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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
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Mars

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,Durch die Umstände und die von der Regierung angeordneten Maßregeln ge-drängt, obgleich ich die wichtigsten Beweggründe hätte, meine Ehe geheim zu hal-ten, glaubeich doch mir und meinen Kindern die Erklärung schuldig zu sein, daßich mich während meines Auftnthalts in Italien heimlich vermahlt habe." DieseErklärung, die in dem Archive der Reichskanzlei niedergelegt und, wie verlautete,auch den fremden Gesandten mitget-heilt wurde, machte einen tiefen Eindruck.Wahrend die Anhänger der Juliusrevolution es der in Frankreich so machtigenWaffe des Lacherlichen überließen, die schwärmerischen Karlisten zu demüthigen,bestritten diese noch lange die Echtheit jener Erklärung, und als die Besonnenemden schwachen Einwurf aufgaben und sich hinter der Unterscheidung der physischenund politischen Natur der Herzogin verschanzten, erklarte die karlistische ZeitungI^e revenant", das unselige Ergebniß aus dem beschwerlichen Lagerleben in derVendee, wo die Heldin oft das Bedürfnis gefühlt, an treuer Brust auszuruhen.Die Regierung hat seit der Erklärung vom 22. Febr. keine amtliche Bekanntma-chung über den Zustand der Herzogin gegeben. Andere Nachrichten verkünden, siehabe den Obersten Chousserie bewogen, ihre heimliche Entbindung zu begünstigen,und sich nach der Ankunft seines Nachfolgers gezwungen gesehen, ihr Geheimniß zuenthüllen. Der General Bugeaud erleichterte den Zutritt zu der Festung, um die vonden Karlisten verbreiteten Gerüchte über die Lage der Herzogin zu widerlegen. Dochsind die Anhänger der unglücklichen Frau, welcher der Fanatismus ihrer Freundegewiß ebenso sehr geschadet hat, als die leichte Erregbarkeit ihrer Natur, nochimmer geschäftig, abenteuerliche Sagen auszustreuen, um ihre Heldin als dasgeweihte Opfer zu zeigen.

Mars (HippolyteBoutet), die erste Schauspielerin des l'keütre frau^ais,wurde 1778 zu Paris geboren. Ihr Vater war der vortreffliche SchauspielerMonvel an jenem Theater, und ihre Mutter spielte am 'I'beatre Uontan-sier. Hier trat auch 1793 die junge M. in Kinderrollen auf. Einige Jahrenachher bildete sie sich unter der Anweisung der Schauspielerin Contat aus, undbegann am l'tieatre fran^ais Rollen junger Liebhaberinnen und naiver Mädchenzu spielen. Hier zeichnete sie sich neben den andern vorzüglichen Schauspielern so sehraus, daß sie bald zu den ausgezeichnetsten Künstlerinnen gezählt ward. Nie war dieRolle Betsy's inI.a jeunesse cl'IIenri V" besser gegeben worden. Sie folgte1812 der Contat, welche schon längst gesagt hatte, Dem. M. brauche keinen Unterrichtmehr, in den Rollen der sogenannten granües coyr.ettes nach und wandte sichnun zu Moliere's Stücken, die durch ihr unnachahmliches Spiel einen neuenWerth erhielten. Als Celimene imMisanthrop", als Elmire inTartusse",ebenso in den Kokettenrollen von Marivaux's Lustspielen ließ sie nichts zu wün-schen übrig; welche Rolle sie auch übernahm, so war ihr Spiel vollendet. Siehat eine sanfte Stimme, der sie aber die mannichfaltigsten Beugungen, Nuancenund Intonationen geben kann. Durch kunstvollen Vortrag gibt sie besonders denRollen einen eignen Charakter, indem sie nie überladenes Geberdenspiel zeigt;dies ist es, was sie zu einer unnachahmlichen Schauspielerin stempelt. Dabeiübertreibt sie nie, bleibt stets in den Grenzen des Natürlichen und Anständigen, undhat eine solche Sicherheit, daß sie zu Hause in ihrem Zimmer ihres Spieles nichtsicherer sein könnte, welches wol daher rührt, daß sie von früher Jugend an ge-wohnt ist, auf der Bühne vor das Publicum zu treten. Sie hat eine schöne schlankeGestalt, angenehme Gesichtszüge, und zeigt in ihrem Anzug einen so ausgezeich-neten Geschmack, daß sie den Pariserinnen hierin zum Muster dient. Auchweiß sie durch diesen Anzug sehr geschickt ihr Alter zu verbergen. Ihr Fach ist vonkeiner andern Schauspielerin in Anspruch genommen worden, und wiewol sie jetzt55 Jahr alt ist, so spielt sie doch immer noch ihre vorigen Rollen. Einige neuereStucke, als Scribe'sValerie" und Delavigne'sRcole ües vieillarcls" habenEonv.-Lex. der neuesten Seit und Literatur. III. 3