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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
41
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Mariignac 41

5' Minister M. noch einmal: er werde nicht nachgeben, weil er dies vor dem Königenicht verantworten könne; allein Sebastian! erwiderte, dann sei fortan keine Be-hl rathung mehr möglich, wenn der Minister, um Rechten behalten, sich auf die Prä-rogative des Königs berufe. Die Erbitterung nahm zu; endlich verließen die' Minister der Justiz und des Innern in größter Aufregung den Saal; nach Ver-" ^ lauf einer Stunde traten sie wieder in die Kammer ein und nahmen beide Gesetz-entwürfe im Namen des Königs zurück. So war die Trennung zwischen der Wahl-' kammer und der Regierung entschieden. Daß aber der öffentliche Tadel sich nicht^ starker gegen die Hartnackigkeit der liberalen Partei aussprach, mit welcher dieseAlles preisgab, weil sie Alles haben wollte, verhinderte der allgemeine Unwille überdie Hoffaction, welche bei dieser Gelegenheit ihren vorherrschenden Einfluß betä-tigte und dadurch M.'s Entwürfe mit zerstörte, wahrend sie bald nachher auf derandern Seite den Entwurf erblicher Dotationen, zu einem Betrage von 1,?84,0()()Francs Renten für gewisse geistliche und weltliche Pairien, in der Pairskammeram 24. Apr. durchzusetzen wußte. Der erfolglose Kampf in der Deputirtenkam-mer für die Erlangung liberaler Institutionen bewog drei heftige Verfechter dersel-ben, den Abbe de Pradt, Chauvelin und d'Argenson, auf ihre fernere Theilnahmean den Berathungen der Kammer zu verzichten. Am 31. Jul. 1829 ward dieKammer ausgelöst, und in der Nation äußerte sich eine fast allgemeine Unzufrieden-heit sowol mit beiden Kummern, als mit dem Ministerium und dem Hofe; die Hof-partei aber war ihrerseits ebenso aufgebracht gegen das Ministerium, weil diesesdurch sein Nachgeben gegen die öffentlichen Wünsche nur neue Anmaßungen derliberalen Partei hervorgerufen und die öffentliche Meinung aufgeregt habe. Um soweniger konnte jetzt das aufgeklarte Ministerium Martignac den fanatischen Umtrie-ben der Priesterpartei, den Missionen u. s. w. Einhalt thun. Früher hatte dMs per-sönliche Ansehen des Grafen de la Ferronnays dem Ministerium eine Stütze bei Hofegegeben. Allein dieser Staatsmann war kranklich, und mußte schon im Jan. 1829sich zur Herstellung seiner Gesundheit nach Nizza begeben. Nun hatte man schondamals den Plan, den Fürsten Polignac, den Liebling des Königs, Botschafter amlondoner Hofe, in das Ministerium eintreten zu lassen; allein da die meisten Mini-ster, namentlich M. und Portalis, auf diesen Fall ihre Entlassung nehmen woll-ten,so wurde jenerPlan verschoben; endlich wurde,nachdem der Graf de la Ferronnaysseine Entlassung genommen hatte, der Herzog von Laval-Montmorency, Pair vonFrankreich, Staatsministec und Botschafter am wiener Hofe, am 24. Apr. zumMinister des Auswärtigen ernannt, und als dieser den Antrag ablehnte, wurdendurch die Verordnung vom 14. Mai Graf von Portalis zu diesem Ministerium,und an seine Stelle der bisherige Unterstaatssecretair im Justizministerium, derDeputirte und Staatsrath Bourdeau zum Großsiegelbewahrer und Iustizministerernannt. Letzterer hatte bisher im linken Centrum seinen Sitz gehabt, und war ei-pt ner der Ersten gewesen, welcher in der Kammer gegen die Jesuiten auftrat. Wah-h! rend dieses Wechsels in den obersten Verwaltungsstellen gewann die Ansicht der Ul-A tras, daß der Thron eines absolut royalistischen Ministeriums und eines entschlös-se sinen Führers bedürfe, bei Karl X. immer mehr Eingang. Niemand bei HofeD dachte jetzt mehr an Nachgiebigkeit gegen die mächtige Volksstimme; des KönigsA Ausspruch war: Keine Concessionen mehr! (S. KarlX.) So ward Polignac im^ Aug. 1829 aus London berufen, und Karl verabschiedete ein Ministerium, das^ sein letzter Vermittler mit einer in ihren Ideen von Verbesserungen bestimmt aus-^ gesprochenen Majorität war. Anfangs sollten der Minister des Innern Martig-nac und der Finanzminister Roy noch beibehalten werden; als sie aber Beide indieser Stellung zu bleiben sich weigerten, so erschienen am 8. Aug. 1829 siebenkönigliche Ordonnanzen, durch welche das Ministerium Polignac (Courvoisier anBourdeau's, Labourdonnaye an Martignac's, Bourmont an Decaux's, Chabrol