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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
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Mendelssohn Bartholdy "79

den des strengen Satzes mit spielender Leichtigkeit löste; ebenso schien, abgerechnetei 'i?v >>^ was die noch unausgewachsene Hand unmöglich machte, ihm auch im Klavierspie-tz Gtz len keine Aufgabe mehr Schwierigkeiten zu machen. Die Scharfe seines Gehörs,^ ? ^»sichtz die Starke seines musikalischen Gedächtnisses und vor Allem seine bis ans Unbe-greifliche grenzende Fertigkeit im Lesen vom Blatte erregten schon damals bei sei-'Me der „en Lehrern das höchste Erstaunen, und erweckten die Hoffnung, daß in diesem Kna-ben ein Nachfolger Mozarr's heranwachse. Als Beispiele von seinen Fähigkeiten^ führen wir nur an, daß er schon im achten Jahre die vielstimmigsten Partituren

seiner Ws von Bach mit Sicherheit vom Blatt spielte, Eramer's Übungen vom Blatt trans-'^rtungxy y i ponirte, durch die bloße Schärfe seines Ohrs Quinten und andere Fehler oderte, dazu Nachlässigkeiten in den verwickeltsten Composi'tionen sogleich entdeckte (unter andernine.) U's ^ in einer Motette von Bach, wo sie seit 100 Jahren kein Musikus bemerkt hatte),in daß er selbst die größern Stücke, die er bei seinem Lehrer spielte, alsbald auswen-

> Eeow p.' ! ^'g wußte. In seinem neunten Jahre spielte er zuerst öffentlich in Berlin. Estz UM..!,, ^ war das 0oncert miliwire von Duffeck, welches er mit einer solchen Leichtigkeit, Si-> ^ ^ cherheit und ?lnmuth vortrug, daß der geübteste Kenner nicht im Stande gewesenwäre zu errathen, daß ein neunjähriger Knabe am Instrument sitze. Nach dieserMMw ^ machte er mit seinen Altern eine Reise nach Paris, wo er durch seine musika-Wd am lischen Anlagen das höchste Erstaunen aller Kenner erweckte. Zelter nahm ihni M mir nach Weimar zu Goethe, dessen Liebe sich der auch im Übrigen ausge-

zeichnet begabte, geistvolle, munter? Knabe in einem hohen Grade erwarb. Er's hielte dort Fugen von Sebastian Bach, Ouvertüren von Mozart, Sonaten von, Beethoven, glanzende, nur auf Fertigkeit berechnete Stücke von Dusseck, Field,

. ^^ 5)ummel und Andern, mit vollkommenster Meisterschaft. Zugleich phantasirte eres, mS dn hüM gegebene Thema, mit einer beispiellosen Beherrschung der strengsten

)er MW, mri Formen. Neben diesen Eigenschaften der reifsten Studien und des männlichenMMdesHk! Alters, interessirte der unbefangene, knabenhafte Muthwille, der kindlich offeneMm, tie Sinn. Als bei einem musikalischen Frühstück Hummel phantasirt hatte, und manW da oftW- darauf in den Knaben drang, nach diesem Meister zu spielen, sing er bitterlich zuweinen an, und war nicht dazu zu bewegen. In diesem Alter hatte er schon sehrk viele Fugen, Klavierstücke und dergleichen mehr componirt, und schon damals oder

^ ' wenigstens im nächsten Jahre darauf einige kleine Operetten, die, in freundschaftli-intmW^' chen Cirkeln aufgeführt, den Beifall aller Kenner fanden. Seine erste Composi-tion erschien 1824, zwei Quartetten für Fortepiano, Violine, Bratsche undein, W (Zello. Bald darauf erschien eine Sonate mit Violinbegleitung in ?-moII undeine sehr ausgezeichnete Arbeit, ein Quartett in H-mnII. Im Sommer 1827^und züWk wurde in Berlin seine erste größere Oper: „Die Hochzeit des Gamacho", ge-lmhidM geben. Das Werk hatte zwar, zum Theil wegen des der dramatischen Kraftentbehrenden Gedichts, keinen glänzenden Erfolg, fand jedoch viel Anerkennung' NWK, bei den Sachverständigen und erregte die Theilnahme des Publicums in hoheml Grade. Diese Oper ist seitdem im Stich erschienen. Von dieser Zeit an wurde

die Laufbahn des Componisten eine öffentliche. Die letzten drei Jahre von 1829^ an brachte er auf Reisen in Frankreich, Italien, England und Schottland zu. Fast

. ^!i in allen Hauptstädten, vorzüglich aber in London und Paris, erregte er sowol durch^ ^'in geistvolles Spiel auf dem Fortepiano, als durch seine Composi'tionen das Er-

staunen des Publicums und der Kenner. In der Fertigkeit des Spiels, zumalaber in der unglaublichen Sicherheit des Lesens, übertrifft ihn von den lebendenP",,) Spielern wol Niemand; die Stärke seines Gedächtnisses hat sich ebenfalls bis zueiner unglaublichen Höhe ausgebildet. Nicht nur, daß er öffentlich die schwierig-I sten Sachen von Bach, Beethoven, Hummel u. s. w. ohne Noten spielt, sondern

fast alle größern Meisterwerke, wie die Opern von Gluck, Mozart, Beethoven, We-tzi»' ^ ^ lest im Gedächtniß, daß er sie auswendig am Klaviere mit der