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boratorio Brandraketen verfertigen ließ. Dasselbe war auch schon in Frankreichvon Bourree und Morton geschehen, nachdem d'Arcet mehre, 1809 in einem ge-strandeten englischen Vrander aufgefundene Raketen in Hinsicht der Mischungs-verhältnisse untersucht hatte. Herr von Brulard ward in derselben Absicht eigensvon dem Marschall Davoust 1813 nach Kopenhagen geschickt; die von ihm nachseiner Rückkehr gemachten Raketen wurden aber nicht gebraucht, weil die befürch-tete Belagerung von Hamburg nicht stattfand. Dupin gibt in dem angeführtenWerke ausführlichere Nachricht von der Beschaffenheit der Kriegsraketen, obgleichnicht als Sachkenner. Von den in Polen angestellten Versuchen gab 1819 Gene-ral Bem (f. d.) Nachricht. In Schweden wurde die Herstellung dieses Kunst-feuers dem Obersten Schröderstjerna, in Sachsen dem Capitain Dietrich überge-hen, der nachher als Major in preußische Dienste trat, um die Verfertigung derBrandraketen in Spandau zu leiten. Am weitesten sind vielleicht die Osireichervorgeschritten; sie haben unter dem Namen Raketensdorf eine besondere Anlagedazu gemacht und vier Compagnien Feuerwerker organisirt. Ihre Raketen werdenmittels einer besondern Pulverladung aus den dazucheftimmten Röhren geschossen,entzünden sich erst während des Fluges und übertreffen in der Genauigkeit derRichtung alle übrigen. (>?7)
Kries (Friedrich), Professorzu Gotha, geb. am 18. Oct. 1768zuThorn, er-hielt seine erste Bildung aufdem dortigenGymnasium,dem sein Vater, IohannAl-b in usK., als Rector rühmlich vorstand. Erging 1786 nach Leipzig, wo er sich un-terMorus, Reiz, Hindenburg, Platner, Beck bildete, durch Dathe's geschmacklose Er-klärungsweise des Hebräischen aber von den Vorbereitungen zum Studien der Theo-logie so sehr abgezogen ward, daß er sich den philologischen Studium zuwendete, dieer seit 1787 in Güttingen vorzüglich unter Heynes Leitung fortsetzte, der ih n indas philologische Seminarium aufnahm. Der wissenschaftliche Geist, der damalsin Göttingen herrschte, und der anständige Ton unter den Studirenden machtenihm seinen Aufenthalt ebenso lehrreich als angenehm. Außer den philologischenStudien beschäftigten ihn auch Philosophie, Naturkunde, Mathematik und beson-ders Physik, zu welcher ihn Lichtenbergs anregende Vorträge hinzogen. DurchHeyne erhielt er 1789 den Antrag, die unterste Lehrerstelle am Gymnasium zuGotha anzutreten, und obgleich dieses Amt damals nur mit einem sehr spärlichenEinkommen verbunden war, so nahm er es doch vorzüglich auf Lichtenbergs Rathan. Er ward in Gotha wohlwollend aufgenommen und gewann Löffler's väter-liche Zuneigung, die er bis zu dem Tode dieses trefflichen Mannes genoß. SeinAufenthalt ward ihm so Werth, daß er, seit 1806 auch durch ein hausliches Bandan seine zweite Vaterstadt gefesselt, einige Berufungen zu auswärtigen Stellenablehnte und es vorzog, bei dem Gymnasium zu bleiben, an welchem er nach undnach von der untersten Stelle zu der ersten Professur, die er jetzt bekleidet, aufge-rückt ist. Seit vielen Jahren ist er auch Lehrer am Landschullehrerseminarium inGotha. Außer verschiedenen Aufsätzen in Zeitschriften und im „Gothaischen Hof-kalmder" begann er seine schriftstellerische Laufahn mit einer neuen, durch Zusätzevermehrten Ubersetzung von Euler's „Briefen über verschiedene Gegenstande ausder Naturlehre" (3 Bande, Leipzig 1792—94). Sein Amt gab ihm Veranlas-sung zur Bearbeitung einiger Lehrbücher, die sich durch gute Methode und ebensogründliche als klareDarstellung auszeichnen und fprtdauemdeAnerkennung genießen,tvie sein „Rechenbuch für Bürger- und Landschulen" (dritte Aufl., Gotha 1827);Me „Gründliche Anweisung zur Rechenkunst" (dritte Aufl., Gotha 1827); sein"Lehrbuch der reinen Mathematik" (fünfte Aufl., Jena 1831); „Lehrbuch der ma-thematischen Geographie" (zweite Aufl., Leipzig 1827); „Lehrbuch der Naturlehrelür Anfänger" (sechste Aufl., Gotha 1828); „Lehrbuch der Physik" (vierte Aufl.,^ena i827). Seine beiden Preisschriften: „Von den Ursachen der Erdbeben" und^on den magnetischen Erscheinungen", erschienen 1827 zu Leipzig, und eine dritte,