Mauromichalis (Familie)
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teten Einfluß ebenso nützlich als schädlich werden konnte, so viel möglich in sein In-teresse zu ziehen. In dieser Absicht, scheint es, ernannte er kurz nach seiner An-kunft den alten Pietro zum Mitglieds des von ihm errichteten Panhellenions, undübertrug ihm sogleich den Vorsitz in dem Departement des Krieges, welches einebesondere Unterabtheilung jenes neuen Staatsrathes ausmachte.^ Schon in denersten Monaten der neuen Verwaltung aber trat zwischen dem Präsidenten und derFamilie Mauromichalis eine sichtbare Spannung ein. Bei aller Klugheit gelanges Kapodistrias nicht, seine Furcht vor den ersten Geschlechtern des Landes und na-mentlich vor dem mächtigen Mainotenbei so zu verhüllen, daß nicht auf Seitendieser ein gewisses Mistrauen gegen seine Plane und Handlungen rege gewordenwäre. Misfällige Äußerungen über einige voreilige Schritte der neuen Regierungreizten den beleidigten Stolz des Präsidenten, während auf der andern Seite dieFamilie Mauromichalis und ihr Anhang, im Bewußtsein ihrer Macht und derDienste, die sie dem Vaterlande geleistet hatten, den Verlust der Gewalt nicht ver-schmerzen mochten, welche jetzt, wie sie meinten, von Fremdlingen gemisbrauchtwerde. Wir kennen die Ursachen nicht näher, welche Kapodistrias bereits im Zun.1828 veranlaßten, Georgias M., zugleich mit den zwei andern Gliedern der frü-hern provisorischen Regierungscommission, als Staatsverbrecher zu verfolgen undgefänglich einzuziehen; gewiß aber ist es, daß solche Gewaltstreiche, so sehr sie auchihren Zweck verfehlten — denn Georgias entkam kurz darauf nach Maina — nurdazu beitrugen, die Erbitterung der Mauromichalis zu steigern. Der alte Pietro,der nach dem Zeugnisse Aller, welche ihm näher standen, mit einer großen Würdeim Äußern eine seltene Ruhe des Gemüths verbindet, erklärte sich später zu wieder-holten Malen in derben Ausdrücken gegen Maßregeln des Präsidenten, welche mitden Wünschen und Willen der Bessern, ja mit dem Bedürfnisse und dem Wohledes Volkes in offenbarem Widerspruche zu stehen schienen. Mehre dem Panhelle-nion gemachte Anträge wies Pietro gradezu mit der Bemerkung zurück, daß dieEntscheidung darüber nur einer vom Volke gewählten Nationalversammlung zu-stehe, die man ja längst versprochen habe, deren Stelle aber keineswegs der blosv^n dem Regenten eingesetzte Staatsrath einnehmen dürfe. In gleichem Sinneerklärte er sich gegen die 1829 auf Poros versammelten Minister der vermitteln-den Mächte über die Willkür, womit der Präsident die durch die frühern Verfas-sungen geheiligten Rechte der Nation immer mehr außer Wirksamkeit zu bringensuche, um dagegen Grundsätze und Formen geltend zu machen, die seinen Zweckenam förderlichsten sein möchten, und deren Annahme er mit der Nothwendigkeit ent-schuldige, die Regierung Griechenlands mit den bei dem größten Theile der euro-päischen Mächte herrschenden Grundsätzen in Einklang zu bringen. Solche Vorstel-lungen blieben aber ebenso erfolglos, als eine spätere Unterredung Pietro's mitMarschall Maison, worin er diesen bat, durch seine Vermittelung den Präsidentenzu bestimmen, daß er die gefährliche Bahn verlassen möge, welche er zu seinem unddes Landes Verderben eingeschlagen habe.
Auf der andern Seite darf man freilich nicht vergessen, daß die Familie Mau-romichalis, vorzüglich unter dem Einflüsse des tief gekränkten Georgios, aber viel-leicht wider Pietro's Willen, in Maina selbst bereits damals eine Stellung gegen dieRegierung eingenommen haben mochte, die sich kaum mit der Nothwendigkeit per-sönlicher Selbsterhaltung entschuldigen ließ; ja, es mögen sich einzelne Glieder dersel-ben Dinge haben zu Schulden kommen lassen, welche, den Zwecken eines geordnetenStaatslebens völlig zuwider, die öffentliche Ruhe um so mehr gefährdeten, je we-niger dem Präsidenten die Mittel zu Gebote standen, den ungesetzlichen Anmaßun-gen dieser Bergbewohner mit Erfolg entgegenzutreten. Namentlich, und wahr-scheinlich nicht mit Unrecht, wurde Pietro's Brüdern, Ioannis, Anastasiasund Konstantin, die gewaltsame Beschlagnahme der Zehnten, Zölle und ande-
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