-y Maximiliamfche Thürme Mayseder 61
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bewegtes, thatenreicheS Leben, vielleicht auch der Theilnahme gewärtig, welche ein
junger Monarch dem Heldensinne und mehr noch dem Unglücke eines hart geprüf-ten Greises und seines Stammes nicht versagen dürfte. Im Apr. 1833 war era»!j^ wieder in Nauplia, stand aber unter policeilicher Aufsicht. (18)
Maxim ilianische Thürme, ein Befestigungsmittel der neuestenZeit, welches am rechten Orte angewendet von ausnehmender Wichtigkeit seinwird. Ein solcher Thurm hat bei 80 Fuß Durchmesser 30 Fuß Höhe überden Erdhorizont und ein Souterrain von 10 Fuß, in welchem die Munitionaufbewahrt wird und ein Brunnen angebracht ist. Die übrigen 30 Fuß zer-fallen in drei gleich hohe Stockwerke, deren unterstes Vorräthe enthalt, das mitt-lere dient zur Wohnung für die Besatzung, in dem obern befindet sich eine AnzahlWurfgeschütze; auf der Platteforme stehen 10 16pfündige Kanonen, mit so ei-genthümlich zweckmäßiger Affutirung, daß die an sich sehr erleichterte Bedie-nung auch durch die Enge des Raumes kein Hinderniß findet. Ein Graben umgibtden Thurm, und jenseit desselben ein Erdmantel von gleicher Höhe mit dem Ge-bäude, von dessen anderweiten innern Einrichtungen nur zu sagen ist, daß sie höchstsinnreich und angemessen sind; die Erbauungskestm sollen nicht über 40,000Gulden Conventionsmünze betragen. Was nun die passive Widerstandsfähigkeiteines solchen Thurms betrifft, so leuchtet ein, daß es beinahe bloßer Zufall ist,wenn auf die gewöhnlichen Entfernungen ein Kreis von 80 Fuß Durchmesser durchVerticalfeuer getroffen wird, das directe ist aber aus demselben Grunde bei dergeringen Höhe und wegen des Erdmantels fast ebenso wenig zu fürchten. Dieactive Widerstandsfähigkeit beruht auf dem Feuer aus bequem zu bedienendenschweren Kalibern und dem Umstände, daß der geringe Aufwand gestattet, dieThürme nur auf die wirksame Tragweite des Sechzehnpfünders auseinander zulegen und so gegenseitige Vertheidigung zu erzeugen. Die erste Anwendung dieserThürme ist bei Linz gemacht worden. Die östreichische Regierung wußte längst,was jeder einsichtige Militair einsah, daß zur Sicherung der Monarchie gegeneinen aus Westen kommenden Feind, das Donauthal durch Befestigungen gesperrt,ein sicherer Ubergang über den Strom vorbereitet werden müsse, und daß Linz dergeeignetste Punkt dazu sei. Wer die Umgegend der Stadt kennt, weiß aber auch, daßdie gewöhnliche Befestigungsart mit Ungeheuern Schwierigkeiten und Kosten ver-knüpft wäre, der Nothwendigkeit einer sehr starken Besatzung nicht zu gedenken.Dies ist durch die Erbauung von 32 Thürmen, 23 auf dem linken, 9 aufdem rechten Donauufer, mit verhältnißmäßig geringem Kostenaufwands beseitigt,und der Zweck aufs vollständigste erreicht. Das Gewicht, welches dieses ver-schanzte Lager —denn anders kann man es nicht füglich nennen —, bei einemin die Wagschale Ostreichs legen würde, können wir hier nicht erörtern, und auchkeine Vergleichung mit den Montalembert'schen Thürmen und der Befestigungmittels detachirter größerer Forts liefern. Den Namen haben diese Thürme un-sers Wissens von ihrem Erfinder dem Erzherzog Maximilian von Este. (69)
Mayseder (Joseph), einer der ausgezeichnetsten jetzt lebenden Violin-spieler und ein gewandter talentvoller Componist für dieses Instrument, ist zuWien um 1730 geboren, wo sein Vater Decorationsmaler war. Sein Lehrerauf der Geige war der besonders durch sein Quartettspiel ausgezeichnete Schup-panzigh, jedoch nicht lange, und M. hat sich meist selbst gebildet. Er lebt zuWien, wo er als k. k. Kammervirtuos, Solospieler bei St.-Stephan undbeim Kärnthnerthortheater angestellt ist. Sein Ruf als Virtuose hat sich durchDeutschland, Frankreich und Italien verbreitet, wiewol er nie Reisen gemacht^ Concerte gegeben hat, überhaupt ein stilles zurückgezogenes LebenCharakter seines Spiels ist glänzend; er besitzt ein keckes Staccato,^ Intonation, schöne Bogenführung und eine große Nettigkeit in den