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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
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Mechitaristen

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im Lande zu lehren und zu predigen. M. machte sein Vorhaben mehren zu seinerZeit in Armenien berühmten Doctoren bekannt, und erhielt theils abschlagigetheils ausweichende Antworten. Er reiste nach Konstantinopel, kehrte nach Ar-menien zurück und ging 1700 wieder nach Konstantinopel. Hier predigte er mehr-mals in der Kirche des heiligen Gregvrius des Erleuchters, wo er immer viele Zu-hörer um sich versammelte. Schon in dem ersten Jahre seines zweiten Aufenthal-tes zu Konstantinopel gewann er Schüler und Freunde, die bald bis auf neun an-wuchsen. Sie wohnten in einem Hause beisammen. M. führte eine Art geistlicherRegel ein, schrieb und übersetzte für seine kleine Congregation Werke, die er zurBildung des Geistes und Gemüthes brauchbar gefunden hatte. In diese Zeit falltseine Übersetzung des bekannten Werkes des Thomas a Kempis, die Herausgabemehrer kleinen Schriften, die Erklärungen verschiedener Theile der heiligen Schriftenthielten, und einige Schulschriften. M., der sich, wie es scheint, bis jetzt zur ar-menischen Nationalkirche bekannt hatte, wurde wegen seines Umgangs und seinerVorliebe für den wissenschaftlichen Theil der lateinischen Geistlichkeit zu Konstan-tinopel dem armenischen Patriarchen verdachtig, und entging nur durch den Bei-stand des damaligen französischen Gesandten bei der Pforte der ihm drohenden har-ten Strafe. Nachdem er am 8. Sept. 1701 seine Congregation, die nun aus 10Mitgliedern bestand, förmlich organisirt hatte, reiste er zu Anfang des Jahres1702, als Kaufmann verkleidet, nach Smyrna und von da mit einem venetiani-schen Schiffe nach Morea. Er hatte schon im Voraus seine Schüler oder Freunde,die wir von nun an Mechitaristen nennen werden, je zwei zu zwei nach Mo-rea abgesendet. M. hielt sich einige Zeit zu Zante auf und wollte sich anfanglichmit seiner Congregation hier niederlassen. Die guten Nachrichten aber, die ihmseine Freunde aus Morea meldeten, bewogen ihn dahin abzugehen. Er kam170Z in Mothon oder Mothone an und erhielt von der venetianischen Regierung,unter welcher damals noch ganz Morea stand, einen Platz, um ein Kloster undeine Kirche zu errichten. Zu dieser Zeit oder etwas früher muß auch sein förmlicherÜbertritt zu den mit der katholischen Kirche unirten Armeniern geschehen sein; diearmenischen Lebensbeschreibungen des Abt Vaters, die von den Mechitaristen her-ausgegeben wurden, beobachten über diesen Punkt ein kluges Stillschweigen.So viel ist sicher, daß schon 1712 Papst Clemens XI. die Congregation der Me-chitaristen, die nun von ihrem Stifter eine dem Benedictinerorden nachgeahmteRegel erhielt, bestätigte. Die unglücklichen Kriege der Venetianer gegen die Tür-ken ließen M. mit Recht befürchten, daß Mothon von diesen eingenommen und ersammt seiner Congregation in die Hände der von Rache und Verfolgungssucht ent-brannten schismatischen armenischen Geistlichkeit zu Konstantinopel fallen könnte.Um dieser Gefahr vorzubeugen, schiffte er sich mit 11 Schülern (Aschagepd, wiedie Mechitaristen ihrem Vorstand gegenüber genannt werden) nach Venedig einund kam daselbst 1715 an. Das Vermögen der ganzen CongregaÄon bestand da»mals blos in 250 Piastern. Er ließ sich anfangs in einem Privathause zu Vene-dig nieder und druckte hier, obgleich in der größten Armuth, einen Auszug aus derheiligen Schrift. Als man 1717 zu Venedig erfahren hatte, daß das Kloster unddie Kirche der Mechitaristen zu Mothon von den Türken zerstört worden, schenkteder Senat der Congregation für ewige Zeiten die Insel S.-Lazaro, ungefähr eineStunde von Venedig. M. und die Seinigen bezogen diese Insel am Stiftungs-tage des Mechitaristenordens, am 8. Sept. 1717. Er erbauete hier alsbald vomGrund aus ein neues Kloster und eine Kirche. M. war ein Mann von schönerGestalt, von sanftem und ruhigem Gemüthe und großer Ausdauer und Be-harrlichkeit: Eigenschaften, die ihm die Liebe und Achtung Aller erwarben.Es flössen ihm von allen Seiten reichliche Geschenke zu und der venetianische Se-nat gewährte der Congregation alle möglichen Erleichterungen. Nur auf dieseConv .-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. III. 5