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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
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Martignac

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nicht genug verbreiteten Lieder und Gesänge zum Pianoforte und seine Lieder fürvielstimmigen Männergesang vor. Er hat deren mehre Sammlungen herausge-geben, in welchen die Gabe, die Poesie in Musik zu verwandeln, mit Neichthumder Melodie und Fülle der Harmonie verbunden, erfreut. (H8)

Martignac und dasMinisteriumMartignac vom 5. Jan. 1828bis zum 8. Aug. 1829. Der Vicomte von Martignac, Deputirter und Ministerdes Innern unter Karl X. Regierung, geboren zu Bordeaux um das J. 1780, war inseiner Jugend Advocat; spater trat er in den Staatsdienst, wo er sich durch Kenntnisseund sein Rednertalent auszeichnete. Unter dem Ministerium Villele wurde er Staats-rath und 1823 befand er sich als außerordentlicher Commissair bei der Armee in Spa-nien. Als Villele bei den neuen Wahlen der Deputirtenkammer am Ende des 1.1827erkannte, daß das von ihm sechs Jahre lang geleitete Ministerium die Mehrheit in derKammer verloren habe, so gab er am 4. Jan. 1828 nebst den übrigen Ministern,dem Grasen von Peyronnet, Baron von Damas, Marquis von Clermont-Ton-nere und dem Grafen von Corbicre, seine Entlassung. Es blieben nur zwei seinerAmtsgenossen auf ihren Posten, der Marineminister Graf von Chabrol, und derUniversitätsgroßmeister Frayssinous, Bischof von Hermopolis. Graf von Chabrolwurde hierauf mit Vollziehung der Ordonnanz vom 5. Jan. beauftragt, durchwelche der König den Grafen Portalis, Pair von Frankreich, zum Siegelbewahrer(Justizminister), den Grafen de la Ferronnays, Pair von Frankreich, zum Ministerder auswärtigen Angelegenheiten, den Vicomte Decaux, Mitglied der Deputirten-kammer, zum Kriegsminister, den Vicomte v. Martignac, Mitglied der Deputir-tenkammer, zum Minister des Innern, den Grafen von St -Cricq, Mitglied derDeputirtenkammer, zum Minister-Staatssecretair und Präsidenten des oberstenConseils des Handels und der Colom'en, den Grafen Roy, Pair von Frankreich,zum Finanzminister ernannte. Zugleich traten in diesem neuen Ministerium fol-gende Veränderungen ein. Der Kriegsminister hatte nicht mehr die Präsentationzu erledigten Stellen bei der Armee, sondern dieses Attribut wurde dem Dauphinzugetheilt, und der Kriegsminister behielt blos die Contrasignatur der Ernennun-gen; von den Verrichtungen des Ministers des Innern wurden diejenigen getrennt,die sich auf den Handel und die Manufacturen beziehen, um mit dem Bureau desHandels und der Colom'en vereinigt zu werden; der öffentliche Unterricht sollte inZukunft keinen Theil mehr des Ministeriums der geistlichen Angelegenheiten aus-machen, sondern die Leitung desselben wurde dem allgemein geachteten, nur den Je-suiten sehr verhaßten Herrn von Vatismenil übertragen. Diese Änderungen, vor-züglich die erste und die letzte, missielen den Ultras von beiden Seiten. Zwar hattesich, wenn man die historische Bedeutung der Namen in Erwägung zieht, der Ein-fluß des Ultramontanismus und die Tendenz zum Absolutismus mit dem Austrittedes Ministeriums Villele sehr vermindert; allein auch das neue Ministerium be-stand aus strengen Royalisten, obgleich mit einer liberalen Farbe. Der einzigeFrayssinous war als Priester des Jesuitismus verdächtig; um so mehr entsprachdie Trennung des öffentlichen Unterrichts von dem Cultusministerium den Wün-schen der aufgeklarten öffentlichen Meinung. Übrigens fand die Mischung des al-ten und des neuen Ministeriums vielen Tadel; daher setzte der König schon am 3.März den Baron Hyde de Neuville in des Grafen Chabrol's Stelle als Marine-minister, und übertrug dem Bischof von Beauvais Feutrier die bisher von Frayssi-nous versehenen Geschäfte im Departement der geistlichen Angelegenheiten.

M. schien sein Verwaltungssystem in dem Sinne des Grundsatzes von De-cazes, die Nation zu Monarchismen, indem die Monarchie (Restauration) sich na-tionalisirte, einrichten zu wollen. Er nahm daher im Personale der Verwaltungviele Veränderungen vor und 20 Departements erhielten neue Präfecte. Jeverhaßter Viilele's Ministerium gewesen war, um so nöthiger war ein nationales