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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
20
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20 Manne Marheineke

ser Auchtpollcelgerichte angeklagt, und Constant für den Brief gegen M. zu emmo»natlichem Gefangniß und 500 Francs Geldbuße verurtheilt, bei der Appellationjedoch von der Haft losgesprochen. M. erhielt durch Specialordonnanz das Ofsi-zierkreuz der Ehrenlegion und wurde bald darauf Rath am Cassationshofe, wo er isich durch seine gründlichen Rechtskenntnisse sehr nützlich machte. Labourdonnayeernannte ihn zum Policeipräfecten des Seinedepartemcnts als Nachfolger des !allgemein hochgeachteten Debelleyme. Er versprach beim Eintritte, dem Beispiele !des Vorgangers zu folgen. Sein erster Schritt war aber die Vertreibung vieler al-ten Beamten. Verjährte Satzungen wurden hervorgeholt, Paris füllte sich mitPoliceispionsn. Nicht blos die Schriften kamen unter Oberaufsicht, auch dieSchriftsteller, und unter diesen Casimir Delavigne. Eine Policeiordonnanz, dieden Pulcinellen ihr freies Wort verbot, erregte das Gelächter der Pariser; wie dieandern Theater wurden auch die wandernden Breter der Censur unterworfen. Alsin den Morgenstunden des 35. Jul. die Ordonnanzen beschlossen worden, erhieltM. am Abend Kenntniß davon. Zu Peyronnet berufen, rieth er zu energischenMaßregeln, die zum Glücke nicht angewandt wurden. Er verlangte, behauptetman, daß die Minister einige Tage warten, dann zur Feier des Sieges über Algiereine große Parade veranstalten, und von den in Paris concentrirten Truppen dieHaupter der freisinnigen Opposition verhaften lassen sollten. Am 29. Jul. bei Ta-gesanbruch, nach Verbrennung vieler Papiere, floh M. aus Paris und gelangteunter dem Namen Meunier nach Brüssel. Bei der brüsselec Revolution flüchteteM. weiter und lebt jetzt in der Schweiz. (15)

Manne (Louis Charles Joseph de), Conservator der königlichen Biblio-thek zu Paris, wo er am 19. Sept. 1773 geboren ward. Beim Antikencabinetder Nationalbibliothek angestellt, wurde er 1820 Conservator als Nachfolger Ca-peronnier's. Er war einer der Stifter der pariser astatischen Gesellschaft und istMitglied ihres Conseils. Alleiniger Besitzer der gravirten Tafeln, Zeichnungen undKartensamlung Danville's, beschäftigte sich M. seit vielen Jahren mit Untersu-chungen über die Arbeiten jenes berühmten Geographen. Er gab eineM»6ceraiscmn^e ckes vuvrages <ie Oanville" (Paris 1802) heraus, zu welcher Bar-bie du Bocage einige Bemerkungen hinzufügte, und hat eine vollständige Ausgabeder Werke Danville's in sechs Bänden mit einem Folioatlas angekündigt. (15)Marheineke (Philipp Konrad), Professor der Theologie zu Berlin, wurde1786 zu Hildeshekm geboren. Als er, nach beendigten Studien in Göttingm, ebeneine Repetentenstelle an der dortigen theologischen Facultat übernehmen wollte, erhielter 1804 einen Rufals zweiter Universitätsprediger nach Erlangen, wo er zugleich alsPrivatdocent der Theologie auftrat. Er wurde daselbst 1806 außerordentlicher Pro-fessor der Theologie, folgte 1807 einem Ruf als außerordentlicher Professor der Theo-logie nach Heidelberg, wo er 1809 ordentlicher Professor der Theologie wurde, ging1811 als ordentlicher Professor der Theologie nach Berlin und hat dort seitdem ohneUnterbrechung in dieser Stellung gelebt und gelehrt. Seine fruchtbare schriftstelleri-sche Thätigkeit hat sich in den verschiedensten Richtungen über die meistert Zweige derTheologie verbreitet und überall hat er Geist, Scharfsinn und Gelehrsamkeit be-währt, die auch von Denjenigen anerkannt werden müssen, die mit seinen theolo-gischen Grundsätzen nicht einverstanden sein können. Namentlich hat er die Dog-matik, die Symbolik, die Kirchengeschichte, Dogmengeschichte, Geschichte der Mo-ral und die praktische Theologie mit mehr oder weniger Verdienst angebaut.M. gehört zu den philosophirenden Theologen und zwar zu denjenigen, welche dieSchelling-Hegel'sche Lehre auf die Theologie angewendet und dieser dadurch ei-nen höhern wissenschaftlichen Charakter zu geben versucht haben. Schon aus die-sem Grunde war M.'s Wirksamkeil hauptsächlich auf die Bearbeitung der Dog-matik hingewiesen, worin er auch ohne Zweifel das Bedeutendste geleistet hat. Er