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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
66
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Mechitaristen

Weise ward es M. möglich, das Außerordentliche zu leisten, welches er in der Thatausgeführt hat. Kloster und Kirche wurden schnell vollendet und die Congregationvermehrte sich, ungeachtet der wiederholten Anklagen und Beschuldigungen, gegenwelche sich M. zu Rom persönlich vertheidigen mußte. Er endete sein arbeitsamesund segenreiches Leben am 16. Apr. 1749 oder 1197 der armenischen Zeit-rechnung. Ihm folgte als Abt der Doctor Stephanus Melkonean aus Kon-stantinopel, und diesem Stephanus Aßonzio Biuver, dem der Papst den Titeleines Erzbischofs von Sunik, einer bedeutenden Provinz in Mittelarmenien,gab, *) Biuver ward 1740 in Siebenbürgen geboren und starb 1824 zu Vene-dig. Der jetzt regierende vierte Abt heißt Placidus Sukias Somal, ein schö-ner ehrwürdiger Greis mit langem weißen Barte. Nach dem Tode Somal'swird wahrscheinkch der gelehrte Herausgeber und Übersetzer des Eusebius, Bap-tista Aucher oder Asghier , zum Abt gewählt werden,

Wersen wir jetzt einen Blick auf den Zustand der armenischen Literatur vorund zur Zeit M.'s und betrachten die zahlreichen wichtigen Werke, die aus derDruckerei zu S.-Lazaro hervorgegangen sind. Die armenische Literatur ist, wietheilweise alle Literaturen der christlichen Völker und selbst die der Araber, eineTochter der griechischen. Sie beginnt mit den Geschichtschreibern Agathangelosund Fauftus, von denen der erste ein Römer, der andere ein Grieche oder doch we-nigstens ein Armenier aus Konstantinopel war. Beide lebten im 4. Jahrhundertunserer Zeitrechnung und führten die Geschichte Armeniens herab bis zum Jahre390. Das armenische Alphabet war zu ihrer Zeit noch nicht erfunden; sie schrie-ben daher, wenn ihre Werke ursprünglich in armenischer Sprache abgefaßt waren,mit griechischen oder persischen Charakteren. Ins 5. Jahrhundert, von den Ar-meniern die Periode der heiligen Übersetzer genannt, fallt die Blütenzeit der Lite-ratur der Söhne Haik's. Obgleich sich die Literatur der Nation nicht auf der Stufeerhalten konnte, auf welche sie sich zu den Zeiten Sahag's oder Jsaak's des Par-thers emporgeschwungen hatte, so verging doch kein Jahrhundert, in welchem nichteinige, theils durch ihre Schreibart, theils durch die Sachen, die sie berichten,höchst beachtenswerthe Schriftsteller erschienen waren. Das vierte Jahrhundertzahlt 8, das fünfte 10, das sechste 5, das siebente 15, das achte 8, das neunte 12,das zehnte 23, das elfte 16, das zwölfte 18, das dreizehnte 23, das vierzehnte 19,das fünfzehnte 12, das sechzehnte 10, das siebzehnte 24 und das achtzehnte 14Schriftsteller, Die 208 Schriftsteller der armenischen Literatur, worunter abermehre sich befinden, deren Werke verloren gegangen sind, gehören größtentheils zuden Historikern und Theologen. Armenien rühmt sich auch einiger ausgezeichnetenDichter und Philologen, in den exacten Wissenschaften hat sich aber, so viel wir wis-sen, nur ein einziger ausgezeichnet. Zu den Zeiten M.'s stand die armenische Litera-tur auf der tiefsten Stufe. M. ging vorzüglich darauf aus, die Nationalliteraturzu heben und die Kennmiß der altarmenischen Schriftsprache im Lande zu belebenund zu verbreiten, denn das jetzt im Lande nach verschiedenen Provinzen verschieden-artig gesprochene Idiom ist von der alten klassischen Sprache der heiligen Übersetzernicht minder verschieden als unser jetziges Deutsch von der Sprache der Minnesanger.Außer den oben angeführten Werken schrieb M. noch ein ausführliches Wörterbuchder armenischen Sprache, das zu Venedig 1749 in zwei Quartbanden im Druckerschienen ist. Er besorgte auch 1733 eine vollständige Ausgabe der Schriften desAlten und Neuen Testaments, die mit vielen Holzschnitten verziert ist und von denArmeniern jetzt mit großen Summen bezahlt wird. Die Schüler und NachfolgerM.'s verfolgten den von ihrem Meister eingeschlagenen Weg; neben den geistlichenPflichten übernahmen sie auch den Beruf einer armenischen Nationalakademie.Sie lieferten Ausgaben der alten Literaturdenkmals, übersetzten Werke aus allen

ü Mechitaeifleu schreien d»n Namen im Jlülienischen Siunia.