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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
62
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62 Mazöres Mazzucchelli

Passagen. Paganini schätzte ihn als einen vorzüglichen Künstler. Im Ganzenhat M. jetzt 47 Werke herausgegeben, worunter sechs Quartette, vierConcerte, zweiTrios, eine große Anzahl von Variationen, Rondeaus u. s. w. Diese Werke sindallgemein beliebt, und auf vielfache Weise auch in Arrangements verbreitet wor-den. Es wäre zu wünschen, daß der Virtuose, der nur von der verhältnißmäßiggeringen Anzahl deutscher Künstler gehört worden ist, welche Wien besucht haben,einmal eine größere Reise unternähme, um den Ruhm des deutschen Talents aus-recht halten zu helfen, den namentlich die Franzosen für das Violinspiel sehr bestrei-ten. Ob sie darin recht haben, ist die Frage, da von ihren großen ViolinspielernRode und Kreutzer halbe Deutsche waren, und Spohr, Maurer, M,, Saint-Lubin, Möser und andere wol Lafont, Baillot, MazaS und Beriot aufwiegendürften. (20)

Mazöres (Edouard), französischer Vaudevilledichter, geboren zu Parisam 11. Sept. 1796, trat 1814 in den Kriegsdienst, wurde Jnfanterieoffizier,verließ aber 1820 den Militairstand, um sich der Literatur zu widmen. Er ließim lAöstre cku vauckeville viel Stücke aufführen, unter andern:Re RemorÄm»ck'^tkenes", dann im (Umrisse ckrsmstiHue, als Mitarbeiter von Scribe, unterandern:Rossini ü?aris" (1823),1.» ^uarantaine" (1825),Vatel" (1825),und.verfaßte für dasselbe Theater andere Stücke in Gemeinschaft mit Nomieu,Brazier, Carmouche. Allein schrieb er:Ra ckemoiselie cks compsgme" (1826),Ra coutüine nllemancke ou les vaesnces" (1826). Für das lAöätre Re^ckoaudichtete er mit Scribe die komische Oper:Re loup t^aron". Von ihm undPicard ist das LustspielRe Rauckau" (1825),I7en5ant trouve" (1824),Restrois ynartiel-L" (1827). Für das 'I'keütre iran^nis schrieb er:Refevne mari"(1826), und(lllacua cke son cote" (1328). In demselben Jahre erhielt er denOrden der Ehrenlegion und ist seit Aug. 1832 Unterpräfect in St.-Denis. (15)Mazzucchelli (Pietro), Präfect der ambrosianischen Bibliothek undeiner der sprachgelehrtesten Geschichts- und Alterthumsforscher des neuern Ita-liens, der den alten Ruhm seines Familiennamens in ehrenvollem Andenken er-hielt, ward am 22. Jul. 1762 zu Mailand geboren. Bei den Barnabiten gebil-det, benutzte er doch noch den Unterricht der Augustiner in S.-Marco für neuereSprachen, zu welchen ihn eigenthümliche Neigung hinzog. Englisch und Deutschhatte er sich bald so ganz zu eigen gemacht, daß ihm 1785 eine Stelle als Alum-nus für diese Sprachen bei der Ambrosianischen Bibliothek übertragen wurde,während er sich unter Branca mit den orientalischen beschäftigte. Zwar erhielt er1786 die priesterlichen Weihen, doch entzog er sich allen geistlichen Beförderungen,um von der Bibliothek nicht zu scheiden, die sein wahres Lebenselement zu seinschien. Der sehr karge mit seiner Stelle verbundene Gehalt zwang ihn zum Brot-erwerb durch Unterricht, und schriftstellerisch thatig zu sein, blieb ihm damals we-nig Muße. Das erste Werk, mit welchem er hervortrat, die vom KanonikusGiambattista Castiglione handschriftlich hinterlassen?Istorm ckelle scu-cke 6.1!»ckottrius criztisria, ionckate in Uilemo e 6a Uiirmo in Itslia eck rcktrove props-gate" (Mailand 1800, 4.) fand so wenig Theilnahme, daß der zweite Theilnoch ungedruckt liegt, obgleich für die Geschichte der Pädagogik sich wichtige Nach-richten darin finden. Um seiner Familie durch das Honorar zu helfen, übernahmM. seit 1804 die Besorgung deriVotisie politiclre". Heiterer ward seine Gegen-wart, als er mit dem edeln Geschlechts Trivulzi, dem altern Grafen Giacomo,und seinem Neffen, Marchese Gian Giacomo, und seinem früh verstorbenen Bru-der, Gerolamo, den Besitzern jenes reichen Museums, in nähere Beziehung trat,die so hochgesinnt jedes ernstere Streben unterstützten. Von der Zeit ab, wo er beiihnen nahern Autritt erhielt, war M/s literarische Thätigkeit beinahe ausschlie-ßend diesem reichen Museum gewidmet, dessen Schatze ihm unbedingter zu Ge-