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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
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Meduyanszky

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Ast

naturgemäße Behandlung aller Verletzungen, Brüche und Geschwüre, ein leich-teres und einfacheres Verfahren bei allen Operationen, eine sichrere naturgemäßeBehandlung aller Verwundungen, sowol der zufälligen als der absichtlichen; grö-ßere Sicherheit in der Kunst Blutungen zu stillen, wodurch der Weg zu früher niegewagten, jetzt häufig und fast immer mit Glück ausgeführten Operationen ge-bahnt ward, z. B. zur Unterbindung großer, dem Herzen naher Gefäßstämme,zur Exstirpation großer Gliedmaßen, z. B. des ganzen Schenkels. Außerdem aberist das Wesen vieler, früher dunkeln oder ganz unerkannten Krankheiten jetzt auf-gehellt, und somit sind die Mittel zu ihrer Heilung gefunden; sichrere Operations-methoden sind jetzt vielfach erprobt zum organischen Wiederersatz verloren gegan-gener Theile, z. B. der Nase, der Lippen, der Augenlider (Morioplastik), oderzur Entfernung von früher für unheilbar gehaltenen Krankheiten, z. B. des ge-spaltenen Gaumens, der gespaltenen Harnröhre; kurz durch das große Strebenausgezeichneter Männer Deutschlands, Italiens, Frankreichs, Englands undAmerikas ist es in unsern Tagen dahin gekommen, daß in der gesammten Chirur-gie kein Theil aufzufinden ist, der nicht mit Erfolg bearbeitet worden wäre. Das-selbe gilt von-der Augenheilkunde, die ebenfalls in dem letzten Jahrzehend eifrigeBearbeiter, namentlich in Deutschland, England und Italien, weniger in andernLandern gefunden hat. Man ist in diesem Zweige der Medicin bemüht, Einfach-heit der pathologischen und therapeutischen Grundlehren herzustellen, Einfachheitin die sonst sehr complicirte Lehre der Augenoperationen zu bringen und durch diepathologische Anatomie in die noch immer dunkle Natur vieler Augenkrankheiten,z. B. des schwarzen Staars, zu dringen. Es steht zu erwarten, daß, bei dem eif-rigen Streben vieler Ärzte zur Vervollkommnung dieser Disciplim dieselbe in kur-zer Zeit eine Höhe erreichen wird, zu welcher andere Theile der Medicin nur nachJahrzehnden erst gelangen können und werden. Aber auch die Geburtshülfe hatsich unendlich vervollkommt; man hat die Grenzen der jetzt naturgemäß gestaltetenKunsthülfe genauer bestimmt, als dies früher geschehen war: ein großer Vorschritt,der mit einer genauen Kenntniß des Gebär- und Geburtactes auf das innigste zu-sammenhängt; man hat ferner jetzt Mittel gefunden, früher fast immer für Mut-ter und Kind tödlich verlaufende Krankheiten der Gebärmutter und des Mutter-kuchens rasch und glücklich zu beseitigen; man ist gründlicher über die Natur ge-fährlicher Wochenbettkrankheiten unterrichtet und hat endlich dadurch der Ge-burtshülfe eine in vielfacher Beziehung wichtige Bereicherung verschafft, daß mandie künstliche Frühgeburt wissenschaftlich und praktisch basirt hat. (2)

Mednyanszky (Aloys, Freiherr von) stammt aus einer altadeligenFamilie in Ungarn, die schon zu den Zeiten Ludwig's des Großen und Siegmund'svon Luxemburg ritterliche Kriegsdienste geleistet, sich besonders durch ihre Anhäng-lichkeit an Ferdinand I. von Ostreich gegen Johann Zapolya ausgezeichnet hatte unddeshalb von diesem König (1561) mit einem neuen Wappen und vielen Freiheitenbegabt ward. Auch den Freiherrnftand dankt M.'s Haus der in den Unruhen desaltern und jüngern Rakoczy gegen Leopold I. bewährten Treue und den bei den ver-söhnenden Unterhandlungen geleisteten wichtigen Diensten. Aloys M. wurde ge-boren am 20. Apr. 1784 zu Priekopa in der thurotzer Gespanschaft währendeines zufälligen Besuchs seiner Altern bei ihren Verwandten. Der alte Plan, dieungarische Nationalität durch deutsche Heirathen, durch deutsche Erziehung, durchHofgunst und Militärdienst auszutilgen, war im Theresianum zu Wien, durchdie scharfsinnige Thätigkeit des Ministers Grafen Saurau in erhöhten Umschwunggerachen. M. zeichnete sich an dieser Akademie sowie später in der Lehranstalt zuPreßburg und dann bei der ungarischen Hofkanzlei aus. In den Vorbereitungenzu jenem großen Kampfe von 1809 wurde M.'s Feuereifer schwerlich von irgendeinem andern Edeln des gesammten Kaiserreichs überboten. Aber die überall auf-