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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
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77
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Meisling Melbourne 77

lehrsamkeit und Scharfsinn in hohem Grade ausgezeichnet und ohne Zweifel eineder bedeutendsten philologischen Arbeiten aus der neuern Zeit. Später bearbeiteteer in Teubner's Sammlung eine Handausgabe des Theokrit, Bion und Moschusmit kritischen Anmerkungen. Im Sommer 1826 vertauschte M. Danzig mitBerlin, um das Direktorat des joachimsthalschen Gymnasiums zu übernehmen.Auch hier, wo er mit veralteten Formen und eingewurzelten Übeln kämpfen^ mußte, hat er seine Geschicklichkeit im Dirigiren bethätigt und besonders durch einedurchgreifende Verbesserung der Schuldisciplin den alten Ruhm dieser Anstalt aufsM Neue begründet. Bei amtlichen Veranlassungen schrieb er drei Programme:„(Znnestiones scemcse" (Berlin 1826 — 30), die zu gehaltvoll sind, als daßAi sie nicht, trotz der Masse von Gelegenheitschriften, einer großen AufmerksamkeitM. des philologischen Publicums werth geworden waren. M. wurde 1831 Mitglied^ anerkannt,- der Akademie der Wissenschaften zu Berlin. (48)

sichle, Meisling (Simon), Professor und Rector der gelehrten Schule in Hel-

singör, geboren 1787, ein ausgezeichneter Philolog, hat die dänische Literaturmit vielen metrischen Übersetzungen griechischer und römischer Dichtungen berei-chert. Seine Abhandlung über das Schicksal der heroischen Versart in alternund neuern Zeiten bei den Völkern Europas („Undersögelfe om det heroiske Verse-maals Skiebne", Kopenhagen 1816) ist wichtig. Virgil's„Aeneide"und„Eklogen",Ovid's „Verwandlungen", Martial's „Epigramme", des Musaus „Hero undLeander", die Idyllen von Theokrit, Bion und Moschus w. hat er in schöne wohl-klingende, meistens sehr correcte Hexameter mit poetischem Sinn übersetzt. SeineÜbersetzungen sind mit Einleitungen und Anmerkungen versehen. Auch neuerepoetische Meisterwerke hat er der danischen Literatur angeeignet, z. B. Gozzi'Sdramatische Märchen, und interessante Aufsätze über die italienische Literatur ge-liefert. (4)

Melbourne (William Lamb, Viscount), Staatssecretair für die in-nern Angelegenheiren, geboren am 15. März 1779, war der älteste Sohn des1828 gestorbenen Sir Peniston Lamb, der bereits 1770 zum Lord Melbourn er-hoben und 1815 Pair des vereinigten Königreichs ward. In Eton gebildet, ginger nach Oxford und gewann durch seine Kenntnisse früh Auszeichnung. Als erim Parlament auftrat, wo er zur Whigpartei gehörte, sprach er oft und mit einerAufmerksamkeit erregenden Gewandtheit. Er verwaltete zwei Jahre hindurch dieStelle eines ersten Secretairs für Irland, die ihm vielfältige Gelegenheit gab, sichGeschästskenntnisse zu erwerben. Als Lord Grey an die Spitze der Verwaltungkam, wurde M. Minister des Innern. Niemand spricht ihm ein vorzügliches Ta-lent ab, aber, sagten seine Gegner unter den Radicalen, er zeige zu wenig, daß ergescheit sei, und für einen erklärten Whig habe er häufig Ansichten dargelegt, dieweniger einem Volksfreunde als einem Tory aus Castlereagh's Schule ziemten.Bei dem Anfang der Verhandlungen über die Parlamensreform meinte man, ersei viel zu aristokratisch für die neue Ordnung der Dinge, er stehe etwa mit Pal-merston und Lansdowne auf gleicher Linie, und in Beziehung auf eine Rede, dieer bei jener Gelegenheit im Oberhause hielt, hat man ihn einen Milch- und Wasser-reformer genannt. Trat jene Rede auch gegen Grey's geistreiche Entwicklung, ge-gen Plunkett's eindringliche Worte, gegen Brougham's kräftigen Aufruf, selbst ge-gen des Widersachers Harrowby geschickte Angriffe in Schatten, so machte M.doch vorzüglich den Grund geltend, daß die Veränderung des Wahlgesetzes als einlaut ausgesprochener Volkswunsch gewährt werden müsse, und daß, wer die Zeichen^ der Zeit verstehe, unmöglich glauben könne, die alte Verfassung desHauses der Gemei-ei -c i nen aufrecht zu erhalten. Noch entschiedener verfocht er diesen Grund in einer spä-Be > tern Rede. Wenn er den tief gewurzelten Unwillen des Volkes sehe, sagte er, so halte^ es für nothwendig, die Repräsentation auf eine breitere, der Einsicht seiner Mit-

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