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Mebold KZ
böte zu stehen schienen, als die der Ambrosianischen Bibliothek, wenn er auch dorteseD seit 1804 Custode, seit 1810 Dottore, seit 1823 Prefetto war. Für alle zuge-^ standenen Förderungen dem edeln Besitzer seinen Dank zu beweisen, sammelte M.zunächst aus den Urkunden der öffentlichen und Familienarchive alle die Trivulzi be-treffenden Nachrichten, um dadurch die Geschichte des Marchese Gian Giacomo vonCarlo Rosmini zu bereichern; auch widmete er ihnen seine gelehrte Erklärung desHalsgeschmeides der Kaiserin Maria: dolla cki Alaria, wogüe ck'Olwrio im-zerstöre" (Mailand 1819, 4.), endlich die Ausgabe der „lobanneis" des Flav.Cresconius Corippus (Mailand 1820), deren Vorrede ihrem gelehrten Heraus-geber allein schon einen Platz neben Muratori sichert. Auch die „vettere «6 nitre^il ^i-ose ck I'orc^. I'asso" (Mailand 1822), sowie die „vettere ineckite 6i ^un., lA) Oaro" (Mailand 1827) und die „Imoßchi ckeFÜ nutori citnti <!n vante vel (mnvi-^ ^ ^ (Mailand 1826), verdankten der Trivulzi'schen Sammlung ihren Ursprung^ wurden von M. dankbar zu ihrer Verherrlichung angewendet. Seine letzte
Mn, Schrift: „Osservn-iioin intorao sl sgAAm storico-critico so^rn il rito ^mbro-sisno" (Mailand 1828, 4.), verschaffte dem Greise noch die Auszeichnung einerpäpstlichen Belobung. Noch unermüdet in seinen Studien, starb er zu Mailandam 8. Mai 1829, wegen seiner freundlichen Theilnahme an jedem ernsten litera-rischen Unternehmen von Allen geliebt, und bald durch seine echte Humanität denungünstigen Eindruck seiner Erscheinung in Vergessenheit bringend. (14)
Mebold (Karl August), geboren am 12. Febr. 1798 zu Spielberg, einemDorfe des würtembergischen Schwarzwaldes, wo sein Vater damals als Pfarrerlebte. Er durchlief die in seinem Vaterland dem künftigen Theologen vorgezeich-nete Laufbahn, mit der Absicht sich dem Lehrerberufe zu widmen, und erhielt eineAnstellung als Repetent, zuerst am Niedern theologischen Seminar in Urach undspater am theologischen Stift zu Tübingen. Während seiner Universitätszeit hatteer an dem regen Leben, das damals auf den deutschen Hochschulen herrschte, le-bendigen Antheil genommen, wurde dadurch in Untersuchungen verwickelt, und,als diese 1824 auch in Würtemberg begannen, verhaftet und sieben Monate ineinsamem strengen Gefängnisse gehalten. Sein Proceß war sehr einfach und nachetwa drei Verhören geschlossen; durch die Angabe anderer Betheiligten war erwie-sen, daß er sich von allem politischen Treiben längst losgesagt hatte, und ein wirk-licher Eintritt in die verpönte Verbrüderung konnte ihm nicht bewiesen werden;dennoch traf ihn die Verurtheilung zu drittehalbjähriger Festungstrafe. Die Aus-sicht, noch langer in geheimer Haft bleiben zu müssen, und die Hoffnung auf dieGnade des Königs hielt ihn ab, die Appellation zu ergreifen. Wirklich durfte erauch nach 14 Monaten die Festung verlassen und nach einem weitern dreivierteljäh-rigen Arrest an dem Aufenthaltsort seiner Mutter erhielt er seine völlige Freiheit,ohne daß er jedoch, wie die andern nicht Ausgewanderten alle, die Restitution er-langt hätte, die ihm auch 1831 förmlich verweigert worden ist. M. nahm nun1827 Cotta's Einladung an und ging nach München, wo er mit Lindner, Kolb(einem ebenfalls der Haft entlassenen Demagogen) und Hermes bei Entwersung desPlaneStjur Herausgabe der Zeitschrift „Das Ausland" thatig war. Seit der Er-scheinung dieses Journals mit Anfang des Jahres 1828 wirkte er dafür als Mit-arbeiter und spater als Redacteur, gab in dieser Eigenschaft dem Blatt eine Richtungund verschaffte ihm eine von Jahr zu Jahr steigende Theilnahme des Publicums, lie-ferte auch selbst einen großen Theil der Aufsätze. Bei dem steten Wechsel aller Mit-arbeiter kann man ihm einiges Verdienst zuschreiben, wenn diese literarische Unter-nehmung in der Lesewelt Wurzel faßte. Die Aufgabe war, ein objectives treuesBild der mannichfaltigen Erscheinungen des auswärtigen Völkerlebens zu geben, zuNutzen und Frommen des einheimischen, eine Art fortlaufender Commentar zurZeitgeschichte in ihrem Fortschritte zur Freiheit. Sein Nachfolger scheint von die-