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die letzten Spuren so vieles eingewurzelten Un-rechts , das in den Begriffen der Zeit seine Stützezu finden aufgehört hat, völlig auszurotten.
Gewiß ist es eine große Einseitigkeit, wennman die Einsichten der Gegenwart als Maßstaban die Formen verflossener Jahrhunderte legen will;jedes Zeitalter muß auf seinem eignen Standpunktebetrachtet werden, und um richtig zu bcurtheilcn,was eö gewesen, und was es geleistet hat, mußman zuvor erforschen, womit es angefangen, undwelche Kräfte ihm zu Gebote standen. Darin ha-ben selbst angesehene Geschichtschreiber gefehlt, daßsie bei der Beurtheilung des Charakters einzelnerhistorischer Begebenheiten, oder ganzer Gcschichts-periodcn das nothwcndige Resultat der vorhande-nen Werthe als eine Schmach seines Zeitaltersdargestellt, und ein nothwendiges Mittelglied inder Kette der Weltbegcbenheitcn, — vielleicht, nachmenschlicher Einsicht, die einfachste und unentbehr-lichste Ucbergangsstnfe zum Besseren, als eine Ver-irrung bezeichnet haben. Es ist aber eine nochgrößere und gefährlichere Einseitigkeit, wenn maneinem Zeitalter die gereifte Frucht seiner Er-kenntlich als ein Gift zu verleiden und ihm dieVerwirklichung dessen vorzuenthalten bemüht ist,was durch den Lebenstricb der vorhandenen Ele-mente bereits zu einem lebenskräftigen Daseyn her,angebildet ist.
Auch ist der besondere Charakter einesZ eitalters noch keineswegs seine Tugend: dasHöchst-moralische bleibt der ewige Maßstab,nach welchem der absoluteWerth historischer Er-