheffer, Verfasser des „Ltat cke la likcrte en Rrance"; Brissot,Verfasser des „Rapports 6es Kanins", und Feret, Verfasser des „Homine gris",deren Schriften als ausrührisch bezeichnet waren; er benutzte diese Vertheidigungs-reden, um von der Regierung Departementalfteiheiten, Wahlfreiheit, die Ent-lassung der Schweizertruppen, die Rückkehr der Verbannten zu verlangen. Indem Processe der „Likliotke^ne Instoriyue" vertheidigte er 1820 die Freiheit derErörterung über Glaubensartikel. Als das Gesetz vom 26. Marz 1820 den Mi-nistern gestattete, die Bürger ohne Urtheil verhaften und festhalten zu lassen, grün-dete er die Nationalsubfcription zum Beistande für die Opfer dieses Gesetzes. Indiesem Vereine wurde M. mit Lafsitte, Casimir Perier, Lafayette, d'Argenson, Ke'ra-try, Gevaudan, Odilon-Barrot, Etienne und General Pajol zum Mitglied? desVer-waltungsrathes ernannt. Mit seinen Collegen Etienne, Odilon-Barrot und Pajol be-schuldigt, zum Hasse gegen die königliche Regierung aufgereiztzu haben, ward er aufdie Verteidigungsrede Dupin's durch den Spruch der Assisen vom 30. Jun. 1820freigesprochen. M. gehörte zu den Gründern des Vereins der Freunde der Preß-freiheit und blieb darin bis zu dessen Auflösung am 18. Dec. 1819. Au Endedes Jahrs 1820 vertheidigte er, vor den Assisen zu Bordeaux, Pujos, den Re-dacteur der „l'i-ikuoe cke la diroucke", welche den 12. Marz 1814, wo der Her-zog von Angouleme in Bordeaux eingezogen war, als einen Tag des Unglücks undder Schmach dargestellt hatte. In Bordeaux verlor er den Proceß, doch wurdeder Spruch cassirt, und er war glücklicher vor den Assisen zu Agen, welche denRedacteur der Zeitschrift freisprachen. Vor den pariser Assisen vertheidigte er imNov. 1820 und Jan. 1821 den Manufacturbesitzer Paul Antoine Cayolle, derangeklagt war, Oberhaupt der Zusammenrottungen im Jun. 1820 gewesen zusein; auch Cayolle wurde freigesprochen. Im Aug. 1822 war M. Vertheidigervon Vöries, Chef der Carbonariverschwörung von la Rochelle, und konnte durch