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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
57
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Mauromichalis (Familie) 57

ter verschiedenen Vorwänden in gerichtliche Untersuchungen verwickelt, un ter poli-ceiliche Aufsicht gesteh, und zum Theil selbst gefänglich eingezogen. Unter anderntraf dieses Schicksal Pl^o's Bruder, Kadschis M., welchem ein mislungenerVersuch gegen das Leben eit«z seiner Verwandten aus früherer Zeit und neuerlichdie heimliche Vertheilung von Waffen und Munition in der Provinz Maina zurLast gelegt wurde. Während er daher nach Spezzia in gefängliche Haft gebrachtwurde, ward sein Sohn Kadschakssals Mitschuldiger zu gleichem Zwecke nachArgos abgeführt. Ein anderer Bruder Pietro's, Konstantin, entging ahnlicherEntehrung durch zeitige Flucht nach Maina, wo, wie wir anderwärts (f. Grie-chenland) berichtet haben, um diese Zeit die Opposition gegen die Regierungschon bis zum offenbaren Bruche und blutigen Händeln gediehen war. Der ver-haßte Ghenovellos war vertrieben worden, eine Kommission von 12 Mitgliederntrat an die Spitze einer selbständigen Verwaltung d«r öffentlichen Angelegenheiten,welche sich förmlich von fernerer Gemeinschaft mit der bestehenden Regierung los-sagte, und Anastasios M. führte dem von Kalamata gegen Maina abgeschicktenGouverneur Kornelios eine wohlgerüstete Schar Mainoten entgegen, die ihn zuschimpflicher Flucht nöthigte. So stand es, als Konstantin M. in Maina ankam,und zum Befehlshaber der Truppen ernannt wurde. Seine Mittheilungen überdas Verfahren des Präsidenten gegen die in Nauplia zurückgebliebenen Glieder sei-ner Familie brachte den Unwillen der Mainoten aufs Höchste und machte schon da-mals jede friedliche Ausgleichung unmöglich. Gleichwol beharrte Kapodistrias beiseinem verderblichen Systeme persönlicher Verfolgung, welches zuletzt auch nochdas Haupt der Familie treffen mußte.

Pietro nämlich lebte fortwährend, von der Regierung scheinbar mehr geehrtals gefürchtet, zu Nauplia, ohne daß Kapodistrias gewagt hätte, seine persönlicheFreiheit auf eine Weise zu beschränken, welche die üble Stimmung gegen das herr-schende System nur vermehrt haben würde. Der Präsident begnügte sich daher,theils selbst, theils durch seine Getreuen alle Schritte und Handlungen Pietro'sgenau zu beobachten, ihn wo möglich über Alles, was in Bezug auf seine Familieund seine Heimat geschehen mochte, in Ungewißheit zu lassen und ihm vorzüglichjede Verbindung mit den im Aufstande begriffenen Mainoten abzuschneiden. Pie-tro's Lage, welche an sich schon im Verhältnisse zu seiner frühem Stellung als Beivon Maina nichts weniger als glänzend war, wurde dadurch von Tag zu Tagedrückender und beängstigender. Obgleich von allen Seiten umlauert, war er nichtnur in kurzer Zeit von dem Misgeschick seiner Familie,und der muthvollen Erhe-bung der Mainoten wohl unterrichtet, sondern konnte auch mit seinen in Argos undauf Spezzia verhafteten Brüdern und Verwandten Verbindungen anknüpfen, de-ren Zweck gemeinschaftliche Flucht nach Maina und offene Erklärung gegen dasGewaltsystem des Präsidenten sein mochte. Eine freiwillige Entlassung aus demihm längst verhaßten Staatsdienste, welche er, wenn nur einige Hoffnung zu ge-wünschtem Erfolge vorhanden gewesen wäre, gewiß nachgesucht haben würde, bliebfür jetzt bei dem ziemlich unzweideutigen Benehmen des Präsidenten ein eitlerWunsch. Der gut angelegte Plan, durch die Flucht den fernern Verfolgungen desPräsidenten zu entgehen, wurde unter dem Getümmel der Festlichkeiten, welche vor-züglich zu Argos und Nauplia die Feier des Namenstages des Präsidenten im Jan.1831 verherrlichen sollten, wirklich ausgeführt, gelang aber nur zum Theil. Kad-schakos entkam glücklich am 19. Jan. seiner Haft zu Argos, bestieg sogleich in dernächsten Nacht in Gemeinschaft mit Pietro eine auf der Rhede von Nauplia lie-gende Brigg des Obersten Gordon, die nach Aante bestimmt war, landete nach ei-gner glücklichen Fahrt bei Napoli di Monembasia, sammelte hier schnell ein kleines^Heer, und beggnn den Krieg gegen den Gouverneur der Provinz mit einigen sieg-reichen Gefechten. Ein Versuch seines Vaters Kadschis, um dieselbe Zeit in glesi