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Marschall
durch ihr Spiel sich beim Publicum in Gunst gesetzt. In den letzten Iahren hat siesich auch im tragischen Fache versucht und in einem neuen Stücke: „I^e Oiflll'^ndslousie" und in Vitt. Hugo's „klei-riam" Rollen übernommen. KeineSchauspielerin hat wie sie die Gunst des Publikums besessen; man hat ihr denBeinamen I^e ckmmcmt gegeben, um anzudeuten, daß sie, wie ein Edelstein, et-was Vollkommenes, ohne allen falschen Zusatz ist. Zu der Zeit des großen Florsdes l'keütre lranykn» bezog sie als Societaire und als Schauspielerin jenes Thea-ters ein Einkomme'., von 30 — 40,000 Francs. Napoleon und andere Fürstenmachten ihr ansehnliche Geschenke. Durch Spekulationen an der Börse, die siefrüher mit Glück trieb, hat sie in der neuesten Zeit so viel verloren, daß sie ihrenPlan, die Bühne zu verlassen, aufgeben mußte, um ihre Verluste zu ersetzen. (25)
M a rsch a l l v o n B i e b e r ste i n (Ernst Franz Ludwig, Freiherr), dirigiren-der Staats- und HauSminister und Bundestagsgesandter des Herzogs von Nas-sau. Im Großherzogthum Baden um 1770 geboren und früher als Offizier inbadischen Diensten, trat M. in gleicher Eigenschaft, noch sehr jung, in die Dienstedes damaligen Fürsten Friedrich August von Nassau-Usingen. Obgleich er dieRechtswissenschaft me auf Akademien studirt haben soll, wurde er doch in seinemneuen Vaterland? bald zu Geschäften im (Zivilsache benutzt. Zum Assessor, spä-terhin zum Rathe bei der herzoglichen Regierung in Wiesbaden befördert, trat erin eine Laufbahn, in welcher er schon seit vielen Jahren zum dirigirenden Staats-minister aufgerückt ist. Er war auf dem wiener Congresse, und bei Abfassung undUnterzeichnung der deutschen Bundesacte und der wiener Schlußakte thätig. Esliegt in der Natur der Sache, daß sein Name mit der neuem politischen GeschichtedeS Herzogtums Nassau, namentlich mit der Geschichte seiner landständischenVerhandlungen seit Gründung der Verfassung, enge verknüpft ist. Schon dieersten nassauischen Landtage brachten die Natur der Domainen zur Sprache. DerHerzog verlangte ihren Ertrag als Privatgut; die Stände wollten denselben in dieSteuerbusse fließen lassen und dem Herzoge eine Civillifte aussetzen; M., zugleichStaats- und Hausminister, und in der letztem Eigenschaft gewissermaßen Privat-diener des Herzogs und als solcher die oberste Leitung der Domainen zu Gunstenseines Herrn führend, kämpfte immer in der vordersten Reihe Derjenigen, welchedie Prärogativen des herzoglichen Hauses vertheidigren Schon am 23. Mai1623 schrieb der Staatsminister von Stein an den Freiherrn von Gagem:„Die Maschinerie deS Nassauer Landtags ist fehlerhaft, aber der Maschinen-meister, statt bemüht zu sein, durch Liebe, Wohlwollen, Sinn für Gerechtigkeit,Achtung für die Verfassung sie zu verbessern, sucht mit Trockenheit die Ver-fassung zu untergraben. Man begnügt sich nicht die Wahlen zu influiren, son-dern man unterdrückt die Wahlfreiheit, man verweigert mit Trotz Gehör undDiskussion der von den Ständen gemachten Ansprüche auf Mitleidenheit der Do-mainen zu den Staatslasten und auf Ersatz der der Steuerkasse einseitig und eigen-mächtig abgedrungenen Äquivalente für die aufgehobenen gutsherrlichen Rechteder Domainenkasse." Zu Dem, was von Stein über M., der, wenigstens seit derneuern Zeit, als die Seele der Verwaltung betrachtet werden kann, gesagt hat,tritt bedeutungsvoll die Erzählung Kluber's über das Schicksal der zweiten Auflageseines „Öffentlichen Rechts des deutschen Bundes und der Bundesstaaten", diezuerst von dem Minister M. förmlich denuncirt wurde. Als im Febr. 1831 derLandtag zusammentrat, äußerte M. in seiner Eröffnungsrede die Ansicht, daß inNassau kein allgemein verbreitetes Verlangen nach Abänderungen oder Unzufrie-denheit in den bestehenden Einrichtungen vorhanden sei. Solche Ansichten fußtenhier, außer den oben angeführten Gründen, auf einer theilweise wohlgeordnetenVerwaltung, noch aus der Wirksamkeit des Geheimraths Jbell herrührend, dereinige Zeit lang unter M. vielgektend war, nach Löning's vergeblichem Mordver-
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