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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
19
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Dramas:Der alte Student", das auf der königftädtischen Bühne einstudirtworden war, durch mündliches Einverständniß mit den Schauspielern dahin zubringen gewußt hatte, daß die von der Censur gestrichenen Stellen bei der erstenDarstellung, welcher grade der König selbst beiwohnte, dennoch gesprochen wur-den. M. begab sich darauf nach Hamburg, wo er sein Stück in den Druck'gabund die Redaction desNorddeutschen Couriers" übernahm, eines politisch-litera-risch raisonnirenden Zeitblattes, das jedoch nur ein sehr untergeordnetes und spur-loses Leben führte. Nach der Juliusrevolution wanderte er nach Paris und gehörtseitdem zu Denjenigen, welche ihre Beschäftigung darin finden, die vaterlandischenZustande, statt zur Förderung derselben durch Rath und That mitzuwirken, durchdie stumpfen Waffen eines ohnmachtigen und unfruchtbaren Witzes zu verhöhnen.Es fehlt jedoch bei ihm jede Spur eines ernstern und tiefern Hintergrundes, undsein Haschen nach Witz und Humor, die bei ihm ohnehin der gewöhnlichern Sphäreangehören, muß deshalb um so unerfreulicher wirken, je bedeutender und wichtigerdie Gegenstande des öffentlichen und nationellen Lebens sind, die er in seiner leichtsin-nigen poetischen Laune angreift. Die Quintessenz seiner hierher gehörigen Auf-sätze und Gedichte hat er in einer Sammlung unter dem Titel:Pfefferkörner"(Hamburg 183132) zusammengestellt, wovon bereits drei Bündchen erschienensind. Die frühern Arbeiten M.'s, mit welchen er seine schriftstellerische Lausbahnbegann, waren beiweitem harmloserer Natur, und es ist schade, daß er das Gebietdes gemächlichen Scherzes verlassen, der sich z. B. in seinemRanzel und Wan-derstab, oder Reisen nach Gefühl und Laune" (2 Bde., Berlin 182123)oder in seinenHumoristischen Raupen, oder Späßchen für Forstmänner undJäger" (2. Aufl., Berlin 1824) und andern zeigte, und um Vieles besserdem beschränkten Kreise seines Talents zusagte, als seine jetzige satirische Richtunggegen die Weltbegebenhciten. Auch im dramatischen Fach hat sich M. vielfachversucht, und in seinemKohlhaas", seinemCromwell" und andern es wenig-stens an theatralischer Lebendigkeit und Beweglichkeit nicht fehlen lassen. (47)

Mangin, Policeipräfect unter Polignac's Ministerium, ward um 1776zu Metz geboren, wo sein Vater Specereihändler war, und in seinem 1t>. Jahrebei einen Tischler in die Lehre gegeben. Er verschaffte sich aber einige Bücher, ftudirteinsgeheim, wurde dann von einem Exjesuiten ins Haus genommen und trat in ei-nem Alter von 1k Jahren zu Metz als Advocat auf. Sein College Deserre, derspätere Justizminister, der nach der ersten Nestauration zum Deputirten ernannt »wurde, verschaffte ihm die Stelle des königlichen Procurators in Metz. AlsGeneral Guillaume und Oberst Viriot einen Aufstand in Lothringen versuchten,zog M. an der Spitze der Gendarmerie mitten in der Nacht gegen die Ver-schwörer und ließ sie festnehmen: einige kamen auf das Schassott, Viriot ret-tete sich durch Flucht, Guillaume starb im Exil. M. wurde Divisi'onschef beimJustizministerium, darauf Generalprocurator zu Poitiers. Im Febr. 1822 be-schuldigte er mehre Mitglieder der Kammer, den General Foy, Benjamin Con-stant, Lafayette, Keratry, Voyer d'Argenson und Andere der Theilnahme an Ber-ton's Verschwörung gegen die königliche Regierung.Aber", sprach er zu den Rich-tern,man fragt, warum ich die Beschuldigten nicht vor die Gerichte bringe.Darauf erwidere ich: Ich bin nicht competent; wenn ich es wäre!" DiesesI'ötiiis!" steigerte den Unwillen gegen M. Es wurden anonyme Briefe an ihn ge-richtet, die ihm den Tod drohten. Nach der Verurtheilung Berton's brachten Laf-fltte, Constant, Keratry und Foy ihre Anklage gegen den Generalprocurator vor,allein der Cassationshof entschied, der Proceß solle nicht stattfinden. BenjaminConstant hatte zwei Flugschriften in Form von Briefen, wovon einer an M.,drucken lassen und warf ihm darin vor, den unglücklichen Casse zur Empörung ver-leitet und dann preisgegeben zu haben. Diese Flugschriften wurden von dem pari-

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