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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
765
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Kciegsraktte 765

ziehkng wurde durch seinen Vater geleitet, die spätere erhielt er auf der Fürsten-schule zu Grimma. Er studirte hierauf die Heilkunde zu Leipzig, wo er in Heben-streit den Jüngern und in Koch väterliche Freunde fand. Nachdem er den Doktor-grad daselbst erhalten halte, ging er mit Unterstützung des Kregcl-Sternbach'schenReisestipendiums nach Pavia, wo damals außer Frank noch Scarpa, Paletta,Spallanzani lehrten und glänzten. Vielfach praktisch ausgebildet, kehrte er 1795nach Leipzig zurück, wo er sich als Privatdocent habilitirte, 1796 ward er vonhier aus als Substitut der pathologischen und chirurgischen Professur nach Witten-berg versetzt und rückte daselbst 1801 in die Professur der Anatomie und Botanikein. Er lehrte bis zum Jahr 1803 in Wittenderg viele Theile der praktischen Me-diän und errichtete daselbst das erste ambulatorische Klinikum. In diesem Jahresslgle er einem Nufe als Leibarzt des damaligen Kurfürsten von Sachsen; dienächste Veranlassung hierzu war seineAbhandlung über das Scharlachsieber"(Leipzig 1892), welche K/s Ruf als praktischer Schriftsteller gründete. DenKonig Friedrich August begleitete K. zu wiederholten Malen auf seinen Reisennach Warschau, wodurch sein Ruf als Arzt in Polen und in Rußland verbreitetward, der später eine große Menge vornehmer Polen und Russen nach Dresdenführte, sich dessen ärztlicher Behandlung anzuvertrauen, und den Grund zu seinemkünftigen Wohlstand legte. Er folgte 1813 dem König von Sachsen in die Ge-fangenschaft zu Friedrichsfelde, von wo er 1815 erst nach Dresden zurückkehrte.Die Frucht dieser länger» Muße war sein Werk:Die Krankheiten des Herzens"(ZBde., Berlin 181417), das in das Italienische übersetzt ward. Nach sei-ner Rückkehr nach Dresden übernahm K. bei dem damals zur chirurgisch-medicini-schen Akademie umgestalteten (loüegfliim mackico-ollirurgicuM die Professur derspeciellm Pathologie und Therapie und das Directocium der Klinik, Stellen, dieer 1822 niederlegte, um seiner Praxis und seinem Lieblingsstudium, der Botanik,die er sehr großartig in eignen Garten cultivirte, leben zu können. K. hat es alsPraktiker zu einem europaischen Rufe gebracht, und als Schriftsteller hat er gro-ßen Einfluß geäußert auf die physiologische Richtung der deutschen Medicin.Wenn er in seinen frühern Schriften der Erregungstheorie zugewendet war, so hater sich später zu einer lebendigen, nicht tobten Humoralpathologie bekannt, wasaus seiner gelungensten Schrift:Über den Gebrauch der natürlichen und künst-lichen Mineralwasser" (zweite Auflage, Leipzig 1830), hervorgeht. Mehre vonK.'s Schriften sind in fremde Sprachen übersetzt, die zuletzt genannte in das Fran-zösilche und ins Englische. Es unterliegt keinem Zweifel, daß K/s wissenschaft-liche Leistungen eine noch größere Aufmerksamkeit erregt und einen noch größernEinfluß aus die deutsche Heilkunde gehabt haben würden, wenn sie kürzer gefaßtUno eleganter geschrieben wären.

Kriegsrakete (lüsee cke Zuerre), auch Congreve'sche oder Brand-rakete, ein Kunstfeuer der neuesten Zeit, wahrscheinlich aus Indien zu uns ge-bracht, wo Hyder Ali sich ihrer im Kriege mit den Engländern schon 1780 be-diente, um die Elefanten und Pferde scheu zu machen, wenn sie mit dem furcht-baren Geräusche einer Windsbraut dahersausen. Sie bestehen aus einer eisernenWüchse, in welche die, mit dem Treibesatz aus 20 29 Theilcn Salpeter, -sts/rrSchwefel, 9? Kohlen (dem die Engländer noch 514 Theile Chlorkali zusetzen)ö/ullte Hülse geschoben, und die nachher an einem, nach Verschiedenheit der Größeder Rakete 4 8 Fuß langen Stab befestigt wird, um ihnen beim Gebrauch ei-urn geraden Flug zu geben. Gleich andern Geschossen werden sie nach ihrer Stärkean der Mündung (dem Kaliber) unterschieden und heißen bei 34 Zoll sechspfün-'3, bei 44 Zoll zwölfpfündig, bei 54 Zoll vierundzwanzigpfündig, bei 6 Zollzwaunddreißjgpfündig, bei 64 Zoll zweiundvierzigpfündig. Der beiden letzternauungen bediente sich der General Eongreve, der die Engländer 1805 zuerst ba-ll bekannt machte, vorzüglich bei Belagerungen und auf der See, der erstem drei