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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
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schütterlich festzuhalten." Im Allgemeinen ist diese Bemerkung Lafayette's voll- ^kommen gegründet, und es ist ein durchaus unzulässiger Grundsatz, dadurch dasRechte finden zu wollen, daß man zwischen den zwei äußersten Punkten die ' >Mitte sucht, denn hier ist es gerade nie anzutreffen, weil nur das Eine wahr undgerecht sein kann, und man sich also durch die Annäherung zu einem Entgegen- ^gesetzten immer davon entfernt. Auch verfehlt das Streben nach einer solchenMitte nothwendig fast immer seinen Zweck, denn es gibt zwar oft vermiedeneWege zu dem Ziele, aber der eine muß entschieden und ganz erwählt werden, undeine mittlere Richtung führt in das Unwegsame; eine Verbindung widerstreitender "lPrincipien wird zur Halbheit. Gleichwol ist es der gewöhnliche Fehler unklarerund unentschiedener Menschen, sich nicht einer Ansicht völlig anzuvertrauen, son-dern, um nicht ganz irre zu gehen, immer das Halbe und Unzulängliche zu er-greifen, welches stets zu gleicher Zeit zu viel und zu wenig ist. Es ist wol nichtzu leugnen, daß auch das System der richtigen Mitte in Frankreich an dieser "Halbheit gelitten hat, und daß es sehr schädliche Folgen gehabt haben könnte, wennes nicht in den Händen des kräftigen Perier zu einem sehr bestimmten und mitEntschlossenheit durchgeführten geworden wäre. Denn das ist etwas ganz Anderes,ein Ziel, welches man für das richtige erkannt hat, mit Behutsamkeit, mit Maßi- ksdKHgung und nicht bis in die äußerste Spitze zu verfolgen. Hier steht zwar der eine -DMPunkt fest und wird nicht aus Rücksicht auf ein Entgegengesetztes und Unwahreszur Hälfte verlassen; aber die Mäßigung erfodert, nicht mit Vernichtung allesDazwischenliegenden, wie in der terroristischen Periode der Revolution, auf diesenPunkt loszustürmen und die als wahr angenommenen Grundsätze mit Schonung Mn'anzuwenden. Dabei bleibt das Ziel unverrückt, und wird nur eben dadurch sicherer MÄckund dauernder erreicht, daß man sich demselben langsamer annähert. Das System ÄHchCasimir Pe'rier's (Minister am 13. März 1s31) wurde jedoch als die vollständigste'Entwickelung der richtigen Mitte betrachtet; das jetzige Ministerium (vom 11.Ott. 1832) will als die Fortsetzung des 13. März 1831 angesehen sein. (Vergl.Guizot.) Indessen wird der Name der richtigen Mitte nicht mehr gehört, underst die weiter fortschreitenden Verhandlungen der beiden Kammern werden zei- AMAgen, ob es den Doctrinaires gelingen wird, ein festes Verwaltungssystem zubegründen. (3)

Justi (Karl Wilhelm), Consistorialrath und Professor der Theologie zuMarburg, wo er am 17. Jan. 1767 geboren wurde. Nachdem er seine Studienvollendet hatte, ward er schon 1790 als Prediger und 1793 als Professor ander Universität zu Marburg angestellt, 1802 Consistorialrath und Superintendentdes Fürftenthums Oberhessen, 1806 Doctor der Theologie, 1814 Oberpfarreran der Hauptkirche und 1822 ordentlicher Professor der Theologie lutherischerConfession an der Hochschule, deren theologische Facultät seit 1650 nur aus re-formirten Mitgliedern bestanden. Sein amtlicher Geschäftskreis wurde noch mehr >erweitert, als er seit 1821 auch zum ersten Consistorialrath bei dem neu einge-richteten Consistorium der Provinz Oberhessen, zum Schulreferenten in der Pro-vinzialregierung und zum Mitglied der Schulprüfungscommisft'on derselbenProvinz ernannt wurde, und er hat in diesen Verhältnissen eine ebenso gewissen-hafte als wirksame Thätigkeit gezeigt. Er benutzte die Muße, die ihm seine Be-rufsarbeiten übrig ließen, seit 40 Jahren zu literarischen Leistungen, in derenlanger Reihe des Gediegenen viel sich darbietet. Seit 1790 trat er mit dichten-schen Arbeiten auf, die theils imGöttinger Musenalmanach" und andern periodi- , ^schen Schriften, theils einzeln erschienen, und zeigte im Gebiete der Lyrik einglückliches Streben. Eine Auswahl seiner frühern Dichtungen enthalten seineGedichte" (zweite Aufl., Frankfurt am Main 1817), der spätem dieGedichte. . iNeue Sammlung" (Leipzig 1830). Seme dichterische Anlage gab ihm einen