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Melville
Mendelssohn Bartholdy
bürger angemessene Grundlage zu stützen. Er gebe sich dadurch nicht, wie manihm vorgeworfen, den Winden und Wellen der Demokratie hin, aber er vertrauedem Verstände des Volkes, und diesem allein wolle er vertrauen, weil solches Ver-trauen eine der Bedingungen einer volksmäßigen Regierung sei. Diese Äußerungenbewiesen, daß M. bei der Erwägung der großen Frage seine frühern Ansichten, aufwelche er selber hindeutete, dem erkannten Zeitbedürfnisse zum Opfer gebracht habe.Er hat zwar, seit er einem der wichtigsten und schwierigsten Theile der Staatsver-waltung vorsteht, keine Maßregel von hoher Wichtigkeit ausgeführt; wenn man sichaber erinnert, daß zu der Zeit, als er in sein Amt trat, das Land durch Brandstif-tungen, Mord und Gesetzlosigkeit beunruhigt wurde, so wird man seiner Wirksam-keit ihr Verdienst nicht absprechen können, wie sehr auch die Erwartungen, welchedas Volk von der gewahrten Verbesserung der Verfassung hegte, dazu beigetragenhaben, die Bewegung zu stillen. (Vgl. Lamb, Lady Caroline.) M.'s altererBruder, Sir Frederik James Lamb, war Gesandter in Frankfurt, biser die Gesandtschaftstelle in Madrid erhielt. Der jüngere, George Lamb,Mitglied des Hauses der Gemeinen, ist Unterstaatssecretair im Ministerium desInnern.
Melville (Robert Saundcrs Dundas, Lord), der Sohn des 1811 ver-storbenen Lords Melville, der 1805 als erster Lord der Admiralität wegen einergegen ihn erhobenen Anklage aus dem Staatsdienste trat, ward am 14. Marz1771 in Schottland geboren. Nachdem er seine Studien auf der Universitätzu Cambridge vollendet hatte, brachte ihn Pitt, ein Freund seines Vaters, inden Staatsdienst. Er wurde zuerst Generalsecretair für Irland, später Prä-sident der den indischen Angelegenheiten vorgesetzten Behörde und trat im Mär;1812 in die Admiralität ein, die er aber 1827 wieder verließ, als der Herzogvon Clarence Oberadmiral ward. Als Wellington an das Ruder gelangte, wurdeM. wieder Präsident des Lonrck ok control und kam nach dem Rücktritt des Her-zogs von Clarence 1829 wieder in die Admiralität. In seinen Reden, die er überdie Angelegenheiten der indischen Colonien oder zur Rechtfertigung der oft ange-griffenen Admiralität und in andern Fällen gehalten, kündigte sich männliche Fe-stigkeit, Einfachheit und Gründlichkeit an. Während er an der Spitze der Ad-miralität stand, wurde Algier gezüchtigt, eine Begebenheit, die ehrenvoll fürdie Flotte und deren Verwaltung war. Ganz besonders interessirten ihn dieAngelegenheiten Schottlands, und er nahm stets den thätigsten Antheil, wennes darauf ankam, seines Vaterlandes Wohl zu befördern. Noch verdienenseine vielfachen Bemühungen zur Verbesserung des Seewesens und besonders dieVollendung des Hafens von Plymouth Erwähnung. Sicher und geborgen gegenSturm und Ungewitter, kann hier jetzt die englische Flotte liegen, wo ehedem man-ches Schiff seinen Untergang fand. Nie hat selbst die Verleumdung seine Ehreund Rechtlichkeit angegriffen. Bei der Verfolgung seines Vaters, die mit einervölligen Freisprechung von der gegen ihn erhobenen Anklage endigte, benahmer sich so vortrefflich, daß er selbst den feindlichsten Gemüthern Bewunderungabzwang. (l2)
Mendelssohn Bartholdy (Felix), geboren zu Berlin am 3. Febr.1809, einer der talentvollsten und in gewisser Beziehung unstreitig der bedeu-tendste aller jetzt lebenden bekannten Musiker. Schon in seiner frühesten Jugendäußerten sich, wie bei Mozart, seine außerordentlichen musikalischen Fähigkeiten.Sein Vater, ein wohlhabender Kaufmann, Sohn des berühmten PhilosophenMoses Mendelssohn, verschaffte diesen Anlagen die sorgfältigste Ausbildung.Sein Lehrer im Generalbaß und in der Composition wurde Zelter; auf dem Forte-piano unterrichtete ihn Ludwig Verger. Der Knabe übertraf alle Erwartungenseiner Lehrer. Er war noch nicht 8 Jahre alt, als er schon die schwierigsten Aufga-
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