Kevelberg
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zz Bewegung zum Unterpräfecten des Bezirks Kleve im Roerdepartement. Bei der^ Verwaltung dieses Amts richtete K. seine Aufmerksamkeit vorzüglich auf besserehch, ! Anordnung des Rechnungswesens der Gemeinden, auf Wegebesserung, Unterhal-tung der Rheindamme, Blatternausrottung durch allgemeine Einführung derSchutzimpfung, und besonders auf Verbesserung des Volksunterrichts. In jedemder acht Cantonc, aus welchen sein Bezirk bestand, begründete er eine Normal-unterrichtsanstalt für Schullehrer, und in allen Gemeinden wurden gut eingerich-tete Schulen eröffnet, so schwierig der Mangel an öffentlichen Mitteln für diesenBerwaltungszweig die Ausführung machte. Die Mittel, deren er sich dabei be-diente, hat er in der Vorrede zu der von ihm veranstalteten Schrift: „Kurze An-weisung für Schullehrer zur würdigen Führung ihres Amts" (Kleve 1808), aus-einandergesetzt. Die für das ganze Rheingebiet so verheerenden Überschwemmun-zen im Winter 1808 — 9 waren besonders für das Uferland von Büderich bis andie Grenze von Holland verderblich. Ganze Dörfer verschwanden, zahllose Heel-den wurden weggeschwemmt, viele Menschen kamen um. Hier fand auch JohannaSebus ihren Tod, und es war K., welcher Göthe veranlaßte, ihr Andenken zu ver-engen, indem er ihm genaue Nachrichten über ihr Schicksal mittheilte. Van Breeder Ältere in Antwerpen malte die Scene in einem schönen Bilde, das K. besitzt.AufNapoleons ausdrücklichen Befehl erhielt Johanna ein Denkmal auf derselbenStelle, wo sie in ihrer erhabenen Aufopferung den Tod fand. K.'s erste Sorgenach diesen Unfällen war, der öffentlichen Mildthätigkeit eine bestimmte Richtungzugeben, die zweite, sich Mittel zu Unterstützungen und Belohnungen zu verschaf-fen. Er fand in der letztem Hinsicht einen kraftigen Beistand bei dem edlen Ge-neral Alexander Lameth, dem damaligen Prafecten, und der Kaiser gewahrteFrancs für die Bewohner der überschwemmten Gegenden, 700,000 für dieWiederherstellung der Deiche, die in der Regel besondern Vereinen oblag. Füralle ausgezeichneten Handlungen wurden Ehrenbelohnungen gewahrt, K. aber er-hielt mit rühmender Anerkennung den Orden der Ehrenlegion. Als spater überdie Wiederherstellung der Deiche lebhafte Streitigkeiten zwischen der Wegbau-behörde und den betheiligten Uferbewohnern entstanden, unterstützte K., der dieGerechtigkeit und Wichtigkeit der Beschwerde des Landes erkannt hatte, die Uftr-bmvhncr mit Nachdruck gegen die Behörde, gegen den Prafecten, der Lameth«setzt hatte, selbst gegen den Generaldirector Grafen Montalivet, der an Orrund Stelle gekommen war. Montalivet gab zwar endlich, wiewol unfteund-K.'s Beharrlichkeit nach, der sich einen Feind in ihm gemacht zu habenglaubte, und daher nicht wenig überrascht war, als er 1811, gleich nach Monta-llvet's Übernahme des Ministeriums des Innern, zum Präsidenten des Departe-ments der Oberems ernannt wurde.
Ehe K. sein neues Amt anrrat, ward er als kaiserlicher Commissar nach Ol-sburg gesandt, um den Herzog zu einem Tausche des Landes gegen Erfurt zu'»regen, und auf jeden Fall sogleich im Namen des Kaisers Besitz von dem Her-! ^gthmn zu nehmen. Nach der bestimmten Weigerung des Herzogs, der jeden^ ^uuschantrag ablehnte und nur der Gewalt weichen zu wollen erklarte, erwarb sich-l. durch sich Benehmen bei der Vollziehung seines unangenehmen Auftrags den^nk des Herzogs und weihte dem edlen Unglück eine ehrerbietige Theilnahme.'lls Oldenburg in Besitz genommen war, bereiste K. den größten Theil seines De-^tfments, «he er seinen Sitz in dem Hauptorte Osnabrück nahm. Auf diese^>Ie lernte er die Bedürfnisse der Bewohner durch die Anschauung der Ortlichkcit" aus ihrem eignen Munde kennen, und indem er zugleich, wie er es in allengetragenen Verwaltungsämtcrn that, ihnen mit Offenheit entgegen kam,"er ihnen ebenso viel Vertrauen ein als er ihnen bewies. Nach einer unge-albjahrigen, milden und ungeachtet der schwierigen Zeitumstände ziem-