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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
56
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56 Mauromichalis (Familie)

rer öffentlichen Einkünfte in der Provinz Maina und den benachbarten Landschaf-ten förmlich zur Last gelegt. Nach ofsiciellen Angaben (in der zu Anfange 1831gegen Pietro entworfenen Anklageacte in denI^ettres et äoeumeus cMciels",S. 227) vertheidigten sie solche gewaltsame Eingriffe in die Rechte der Negierungdamit, daß jene Einkünfte ihr Eigenthum und zur Erhaltung ihrer Familien un-entbehrlich waren, und daß sie dabei völlig nach dem Willen ihres Bruders Pietro,ihres Stammhauptes, handelten. Mochte nun der letzte Theil dieser vorgeblichenAussage der Wahrheit gemäß sein oder nicht, so erklart sich aus ihr doch hinrei-chend das Benehmen des Präsidenten, welches er seitdem gegen Pietro und dessenFamilie beobachtete. Vor Allem mußte es ihm daran liegen, Pietro's Einfluß aufdie Verhältnisse in Maina so viel als möglich zu schwächen, und dies glaubte er ambesten dadurch erreichen zu können, daß er ihn unter dem Scheine seiner Unentbehr-lichkeit bei der öffentlichen Verwaltung wider Willen im Sitze der Regierung zu-rück und gleichsam unter unmittelbarer Aufsicht behielt. Schon im Febr. 1829bestätigte er ihm deshalb bei einigen Veränderungen im Personale des Panhelle-nions seine frühere Würde eines Probulos (Präsidenten) im Departement desKrieges; und als zufolge des Beschlusses der Nationalversammlung zu Argos (imJul. 1829) an die Stelle des Panhellenions ein von dem Präsidenten zu wählen-der Senat trat, war Pietro einer der Ersten, welche zu Senatoren ernannt wur-den. Solche Maßregeln mochten sich unter den bestehenden Verhältnissen in man-cher Beziehung wol vertheidigen lassen; allein sie verfehlten doch ihren Zweck.Schon zu Ostern 1830 brachte Joannis M. das wahrscheinlich über die Anma-ßungen des Gouverneurs von Lakonien, Ghenovellos, misvergnügte Volk von Tzi-mova zu völligem Ausstande, der zwar scheinbar nur vorübergehend war, aber sei-nem Wesen nach gewiß mit den Unruhen in Verbindung stand, welche noch vorAusgang des Jahres die feindliche Stellung des ganzen südlichen Gebirglandes vonMorea gegen die bestehende Regierung entschieden. Darf man den Angaben seinerGegner Glauben schenken, so hatte Kapodistrias zur Vernichtung der Macht desGeschlechtes Mauromichalis freilich die verwerflichsten und schon deshalb höchstverderblichen Mittel angewendet, weil sie das empörte Volk zuletzt doch zum We-derstande der Verzweiflung treiben mußten. Unter Inderm soll er eine seit langenZeiten bestehende Feindschaft zwischen den Familien'Murtzinos und Mauromicha-lis, welche während des Freiheitskampfes etwas in Vergessenheit gekommen war,absichtlich wieder angefacht haben, um durch gegenseitige Befehdung Beide zu ent-kräften und vorzüglich die Mauromichalis unschädlich zu machen. Auch dies ge-lang ihm nicht. Das Haupt der Murtzinos gab noch auf dem Sterbelager imMarz 1830 über die der Familie Mauromichalis zugefügte Unbill die bittersteReue zu erkennen, und die Mauromichalis standen gerächt und mit neuer Kraft vorihrem Verfolger.

Wir haben anderwärts auf die Ursachen aufmerksam gemacht, welche bereitsvor, aber vorzüglich nach dem Ausbruche der Juliusrevolution zu Paris auch imSüden des Peloponnes wiederholt aufrührische Bewegungen veranlaßten. (S.Griechenland.) Unglücklicherweise schrieb sie der Präsident, nach seiner eig-nen Aussage (I^ettres et ckocumens oKciels", S. 25, 53) fast ausschließendden Machinationen einiger Primatenfamilien, der Delianis, der Aaimis und vorAllen der Mauromichalis zu, welche ihren schädlichen Einfluß, wie er meinte,selbst auf die noch in Morea stationirten französischen Truppen erstreckten, indem sieihnen den Präsidenten nur als einen an Rußland verkauften Gegner der Freiheitdarstellten. Hierauf gründete sich die systematische Verfolgung, welche die FamilieMauromichalis in den letzten Monaten des Jahres 1830 von Seiten des Präsi-denten und des ihm ergebenen Gouverneurs von Maina, Ghenovellos, zu erdul-den hatte. Mehre zu Nauplia sich aufhaltende Glieder dieser Familie wurden un-