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scheinungen geprüft werden muß. In seiner Reinheiterkennen auch wir zwar diesen nicht, weil wir selbstkeinen absoluten Standpunkt haben; aber so wiedie Menschheit sich entwickelt, und zur höchsten er-reichbaren Klarheit der Erkenntniß empordringt,so muß richtiger und wahrhafter ihr Urthcil werdenüber die Individualität der früheren Zeitalter.Wir erkennen, daß durch das Sklavensystcin dasGriechcnthum sich befleckt hat, durch Irrthümcr undBarbareien unzähliger Art das Mittelalter; nurin der Gegenwart sind wir Alle befangen: aberunsere Aufgabe ist es, sorgfältig diese zu lösen vonder Vergangenheit. Freilich ist die Gegenwart nurein Moment, sie ist nur eine Linie zwischen Dem,was war, und Dem, was werden soll: wir Allestehen mit einem Fuße in der Vergangenheit; unsreAufgabe aber lösen wir, indem wir einen festenund sichern Schritt über jene Scheidelinie thunin das Gebiet einer neuen, bessern Zeit; die Stär-kern müssen die Schwächer» mit sich fortziehen, undje fester, ruhiger und besonnener, je allgemeinerund weitgreifendcr der Schritt ist, desto raschergeht die Menschheit überhaupt ihrem Ziele entgegen.
Deshalb muß unser Streben in Hinsicht aufdie Gesetzgebung dahin gerichtet seyn: Dasjenige,was aus den überkommenen Einrichtungen nachunserer Erkenntniß mit den höchsten Prinzipiendes Rechts sich nicht vertragt, so weit als unsreErkenntniß reicht, und das Zeitalter Umgestaltun-gen ertragen kann, aus dem Leben zu entfernen,und das erkannte Bessere an die Stelle zu setzen.