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er, einer seltsamen Verordnung des alten Fürsten zufolge, wie andere Staatsdie-nst, in den Posten zurücktreten, den er vor dem Eintritte der fremden Herrschaftinnegehabt hatte, allein schon im nächsten Jahre ward er zum Justizrathe und
1817 zum Regierungsrathe ernannt. In diesem Jahre ward er als Geschäftsträ-ger seiner Regierung nach Dresden gesandt, und hier war es, wo er die letzten aberauch die reichsten und glücklichsten Jahre seines zu früh verblühten Lebens größten-theils zubrachte. Geistreich ohne Anmaßung, wohlwollend ohne Verstellung, kind-lich-mild ohne unselbständige Nachgiebigkeit, schalkhaft-witzig ohne verwundendeHerbe, liebenswürdig in seinem ganzen Wesen, wußte er Alle, die mir ihm innähere Berührung kamen, Männer und Frauen, an sich zu fesseln. In dem engernKreise von Freunden und Freundinnen, der sich um ihn bildete, waren die GrafenLöben (s. d.) und Kalckreuth seinem Herzen die nächsten. Mußte solcher Umgangihn mannichfach anregen, so war doch mehr als dieser das befreundete Verhältniszu Ludwig Tieck uns seinem gastfreien Hause von förderndem Einflüsse auf seinliterarisches Streben. Tieck's belebendes und von der liebenswürdigsten Persön-lichkeit gehobenes Gespräch, sein von tiefer Einsicht unterstützter Rath und die lite-rarische Beihülfe aus seinem besonders in der ältern spanischen Literatur, der sichM. jetzt vorzugsweise zuwandte, reichen Bücherfchatze, machte ihm die Nähe destrefflichen Meisters unschätzbar, und nur ungern dachte er an die Möglichkeit einerdereinstigen Veränderung seines Aufenthalts, die bei seiner Befähigung mit jedemJahre wahrscheinlicher wurde. Von einer Reife in die Heimat, zu welcher ihnder 1820 erfolgte Tod seines Oheims genöthigt hatte, war er als reichbedachlerErbe und als Kammerherr und Ritter des Löwenordens nach Dresden zurückge-kehrt. Bald darauf (1822) bethätigte eine außerordentliche Sendung, mit der eran den berliner Hof beauftragt wurde, das in ihn gesetzte Vertrauen. Nach seinerRückkunft von da beschäftigten ihn die Entwürfe zu neuen Einrichtungen auf demihm und seinem Bruder aus der Erbschaft des Oheims zugefallenen Gute Eschen-berg, und eine im Jul. 1824 dahin unternommene Reise sollte die Ausführungderselben beschleunigen. Es war seine letzte. Ein zu Anfange wenig beachtetesUbelbefinden nahm innerhalb weniger Tage eine unerwartete Wendung und artetein ein bösartiges Nervensieber aus, das am 20. Sept. 1824 auf dem Stamm-schlosse der Familie zu Eschenberg seinen in den Tagen frischester Gesundheit vonihm selbst oft vorausgesagten frühen Tod herbeiführte. — M. war als Dichter keinschöpferischer Genius, aber voll Empfänglichkeit für das Schöne in Kunst undLeben. Der reine fromme Sinn und die ernste Richtung, denen er in allen Ver-hältnissen treu blieb, waren die Seele seiner Poesie. Uber die meisten seiner zumTheil sehr zart empfundenen Lieder ist der Geist einer sanften Wehmuth ausgegos-sen, die sich oft in glücklichen aus der Natur entlehnten Bildern ausspricht. DieWelt war ihm, nach seinem eignen Ausdrucke, ein Buch, das uns offen daliegtzur Versenkung in tiefe, heilige Gedanken. Daher zum Theil seine Vorliebe fürdie bildliche Einkleidung, daher vielleicht auch seine Hinneigung zu der Poesie dessüdlichen Europa, insbesondere zu der ältern spanischen Literatur. In Verbindungmir einer schwesterlichen Freundin, der Stiftsdame von Kalenberg, hatte er bereitszu Kassel die Ubersetzung einiger Calderon'schen Dramen begonnen. Mit Liebesetzte er diese Arbeit in Dresden fort, und 1818 erschien der erste Band seinerVerdeutschung der Schauspiele Calderon's. Diesem folgten in den nächsten Jah-ren noch fünf andere, in denen, bei dem darauf verwandten sinnigen Fleiße, dieKunstfertigkeit des Ubersetzers sich allmälig zur Meisterschaft steigerte (Leipzig
1818 — 25). Daneben trat das Calderon'sche Lustspiel: „Die Verwickelungendes Zufalls", in einem befon. 'rn Drucke 1819 zu Berlin an das Licht. Hatte ersich in diesen Arbeiten mit liebender Hingebung an die fremde Originalität ange-schlossen, sogelang ihm nicht minder in seiner unter dem Titel: „Stern, Zepter,