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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
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Malß

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Blume" (Dresden 1824), gelieferten Bearbeitung dreier Schauspiele Lope deVega's der Versuch, die fremde Dichtung durch freiere Behandlung der deutschenLesewelt naher zu bringen. Von seinen selbständig poetischen Arbeiten gab er unterdem TitelGedichte" bereits 1817 eine Sammlung heraus. Es sind Versuchevon ungleichem Werthe, aus denen sich jedochDie Verklarung des Morgen-sterns", eine größere aus einer unglücklichen Jugendliebe erwachsene Dichtung,als reich an eigenthümlichen Schönheiten, hervorhebt. Eine Sammlung seiner inTaschenbüchern und Zeitschriften zerstreuten spatern lyrischen Poesien besorgte nachseinem Tode die oben genannte Freundiw(Poetischer Nachlaß und Umrisse aus sei-nem innern Leben", Kassel 1825). Von seinen in den letzten Jahren seines Lebenserstandenen Novellen nennen wir hier nur die im Taschenbuche,,Urania" für 1820enthaltene ErzählungRosa". Neben der Empfindung behauptete in M. immerauch der Gedanke sein Recht, und wie er sich über seine eignen Arbeiten kritisch zuverständigen bemüht war, wovon die Einleitungen zurVerklarung des Morgen-sterns", zu Calderon's und Lope's Stücken zeugen, so war es ihm auch Bedürf-nis' sein Wohlgefallen oder Misfallen an den Werken Anderer auf Grundsätze zu-rückzuführen. Mehre auf diesem Wege entstandene kritische Aufsätze, in denen dieMilde der Gesinnung mit der Strenge des Urtheils sich paart, bewahren derHermes" und dasLiterarische Conversatimsblatt". (51)

Malß (Karl), Theaterdirector in Frankfurt a. M., wo er im Der. 1792geboren wurde, und wo sein Vater Chef eines bedeutenden Handlungshauseswar. Zum Kaufmann erzogen, wanderte M, in seinem 17. Jahre ins mittäg-liche Frankreich, und arbeitete namentlich in Lyon längere Zeit in mehren Hand-lungshausern. Die kaufmannischen Geschäfte singen indeß bald an ihn wenigeranzuziehen, und so löste er plötzlich seine Verhältnisse auf. Bis zum Einzüge derAlliirten in Frankfurt beschäftigte er sich daselbst mit mathematischen Studien.Noch vor dem Aufrufe an Freiwillige mesdete-si'ch M. bei dem Prinzen von Hessen-Homburg, ein Umstand, der ihm eine Ofsiziersstelle in der Schar der frankfurterFreiwilligen erwarb. M. machte in dieser Eigenschaft den Feldzug von 1814 nachFrankreich mit. Nach demselben trat er in bürgerliche Verhältnisse zurück, weil erim Frieden nicht dienen wollte, zog aber 1815 abermals mit nach Frankreich.Nach dem Frieden in den Civilstand zurückgetreten, studirte er mit Eifer Mathe-matik, Ingenieur- und Bauwissenschast, und arbeitete dann in Mainz als Elevebei der Straßen- und Brückenbaudirection. Er ging darauf nach Gießen, wo erMathematik, Physik und Chemie studirte, und erhielt 1819 eine Anstellung inKoblenz als Architekt bei der Festungsbaucommission. M. würde wahrscheinlichin preußischem Staatsdienste geblieben sein, wenn er die Sicherheit erhalten hätte,nicht anderswo als in den Rheinprovinzen gebraucht zu werden. Grade umdiese Zeit machte sein Lustspiel:Der Bürgercapitain", Aufsehen in Frankfurt a.M.,und M. erhielt den Antrag, die Direktion des dortigen Theaters zu übernehmen.Die Liebe zur Vaterstadt siegte. Elf Jahre hindurch stand er mit dem Kapellmei-ster Guhr unter einer kaufmännischen Oberdirection, artistisch und verwaltend demfrankfurter Stadttheater vor und führt noch jetzt die Verwaltung, nachdem die ar-tistische Leitung dem ehemaligen Regisseur Grüner in Darmstadt übertragen wor-den. Das Locallustspiel:Der Bürgercapitain", wurde von gewichtigen Stim-men als eins der besten Stücke jener Art erklärt. Die treu und doch mit genialerGabe der Wiedererschassung nach dem Leben copirten Situationen, Redensarten,Gesinnungen von frankfurter Bürgern der mittlem und untern Classe fanden über-all Anklang, und passend war dabei das Jahr 1815 gewählt. M.'s neueste Stückesind:Das Stelldichein in Tivoli", größtentheils nach einem berliner Baude-ville, undDie Landpartie nach Königstein", nach Dartois' VaudevilleI^edonr^eois l!e sinris", aber mit vielen neuen Situationen, im frankfurter Dialekt

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