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gab eine vollständige Darstellung dieser Wissenschaft in seinen „Grundlehren derchristlichen Dogmatik" (Berlin 1819, zweite, ganz veränderte Ausgabe 1827).Außerdem schrieb er über einzelne dogmatische Lehren, z. B. „Das Brot im heili-gen Abendmahl" (Berlin 1817); „Ottomar, Gespräche über des AugustinusLehre von der Freiheit des Willens und der göttlichen Gnade" (Berlin 1821).Die Methode, welcher M. hierbei folgt, ist die der Hinüberdeutung einer philoso-phischen Lehre in die Formeln einer kirchlichen Orthodoxie. Daß diese Methode,deren sich bekanntlich mehre Anhänger der Schelling-Hegel'schcn Philosophie be-dient haben, weder dem Interesse der religiösen Wahrheit noch dem der kirchlichenOrthodoxie Genüge zu leisten vermöge, ist schon oft dargethan worden. Das In-teresse der religiösen Wahrheit wird dadurch beeinträchtigt, daß diese nicht rein inder ihr wesentlichen Form der Wissenschaft oder Philosophie ausgesprochen,sondern in die ihr großentheils fremde Hülle kirchlicher Dogmen eingekleidet wird,wodurch sie nur in einem dunkeln ünd entstellenden Zwielicht erscheint. Ebensowenig aber kann natürlich das Interesse der kirchlichen Orthodoxie dadurch wirklichbefriedigt werden, denn diese wird ja doch nur dem Scheine nach in die Dogmatikaufgenommen, da nur die Worte und Formeln des kirchlichen Glaubens, aber ineinem der Kirche ganz fremden Sinne eines speculativen Systems, gebraucht wer-den. Es ist daher nicht zu verwundern, daß diese Classe von Dogmatikern von beidenSeiten, von den Nationalisten wie von den Supernaturalisten und Kirchengläubi-gen, als unentschiedene Zwitterwesen angefochten worden ist, und daß man ihr denVorwurf einer, absichtlichen oder unabsichtlichen, Täuschung gemacht hat. Dazukommt, daß das philosophische System, von welchem diese Dogmatiksr und auchM. ausgehen, wenig geeignet ist, das Wesen und den Geist des Christenthumsrichtig aufzufassen; denn die Jdentitätslehre macht durch ihr Princip der Identitätdes Subjects und des Objects, oder des Denkens und des Seins, des Vernünfti-gen und Wirklichen, des Idealen und Realen, die wichtigsten Wahrheiten der Re-ligion wankend. Die Selbständigkeit des Wesens Gottes wird durch Pantheismus,die Persönlichkeit des Menschen und die Unsterblichkeit der Seele durch ein mysti-sches Einssein mit dem Absoluten, die moralische Freiheit durch intelligiblen Fata-lismus bedroht, und der Unterschied zwischen Gutem und Bösem verliert seineRealität, da er nur als ein niederes und nothwendiges Entwickelungsmoment inder Auffassung des Absoluten gilt, der auf dem wahren, höhern Standpunkt vonselbst verschwindet. In diesen Grundsätzen stimmen im Wesentlichen die ältereSchelling'sche und die Hegel'sche Lehre überein, wovon die erster? der ersten Aus-gabe der Dogmatik M.'s, die andere der zweiten zu Grunde gelegt ist. Eine na-türliche Folge davon war, daß M.'s Dogmatik den Geist und den eigentlichenKern der christlichen Lehre, der in den Ideen der selbständigen Gottheit, der persön-lichen Unsterblichkeit, der moralischen Freiheit und der Sittlichkeit enthalten ist,nicht wissenschaftlich begründen konnte, sondern daß sie mehr die äußere, unwesent-liche, nur historische Hütte als den wahren, wesentlichen Gehalt des Chcistenthumshervorheben mußte. Die erst in späterer Zeit zu der christlichen Glaubenslehre hin-zugebrachte und nur zufällig aus der historischen Lehre von der Persönlichkeit Christihervorgebildete Lehre von der göttlichen Drc>.inigkeit ist bei M. das Princip derDogmatik, die er jedoch in seinem speculativen Sinne als die dreifache Auffassungdcs Absoluten oder Gottes in seiner Unterschiedlosigkeit, in dem Unterschiede sei-ner von sich selbst, und in der Rückkehr seiner zur Einheit mit sich selbst (die dreiEntwickelungsmoment? der Hegel'schen Dialektik), also in einem der Kirche völligfremden Sinn, auffaßt. In einem ähnlichen speculativen Sinne werden auch an-dere positive Lehren, z. B. von der Gottmenschheit Christi, als der Einheit desgöttlichen und dcs menschlichen Bewußtseins oder als das Ossenbarsein der IdeeGottes in der menschlichen Vernunft; von dem Sündenfall und der Erdsünde, als