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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
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12 Malcolm

dem ersten Abschnitt seines größern Werkesl'ke polltica! Instar? oflntüa from1784 to 1823" (2 Bde., London 1826) einverleibt. Dieses ausgezeichnete Werkgibt eine Darstellung der politischen Verhandlungen in Indien bis auf die Verwal-tung des Lords Hastings, und was M. über die Verhaltnisse der Regierung in In-dien zu der höchsten Staatsbehörde des Mutterlandes sagt, erhalt ein erhöhtesInteresse in diesem Augenblicke, wo die Vorrechte der ostindischen Compagnie derGegenstand wichtiger Verhandlungen werden. In Beziehung auf diese hat erjetzt wieder seine Stimme erhoben, und aus amtlichen Papieren die Verwal-tungsverhältnisse in Indien in der Schrift:l'ke admmistrstion o5 öritishIncka" (London 1833) dargestellt. Als die Briten 1817 die größten An-strengungen machten, den drohenden Bund der Mahrattenfürsten aufzulösen,war M., bereits in frühern Feldzügen erprobt, einer der Befehlshaber des Heers,das nach Mittelindien vordrang, und nachdem es gelungen war, die kriegerischenStamme zu besiegen, blieb er vier Jahre als Civil- und Militairgouverneur in denunterworfenen Landschaften Er hatte die schwere Aufgabe, in diesem ausgedehn-ten Gebiete die durch langen Krieg zerrüttete Ordnung und Gesetzlichkeit wiederher-zustellen, Rauberstämme, die von Plünderung lebten, an friedliche Beschäftigun-gen zu gewöhnen und aus ihren Gebirgsschluchten zum Anbau der Ebenen herabzu-locken. Strenge mit Milde vereinend, wußte er seine genaue Kenntniß des Cha-rakters und der Gewohnheiten, der religiösen Vorurtheile des Volkes und der Lageder verschiedenen Classen desselben so erfolgreich zu benutzen, daß er die Zufriedenheitaller Parteien gewann. Die Regierung gab ihm das Aeugniß, er habe durch eineglückliche Vereinigung der Eigenschaften, welche die Achtung und das Vertrauensemer Landsleute und der Eingeborenen hatten gewinnen müssen, durch unermüdeteAnstrengungen und Aufopferungen, durch ein seltenes Talent, allen Untergebenenseine Kraft und seinen Eifer einzuflößen, sich in Stand gesetzt, Schwierigkeiten un-gewöhnlicher Art zu besiegen und den Grund zu dem Wohlstand eines Landes zulegen, das kaum aus dem Zustande barbarischer Gesetzlosigkeit hervorgegangen.Der treffliche Bischof Heber sagt von ihm, M. sei der einzige britische Beamte inIndien, in dessen Lobe alle Parteien einig waren und über dessen Festigkeit undversöhnendes Benehmen es nur eine Stimme gebe. M.'s Leistungen in seinemWirkungskreise und die Kenntnisse von dem Zustande des Volkes, die er sich erwor-ben hat, sind um so rühmlicher für ihn, je schwieriger seine Lage war. Bei demVerkehr zwischen den vornehmern britischen Beamten und den höhern Classen derEingeborenen können diese nie ihre eifersüchtigen und argwöhnischen Gefühle umterdrücken und selten findet eine vertrauliche Annäherung statt, ausgenommen inden Sitzen der Regierung, wo aber die Eingeborenen nicht in ihrer ursprünglichenEigenheit sowol hinsichtlich des Charakters als des Äußern erscheinen. M. erstat-tete einen umständlichen Bericht von seiner Verwaltung an die Regierung zu Kal-kutta, welcher den Hauptbestandtheil seines ausgezeichneten Werkes: memoirok Oentral ludiir" (2 Bde., London 1823) bildet, das uns die reichhaltigste Kundedes hohen Tafellandes zwischen dem 22. und 25. Breitengrade und dem 76.und 80. Längengrade und der Sitten seiner wenig bekannten Bewohner gibt. Diein diesem Werke enthaltenen Vorschriften und Winke für seine Unterbeamten überdie Art, wie sie die Eingeborenen in ihrer amtlichen Wirksamkeit und im Privat-verkehr behandeln sollten, bezeugen M.'s tiefe Menschenkenntniß und wohlwol-lende Gesinnungen. Er kehrte um 1823 nach England zurück, wo er sich mitder Bearbeitung einiger der oben genannten Schriften beschäftigte, bis er 1827als Gouverneur der Präsidentschaft Bombay nach Indien zurückkehrte. Eine fei-ner wichtigsten Anordnungen in diesem neuen Wirkungskreise war, daß auch er1829, wie Lord Ben tinck (s. d.) in Vengalen, den Europäern erlaubte, Lan-dereien zum Anbau oder zur Errichtung von Fabriken zu pachten.