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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
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Martignac

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suitischen Directoren der Police!, Franchet und Delaveau, entfernt und der wür-dige Debelleyme zum Policeipräfecten ernannt worden. Insbesondere unterstützteM. sehr thatig den Verein zur Verbesserung der Gefängnisse. Man klagte fernerüber den Verfall des Straßenbaues und über die Vernachlässigung des öffentlichenUnterrichts; indeß geschah für beide Gegenstände viel Vorbereitendes; besonderssorgte Herr von VatiSmeml für die Verbesserung des Schulwesens; nur konnte beidem steten Wechsel der Ministerien und der Systeme nichts wurzeln und gedeihen.Den in der Kammer gemachten Vorschlag zu einer Adresse an den König um Wie-derherstellung der pariser Nationalgarde wußte, weil der König entgegen war,der gewandte M. durch eine Mehrheit von 20 Stimmen (11. Jul.) zu be-seitigen. Dagegen ward das neue, vom Grafen Portalis vorgelegte Gesetz überdie periodische Presse in beiden Kammern, ohne wesentliche Verbesserungen, miteiner bedeutenden Mehrheit angenommen. Durch dasselbe wurden die Tendenz-klagen gegen den allgemeinen Geist eines Journals abgeschafft und die Cautions-smnmen erhöht; an die Stelle des verantwortlichen Herausgebers trat ein geschäft-führender Eigenthümer (gerant), der für alle Artikel seines Blattes verantwort-lich war; die Censur und die Nothwcndigkeit königlicher Autorisation zur Heraus-gabe der Journale wurden aufgehoben, die königlichen Gerichtshöfe jedoch er-mächtigt, bei wiederholten Vergehen das Journal zu unterdrücken. In der Fi-nanzverwaltung konnten nur einzelne Verbesserungen eintreten. So hob die Or-donnanz vom 22. Febr. das Lotteciespiel in 28 Departements auf und untersagtedie Einführung desselben in 8 andern Departements. An eine bedeutende Er-leichterung der öffentlichen Lasten aber konnte nicht gedacht werden. DaS Mini-sterium Martignac brachte nämlich das bisher verschleiert gebliebene Deficit zurSpracht, welches nach der Erklärung des Ministers Roy die Summe von 200Millionen erreichen könne, weshalb er 150 Millionen Schatzkammerscheine inUmlauf zu bringen vorschlug. Gegen die Behauptung eines DeficitS, welche Vil-lele's Finanzverwaltungsruhm verdunkelte, erhob die Partei deS ExministerS denlebhaftesten Widerspruch. Die Opposition, vorzüglich Lafsitte, Labbey de Pom-pierre, Duvergier de Hauranne, Benjamin Constant und Andere, unterwarf nundie frühere Verwaltung einer schärfer» Prüfung; das Endresultat aber war dieAnnahme eines Budgets von 975,703,025 Francs für 1829, mit 299 gegen 28Stimmen.

So schien das Ministerium Martignac eine festere Stellung in der Kammergewonnen zu haben; allein bei Hofe war die Congregation auf der einen Seitedas größte Hinderniß einer wahrhaft fortschreitenden Reform in den Grundlagender Civilisation, und auf der andern Seite die Stütze einer antinationalen Rich-tung in mehren Zweigen der Verwaltung. Diese zeigte sich besonders in Folge desEinflusses des Dauphins auf die Beförderungen im Heere. Man entfernte diebravsten Oberoffi'ziere aus den Zeiten des mit Ruhm gekrönten Frankreichs underhob dagegen eine große Zahl von Militairs, die nicht unter Frankreichs Fah-nen gefochten Hütten, zu den ersten Militairgraden. Unter den 62 Adjutanten de«Königs Karl befanden sich drei, die nicht einmal Franzosen waren und doch demSchatze jährlich 70,000 Francs kosteten. Dagegen standen 76 Generallieute-nants auf halbem Solde, und von 233 Marechaux de Eamp waren mehr alszwei Drittheile außer Dienstthatigkeit. Die Klagen von 27,(XXI LegionnairS, de-ren Gehalte seit 1814 nicht ausgezahlt worden waren, blieben unbeachtet, wäh-rend man den Emigranren Entschädigungsrenten und den PairS Dotationen bis zu60 Millionen ertheilte. Die öffentliche Meinung erklärte sich gegen die Unter-haltung der Schweizertruppen in einem Lande, wo es an dienstfähigen Soldatenganz und gar nicht fehle. (Vergl. Frankreich.) Überhaupt litt die Fmanzver-walmng an großen Gebrechen, die meist dem vorigen Ministerium zur Last fielen