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Dritter Band (1833) M bis R
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18 ' Maltitz !

den Ackerbau und den Wohlstand des Landes (1814 und 1815) und über die Na-tur der Rente (1815) heraus, und seine Anstellung als Lehrer der Geschichte undStaatswirthschaft an der von der ostindischen Gesellschaft zur wissenschaftlichenBildung ihrer Beamten gestifteten Anstalt veranlaßte ihn, die Staatswirthschafts-lehre in eine umfassende Darstellung?rincipies o5poiitical ecooom)-" (London1820) zu entwickeln. SeineDeLnitiovs iu political econom^" (London 1827),behandeln einzelne Fragen der Staatswirthschaftslehre, besonders die Begriffe desRekchthums und der Arbeit. In seinem Hauptwerke über die Bevölkerung, das inEngland nicht nur zu vielfachen Verhandlungen unter den Gelehrten Anlaß gegeben,sondern auch auf die Verwaltungsgrundsatze Einfluß gehabt hat, stellte M. denGrundsatz auf, daß nach einem allgemeinen, in seiner Wirksamkeit unwiderstehli-chen Gesetze die Menschenzahl schneller zunehme als gleichzeitig die Mittel desUnterhalts sich vermehren, oder wie er und seine Schüler das Theorem ausdrücken:die Bevölkerung schreite in geometrischem Verhaltnisse fort, wahrend der Nah-rungsbedarf zu gleicher Zeit nur in arithmetischem zunehme. Diese mit derNahrungserzeugung thatsachlich und nolhwendig nicht in Verhaltniß bleibende Zu-nahme der Bevölkerung werde nur durch Laster und Elend unterdrückt, behauptetM., und zieht aus seinen Grundsätzen die Folgerung, daß Elend und Entbehrungunter den Bewohnern jedes Landes im Verhaltniß zur Vermehrung der Gattungzunehmen müssen. In der zweiten Ausgabe des Werkes erhielt seine Theorie we-sentliche Veränderungen, und vorzüglich fügte er die Lehre von den vorbeugendenHemmungen (preventive cdecks) der Bevölkerung hinzu, die in der, aus Moti-ven der Sittlichkeit oder Klugheit hervorgegangenen freien Beschränkung des Zeu-gungstriebes bestehen; in allen neuen Bearbeitungen seiner Theorie aber blieb derSatz stehen, daß die Bevölkerung die Richtung habe, über die Unterhaltsmittelhinauszugehen, und nur durch Hunger, Krankheit, Laster oder durch moralischenZwang, nämlich Enthaltsamkeit, beschrankt werde. Diese Theorie fand bereitsfrüher viele Widersacher in England, wiewol sie nicht immer gründlich geprüftward; in der neuesten Zeit aber ist, außer Everett (s.d.), vorzüglich MichaelThomas Sadler in seiner Schrift: ,/IAe law of Kopulation" (1. und 2. Bd., Lon-don 1830), gegen M. aufgetreten. Er greift das Grundprincip desselben mit sieg-reichen Gründen an, indem er zeigt, daß die von M. aufgestellte Behauptung in Be-ziehung auf das Verhaltniß der Zunahme der Bevölkerung zur Vermehrung desNahrungsbedarss durchaus nicht allgemein gültig sei und daher die Bevölkerungnicht nothwendig auf die Nahrung drücke, wie M. und seine AnHanger wollen;doch war er in der Aufstellung eines Gesetzes der Bevölkerung nicht glücklicher alssein Gegner, da auch er in den Jrrthum verfiel, der M. zu seinen unhaltbaren Be-hauptungen verführte. Dieser Grundirrthum liegt in der Voraussetzung, daß M.die Bevölkerung auf einen bestimmten Raum beschrankt, und daher die aus dem-aufgestellten Grundsatze hervorgehenden Folgerungen auf die Nachtheile einermöglichen Vermehrung der Menschenzahl in ein enge begrenztes Gebiet einschließt.Einen neuen Vertheidiger hat M. an dem Professor Nassau William Senior zuOxford gefunden, der in seinenl'wo lectures on Population" (London 1831)die angefochtene Lehre zu befestigen sucht; Niemand aber ist in England auf eineso aberwitzige Anwendung jener Theorie verfallen als in Deutschland Weinhold, derdie vorbeugenden Hemmnisse in physischen Zwang verwandeln wollte.

Maltitz (Gotthilf August, Freiherr von), wurde bei Königsberg in Preu-ßen am 9. Jul. 1794 geboren. Er widmete sich anfangs dem Forstfache, das erjedoch spater wieder verließ, um sich einer blos literarischen Beschäftigung hinzu-geben. deinen ursprünglichen Aufenhaltsort Berlin, wo er sich zuerst durch seinedichterischen Erzeugnisse bekannt machte, mußte er 1828 verlassen, da er es beider Ausführung seines viele Anspielungen auf die Verhältnisse Polens enthaltenden