Druckschrift 
Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
563
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Jtzstein .563

wurde er 1803 von dem Fürsten von Leiningen, den ihm die Aufhebung der Abteizum Landesherr» gegeben , als Beamter nach Miltenberg und spater als Stadl-director in die Residenz Amorbach berufen. Nachdem er dieses Amt ein Jahr langverwaltet, trat er als Rath in die Justizkanzlei des Fürsten, welcher ihn von die-ser Zeit an mit großer Auszeichnung behandelte. Durch einen bei der Ausgleichungüder die Mediatisationsverhältnisse zwischen Baden und Leiningen abgeschlossenenbesonder» Vertrag von Baden übernommen, sollte I. als Beamter zu dem Land-amte Freiburg kommen, er machte aber mit Verwahrung seines bisherigen Ran-ges als Rath eines obern Justizcollegiums Gegenvorstellungen, und wurde starrdessen als Oberamtmann in Schwezingen angestellt. Diese Stelle hatte er von181019 versehen, als ihn der eben auf den Thron gekommene GroßherzogLudwig plötzlich und gegen seinen Willen zu dem Hofgerichr in Manheim ver-setzte. Hier wurde I. 1822 von der Stadt zum Deputirten erwählt, und betrarso zum ersten Male einen Schauplatz, auf welchem ihn so viele stampfe und soviele Lorbern erwarteten. Im Laufe der Verhandlungen zeneS Landtags ent-wickelte sich der bekannte Streit zwischen Kammer und Regierung über das Bud-get und namentlich den Militairetat, woraus bei der Weigerung der Majorität,sich dem unbedingt gestellten Verlangen zu unterwerfen, zuletzt ein wahrer Kriegs-zustand wurde. I., den die Kammer zu ihrem ersten Secretair gewählt, zeigtesich bald als einen Kampfer, den die Regierung fürchten und das Volk liebenlernte, trat als Berichterstatter der Budgetcommission in die erste Reihe, und ver-focht in den stürmischen Debatten mit Aufwand aller Kräfte die ständische Fode-rung vernünftiger Ersparnisse. Die Regierung, als sie die Pflichttreue der Volks-Vertreter durch andere Mittel nicht zu überwinden vermochte, antwortete durchVertagung und nachfolgende Auflösung der Kammer und durch Verfolgungsmaß-regeln gegen die Häupter der Opposition. I. befand sich noch in Geschäften derKammer in Karlsruhe, als ihm die Versetzung zu dem Hofgericht in Meersburgangekündigt wurde: bei der Abgelegercheit dieser Stadt und der krankenden Absichtder Verfügung eine Art von Verbannungsstrafe für I., eine doppelte Beeinträch-tigung, da eine so weite Entfernung ihm die Aufsicht über sein in Mainz befind-liches, in Häusern bestehendes Vermögen fast unmöglich machte. I. machte Ge-genvorstellungen, berief sich auf den Reichsd.putationsschluß, wonach er in keinerandern Provinz, als worin er bei der Übernahme angestellt unb mir Liegenschaftenansässig war, die Anstellung anzunehmen brauchte, und foderte sonach seine Pen-sion. Umsonst; rasch auf einander folgende Verfügungen bedrohten ihn, hart dieAbreise betreibend, wegen Ungehorsams mir Verlust seiner Stelle einReactions-zwang, der auf eine andere Weise sein Opfer nicht verfehlte. Die Gesundheit5 's, noch an den Nachwehen der parlamentarischen Anstrengungen leidend, un-terlag den auf ihn einstürmenden Gemüthsbewegungen, und die Folge war einichweres, nervöse« Kopfleiden, worauf er, auf ärztliche Zeugnisse sich berufend,einen Urlaub auf unbestimmte Zeit zur Wiederherstellung seiner Gesundheit nach-suchte. Nunmehr versetzte ihn die Regierung schnell in Pensionsstand, nicht ohnepecuniairen Nachtheil für I., der dadurch 7800 Gldn. jährlich einbüßte. DieKrankheit blieb, und nur die Enthaltung von jeder geistigen Anstrengung, in Ver-bindung mit beständigen Reisen, vermochteI.'s Gesundheit allmalig so w.it herzu-w "V ^ ^ günstiger« Umständen wieder auf den Kampfplatz gerufen, dem^ufe folgen konnte. So nahm er die Wahl zu dem Landtage von 1831 an und^ Ständeversammlung, mit gebleichtem Haar, aber durch den Auf-chwung der Zeit gleichsam zum Jüngling erfrischt. Die Prasidentenwürde, wel-cht >bm in Anerkennung so vieler Verdienste fast einstimmig angeboten ward,kt)Nle er zwar wegen seines noch immer schwankenden Gesundheitszustandes ab,"st pch aber bald mit voller Theilnahme in die varlamentarischen Geschäfte und

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