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Ausfassung des Ichs, als selbständigen von Gott verschiedenen Wesens; von derVersöhnung und Erlösung durch Christum, als der Aufhebung der Gegensatze inder Auffassung des Absoluten durch die Idee Gottes im Menschen (den Gottmen-schen); von der Offenbarung, als dem sich Entwickeln Gottes in dem Bewußtseindes Menschen u. s. w., in die Dogmatik M.'s aufgenommen. Man kann diesem spe-culativ-dogmatischen Systeme ausgezeichneten Scharfsinn und feine Combinations-kunst gewiß nicht absprechen, aber den höhern Ansprüchen der freien Wahrheitsfor-schung und der rationalen Kritik ist darin sehr wenig entsprochen worden. Nichtmit Unrecht ist M.'s Dogmatik der Vorwurf gemacht worden, daß sie auch demGeiste des Protestantismus nicht getreu geblieben sei, wofür man sich nicht alleindarauf berufen kann, daß darin die heilige Schrift ihrer höchsten Autorität für denkirchlichen Glauben beraubt ist, indem der Tradition eine gleiche Gültigkeit mit ihreingeräumt wird, sondern auch darauf, daß diese Methode der willkürlichen Hin-überdeutung mit demselben Rechte eine Anwendung auf jedes andere kirchlicheGlaubenssystem zulaßt, wie denn mehre katholische Theologen, wie Thanner, Zim-mer u. A., nach derselben philosophischen Lehre ihre katholische Kirchenlehre in die-ser speculativen Weise ausgedeutet haben. In seiner Darstellung der Symbolik(„Christliche Symbolik", 3 Bde., Heidelberg 1810 — 14) und in den Schrif-ten : „Über das wahre Verhältniß des Katholicismus und Protestantismus" (Hei-delberg 1810); „lostiwtiones tllsologiae s^mdolicae" (Berlin 1812, 3.Ausg. 1830), ist er freilich der Natur der Sache nach genauer auf das Historischeeingegangen als in der Dogmatik, jedoch ist auch hier ein allzu großer Einfluß sei-ner speculativen Ansichten auf die Auffassung der kirchlichen Lehren, und insbeson-dere eine Neigung, den katholischen Dogmen einen ihnen nicht zukommenden hö-hern, idealen Sinn unterzulegen, bemerkbar, die der historischen Treue oft Eintragthut. Auch seine Darstellung der Kirchengeschichte („Universalkirchenhistorie desChristenthums" (1. Theil, Erlangen 1806) ist fast ganz im Sinne der Schel-ling'schen Lehre ausgeführt. Weniger ist dies bei einigen speciellen kirchenhistori-schen Arbeiten der Fall, unter denen vorzüglich seine „Geschichte der deutschenReformation" (2 Bde., Berlin 1816, 2. Ausg., 3 Bde., 1831) ausgezeichnetzu werden verdient. Auch seine Beiträge zur Geschichte der christlichen Moral(„Geschichte der christlichen Moral in den der Reformation vorhergehenden Jahr-hunderten", 1. Bd., Sulzbach 1806), und zwei frühere Programme von1804 und 1805, die Geschichte der neuern theologischen Moral betreffend, tra-gen mehr den Charakter fleißiger Quellenforschung als speculativer Darstellung.Eine nicht geringe Anzahl von Predigten, die von ihm, zum Theil aus der erstenZeit seiner schriftstellerischen Thätigkeit im Druck erschienen sind, bewogen sich meistin einer Sphäre des religiösen Lebens, die nur für Gebildete ansprechend sein kannund sind ihrem Inhalt nach ebenfalls nicht frei von Anklängen aus seiner philo-sophischen Denkart, die hier bisweilen an das Mystische streift, spater sich mehr inden Formen der Orthodoxie sixirt, z, B. „Predigt über den Ursprung des Bösen",mit Peterfohn's Predigt über denselben Gegenstand zusammengedruckt (Göttingen1801); „Predigten für gebildete Christen" (Daselbst 1801); „Fünf Reforma-tionspredigten" (Berlin 1814 und 1818). Zu seinen Bearbeitungen der prakti-schen Theologie gehört außerdem auch seine „Grundlegung der Homiletik" (Ham-burg 1811) u.,d sein der altkirchlichen Lehre getreuer „Katechismus der christlichenLehre" (Bertin 1825). In seiner Schrift „Über die wahre Stellung des litur-gischen Rechts im evangelischen Kirchenregiment" (Berlin 1825) tritt er in denVerhandlungen wegen der neuen preußischen Kicchenagende, als Vertheidiger desRechts protestantischer Fürsten zur Einführung neuer Agenden, gegen Schleier-macher auf, und räth zu strengen Maßregeln der Regierung gegen die mit derAgende Unzufriedenen. (Vergl. Liturgiewesen.) Merkwürdig ist endlich auch